musizieren auf der Hüttenbank, jodeln auf der Bergspitze, Geige spielen an der Weinstraße, Burgkonzerte bei Sonnenuntergang, musikalische Kräuterwanderungen, Klängen am Wasser lauschen, auf der taufrischen Wiese tanzen…


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Auf dieser Seite finden sich Kurse, Seminare und Workshops zum Singen, Musizieren, Tanzen, Jodeln sowie Festivals mit Volksmusik, verwandten Musiksparten und im interkulturellen Austausch an unterschiedlichen Orten in Österreich und in angrenzenden Gebieten. Die Angebote reichen von Singen in Kleingruppen, Tanzen im Generationenverband über Musiziertage für unterschiedliche Instrumente und Ensemblebesetzungen bis hin zum Einzelunterricht.

Sie richten sich an Erwachsene, Kinder, Familien, bestehende Ensembles und Menschen, AnfängerInnen wie Fortgeschrittene, die auf der Suche sind gemeinsam zu musizieren und musikalische Erlebnisse zu teilen.

Die VeranstalterInnen sind die Volksliedwerke der Bundesländer, sowie ihre Mitglieder und Partner, verwandte Einrichtungen und private AnbieterInnen, die unseren Qualitätsanforderungen entsprechen und eng mit uns zusammenarbeiten. Spezifisches Können und die jeweiligen Schwerpunkte der ReferentInnen geben den Veranstaltungen ihre individuelle Prägung. Die unterschiedlichen Beherbergungsbetriebe und -arten sowie die Gemeinden fungieren dabei als Partner. Gemeinsam mit allen werden die musikalischen Reisen zu einem einmaligen Erlebnis.

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AnbieterInnen und Beherbergungsbetriebe von Kursen, Seminaren, Workshops und Festivals sind ab sofort herzlich eingeladen, nach Registrierung ihre Angebote hier einzutragen. Wir freuen uns auch, wenn bereits eingegebene Veranstaltungen von den Einzelnen überarbeitet werden. Dabei ist zu beachten: die Veranstaltungen müssen zu den beschriebenen Kriterien passen und eine Reise wert sein. Bei Unklarheiten helfen wir gerne, auch Anregungen sind jederzeit willkommen. In unseren Newslettern werden ausgewählte Programme näher angekündigt.

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Programm für 2022 / 2023

Diese Seite wurde vom Österreichischen Volksliedwerk zusammen mit dem Veranstalter Verband Österreich, unter Mitwirkung von ReferentInnen und KursteilnehmerInnen entwickelt.

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Empfehlungen, Anhaltspunkte für das Singen und Musizieren nach Corona

Volksmusik passiert oft spontan, ungeplant und in Form von sozialer Kommunikation in ganz unterschiedlichen Settings und Konstellationen. Wir singen um uns zu freuen, um jemanden hoch leben zu lassen oder zu trösten. Wir musizieren aus purer Freude in kleinen Gruppen zu Hause, aber auch für große Konzertveranstalter. Von einer Minute zur anderen kann sich ein Setting auch völlig ändern und ein Konzert zu einem gemeinsamen Singen und Musizieren führen. Daher lassen sich volkmusikalische Musikformen oft nur schwer anhand eines Regelwerks festmachen. Was für den einen gilt, hat für eine andere eine andere Gewichtung. Wir haben daher ein paar Empfehlungen zusammengefasst, die gemeinsam mit den jeweiligen Musikkolleginnen, Veranstaltern und Wirten… als Basis zur Diskussion/Absprache dienen können. Hausverstand und Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse jedes einzelnen und auf die Gruppe helfen bestimmt den geeigneten Weg im Dschungel von Vorschriften und Empfehlungen zu finden.

Bis 16. Juni 2021 geltend lt. BGBl. II Nr. 214/2021 Covid-19-Öffnungsverordnung (vom 20.5.2021) für Zusammenkünfte zwischen 5:00 und 22.00 Uhr:

Lose Zusammenkünfte

  • im Freien max. 10 Personen plus max. 10 Minderjährige
  • Im Innenbereich: max. 4 Personen plus 6 Minderjährige
  • gegenüber anderen Personen/Gruppen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben oder zu seiner Besuchergruppe gehören, muss ein Abstand von mindestens zwei Metern eingehalten werden.
  • bis 10 Personen: Keine Anzeigepflicht und keine Registrierungsplicht
  • Für Proben und diverse Vereinstätigkeiten muss in Innenräumen 20 m² pro Person vorhanden sein.
  • Maskenpflicht gilt in geschlossenen Räumen ab 4 Personen aus drei Haushalten plus max. 6 Minderjährige, mit Ausnahme beim Singen, Musizieren

Für Zusammenkünfte über 10 Personen bis max. 50 Teilnehmende ohne zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplatz gilt:

  • Anzeigepflicht (auch mehrere Zusammenkünfte) eine Woche vorher bei der Bezirksverwaltungsbehörde mit
    1. Name und Kontaktdaten (Telefonnummer, E-Mail-Adresse) des für die Zusammenkunft Verantwortlichen
    2. Zeit, Dauer und Ort der Zusammenkunft
    3. Zweck der Zusammenkunft
    4. Anzahl der TeilnehmerInnen
  • Die Verabreichung von Speisen und der Ausschank von Getränken ist nicht erlaubt
  • Zutritt nur mit Nachweis einer geringen epidemiologischen Gefahr durch Verantwortlichen: Getestet, geimpft oder genesen
  • Maskenplicht mit Ausnahme beim Singen, Musizieren
  • Abstand von zwei Metern zu Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben
  • Registrierungspflicht über 10 Teilnehmenden mit
    A Vor- und Familiennamen
    B Telefonnummer, wenn vorhanden E-Mail-Adresse
    C Datum und Uhrzeit des Betretens und Aufenthaltsdauer

An einem Ort dürfen mehrere Zusammenkünfte gleichzeitig stattfinden, sofern die Höchstzahlen pro Zusammenkunft nicht überschritten werden und durch geeignete Maßnahmen, wie etwa durch räumliche oder bauliche Trennung oder zeitliche Staffelung, eine Durchmischung der Teilnehmer der gleichzeitig stattfindenden Zusammenkünfte ausgeschlossen und das Infektionsrisiko minimiert wird.

Große Zusammenkünfte/ Veranstaltungen und Konzerte

  • 50 Teilnehmende ohne zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplatz
  • Bei über 50 Teilnehmenden Bewilligung durch Bezirksverwaltungsbehörde 3 Wochen vorher, Bestellung eines Covid-19-Beauftragten und Präventionskonzept, Ausbildungen zum Covid-Beauftragen bietet u.a. das Rote Kreuz an.
  • Innenräume max. 1.500 Teilnehmende mit Sitzplatz
  • Im Freien max. 3.000 Teilnehmende mit Sitzplatz
  • Anzeigepflicht
  • Zutritt nur mit Nachweis: Getestet, geimpft oder genesen
  • Maskenpflicht
  • Mindestabstand
  • Registrierungspflicht wie siehe oben

Weitere Empfehlungen auch unter:

Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport
Music Austria (mica)
Veranstalterverband Österreich
Leitfaden der Österreichischen Musikschulkonferenz
Chorverband
Blasmusikverband

Ein Gruß aus dem Archiv

Corona hoch erhoben aus diesem Erdental…

Dieses Wallfahrtslied sandten OSR Karl Kager und Hans Hantich aus St Corona am Wechsel Anfang des 21. Jahrhunderts für die Publikation der Volkskultur Niederösterreich (Hg.) „Alle Heiligen Zeiten. Lieder und Texte im Jahreskreis“ ein.

Corona war eine frühchristliche Märtyrerin aus dem Ägypten oder Syrien, welche in jungen Jahren grausam hingerichtet wurde, indem man sie an zwei gebeugte Palmen band und bei deren Emporschnellen sie zerrissen wurde. Schon bald begann in Europa ein Heiligenkult um Corona.  Durch Kaiser Otto III. (980-1002) wurden erste Reliquien nach Aachen und weitere im 14. Jahrhundert nach Prag gebracht. Auch die Benediktinermönche förderten den Kult und Corona wurde in Österreich sehr verehrt. St Corona am Wechsel oder am Schöpfl, Altäre und Hauszeichen zeugen noch heute davon.

Die Schutzpatronin wird bei Geldangelegenheiten, bei Glücksspiel und wie sollte es anderes sein bei Seuchen um Hilfe angerufen. Nicht umsonst heißt es in der 3. Strophe: „Darum Hilf Stärke uns erlangen in diesem Erdenstreit, dass einst auch wir empfangen des Himmel Seligkeit. Corona!“ Mögen uns die Zeilen antiquiert in Zeiten der Ökumene und kulturellen Vielfalt unpassend erscheinen, so haben Wallfahrten, Wallfahrtslieder und Fürbitten an Heilige Menschen in Not stets beruhigt und Ihnen geholfen  extreme Situationen zu bewältigen. Sehen wir daher das Lied der Heiligen Corona mehr als Hilfe und als Symbol für unsere eigene Kraft Zeiten des Corona Virus zu überstehen. Möge der Virus am Tag der Heiligen Corona am 14. Mai 2021 hoffentlich vorüber sein.

 

 

So., 28. April 2024,
17.00 – 19 Uhr.

Archivprobe mit Simon Wascher und Hermann Härtel

Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien
Anmeldung unter office (at) volksliedwerk.at,
Eintritt: Spende


In der Archivprobe wird aus der Perfahl Handschrift musiziert. Die wohl umfangreichste erhaltene Sammlung laendlicher Tanzmusik des 18. Jahrhunderts von 1799 aus Bad Aussee, die im Österreichischen Volksliedarchiv zu finden ist, umfasst 1356 unbezeichnete einstimmige Melodien  älteren Laendler-, und Schleunigentypus. In der Archivprobe wird diesen Melodien nachgespürt. Es geht um Fragen der unterschiedlichen Interpretation und Spielweise dieser spezifischen Gattungen aus der traditionellen Überlieferung.

Die Geige gibt die Tonart vor. Wer mitspielen kann, ist eingeladen, auch mit anderen Instrumenten. Tanzen und Zuhören ist ebenso erlaubt.

Anlässlich des Projekts Volxfest im Rahmen der Kulturhauptstadt Bad Ischl, Salzkammergut 2024 wird im Frühjahr in mehreren Workshops, Stammtischen etc. der Schwerpunkt auf Archivmaterial aus dem Raum des Salzkammergut gelegt.

100 Melodien aus der Perfahl Handschrift in B sind aus diesem Grund im neuen Melodierecherchetool unter www.volksmusikdatenbank.at recherchierbar.

Weitere Workshops zum Salzkammergut

So., 16. November 2025,
18 Uhr.

Lorely-Saal, Wien.


So wie sich die Enns von Salzburg aus – der einstigen Heimat der Mozartfamilie – quer durch Österreich schlängelt, dabei auf Dörfer und Städte trifft, erschließt auch das Programm »Klassik trifft Volksmusik« vielfältig den weiten österreichischen Alpenraum. Die Musiker:innen entstammen dabei (wie das Orchester der Jeunesse Kärnten) vorrangig den drei Alpenregionen Slowenien-Friaul-Kärnten. Ein gleichsam unterhaltsames wie überregionales Freundschaftsprojekt!

Interpreten

Euro Symphony SFK Orchester
Südklang Chor Chor
Michael Uhr, Steirische Harmonika
Sepp Pichler, Dudelsack
Anna Barbara Wagner, Drehleier
Ulrike Knapp, Hackbrett
Max Neubauer, Steirische Harmonika
Hans Ecker, Gesang
Ernest Hoetzl, Dirigent

Programm

Leopold Mozart Sinfonia D-Dur »Die Bauernhochzeit«
(Marcia villanesca; Menuet; Finale. Molto allegro)
Viktor Fortin Konzert für Steirische Harmonika und Orchester
(II. Scherzo Irregulare – Steirischer / Jodler-Polka)
Gerd Schuller Die Enns
Wienerlieder von Paul Hertel
Günther Antesberger Kaleidoskop Kärnten. G’sungan oder g’spielt? / Musikalisches Rätsel für Alt-Steirer-Trio und Orchester

Information und Karten: Jeunesse Klagenfurt – Tel: +43 463 890 810 – klagenfurt@jeunesse.at  – www.jeunesse.at

CD-Mitschnitt zum Konzert

Am 5. Februar ist Dr. Rudolf Pietsch nach längerer schwerer Krankheit verstorben. 1951 in Wien geboren hat Rudi Pietsch als Musikant, Vermittler, Forscher und Mensch zahlreiche Menschen in und rund um die Volksliedwerke gefördert, bewegt und geprägt. Neben seiner Tätigkeit als Assistenzprofessor (Institutsleitungsstellvertreter)  am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (1981-2016) lehrte er bei zahlreichen Seminaren und Musikantenwochen der Volksliedwerke das Geigen- und Ensemblespiel, Singen und Jodeln. Unabhängig von Motivation, vom Wissen und Niveau der Musizierenden hat Rudi Pietsch sie abgeholt, in bestehende Gruppe integriert und vom Musizieren begeistert. Speziell die Burgenländische Musikantenwoche wurde von Rudi Pietsch 38 Jahre mitgetragen und mitgestaltet.

Als Gründer und Primas der Tanzgeiger und in anderen Formationen begeisterte er bei Veranstaltungen, Festivals, Stammtischen der Volksliedwerke und darüber hinaus. Besonders den Steirischen Geigentag hat er gemeinsam mit seinem Freund Hermann Härtel von Beginn an über viele Jahre prägend begleitet. Auch hier war es sein Anliegen, die Menschen zum Musizieren und Mitmachen zu bewegen.  Er spielte zum Tanz auf und unterhielt die Menschen mit fundierten Geschichten und unterhaltsamen Anekdoten. Konzertsäle wie spontan zusammengefundene Runden wusste er musikalisch zu faszinieren und machte damit das Musikerlebnis zum Genuss. Dabei griff er auf sein reiches Wissen zurück, das er sich bei zahlreichen Feldforschungen im In- und Ausland angeeignet hat und in seine eigene Musiksprache übersetzte. Er forschte unter anderem in Pennsylvania, im Innviertel 1978/79, im Pongau 1986, im Schneeberggebiet und oftmals im Salzkammergut. Tondokumente, Fotos, Aufsätze, Artikel im Jahrbuch und in den Zeitschriften der Volksliedwerke sowie von verwandten Institutionen sind Zeitzeugnisse seines Wissens und Wirkens, die in den Volksliedarchiven für weitere Generationen erhalten bleiben. Diese Archivmaterialien sind Zeugnisse des traditionellen Geigenspiels in seinen speziellen, regionalen wie lebensbezogenen Ausprägungen. Dass diese Tradition lebendig ist und in Zukunft weiterlebt, ist letztlich ein großer Verdienst von Rudi Pietsch.

Lieber Rudi, wir, der Verbund der Volksliedwerke mit seinen Mitgliedern wünschen Dir einen Himmel voller Geigen!

Bild: von li n. re: Walter Burian, Rudi Pietsch, Alois Blamberger bei und Foto von Gerlinde Haid, 1977

Termine aus den Ballkalendern in den Bundesländern


Salzkammergut Kathreintanz
21. November 2026 | 20:00 Uhr
Kongress & Theaterhaus Bad Ischl


Pinzgauer Kathreintanz
14. November 2026 | 19:30 Uhr
Maishofen | Gasthof Unterwirt
Info


75. Wiener Kathreintanz
Samstag, 28. November 2026
Palais Ferstel
Info & Karten (u.a. erhältlich im Österreichischen Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien)


Die Grafik ist ein Flyer zur Ankündigung des Burgenländischen Musikantenballs am 16.01.2027 im Kulturzentrum Oberschützen, Burgenland aus Anlass des 100. Geburtstags des Burgenländischen Volksliedwerks.

Burgenländischer Musikantenball
aus Anlass des 100. Geburtstages des Burgenländischen Volksliedwerks
16. Jänner 2027
Kulturzentrum Oberschützen


4. Oberösterreichischer Musikantenball
22. Jänner 2027 | 20 Uhr | Brucknerhaus Linz
Info: Oberösterreichisches Volksliedwerk


Auf’tanzt weard
Tiroler Musikantenball im Haus der Musik
05. Februar 2027 | 20:00 Uhr
Karten & Programm


Foto: Herbert Zotti

Singen in der Weihnachtszeit.

Anlässlich des Jubiläums 200 Jahre Stille Nacht (2018) führte das Österreichische Volksliedwerk im letzten Jahr eine Umfrage mit offenen Antworten durch, um die Bedeutung sowohl des Liedes „Stille Nacht – Heilige Nacht“ wie auch anderer Weihnachtslieder und Informationen über das weihnachtliche Singen abzufragen.  150 Personen sind der Aufforderung gefolgt und geben mit ihren Antworten einen Einblick in das Musizieren rund um die Weihnachtszeit in Österreich.[1]

„Stille Nacht – Heilige Nacht“

Von den 100 Personen, die älter als 25 Jahre waren, gaben fast alle an das Lied „Stille Nacht – Heilige Nacht“ am Weihnachtsabend in der Familie zu singen. Die Hälfte davon singt drei Strophen, 50 Personen etwas weniger bzw. mehr als drei Strophen. 60 Prozent gaben an, dass Stille Nacht – Heilige Nacht für sie das bedeutendste Lied rund um das Weihnachtsfest darstellt. Das Singen dieses Liedes ist zentraler Bestandteil der weihnachtlichen Bescherung und des privaten Feierns in der Familie. Rund 40 Personen singen es auch in der Christmette. Ein Drittel gaben an, das Lied auch mehrstimmig zu singen bzw. mit Instrument zu begleiten. Das Lied und auch das Singen erzeugt bei den Befragten eine eigene Stimmung, die Melodie berührt sie, wirkt festlich. Bei einigen Personen über 55 weckt es Erinnerungen an die Kindheit. Tonaufnahmen des Liedes spielen nur bei wenigen Personen, die damit eine ganz persönliche Erinnerung assoziieren, eine Rolle. Meist wird das Lied zufällig im Radio oder im Kaufhaus mitgehört. Einige gaben an, dass sie das als störend empfinden, denn es nimmt dem Lied seine Bedeutung. Beliebt sind Aufnahmen von Chören. Etwas anders verhält es sich bei den befragten Schulkindern aus Wien. Jenes Drittel ohne christlichen Glaubens feiert in den Familien teilweise Weihnachten mit Essen und Familienbesuchen und auch Geschenken, jedoch wird das weihnachtliche Singen und damit auch das Lied „Stille Nacht – Heilige Nacht“ in diesem Zusammenhang nicht praktiziert. Jene Kinder ohne Migrationshintergrund singen das Lied wie alle anderen befragten Personen rund um das Weihnachtsfest.

Beliebte Weihnachtslieder 

Auf die Frage welche anderen Weihnachtslieder die Befragten singen, haben uns die meisten drei mehr oder weniger bekannte, in Summe 59 Lieder genannt. Die Mehrfachnennungen gehen von „Adeste fideles“ bis „Zu Betlehem geboren“. In allen Altersklassen sind auch anderssprachige Lieder vertreten. Die meisten Nennungen sind Weihnachtslieder aus dem deutschsprachigen Raum. Jene die unter den Befragten aus dem (musik-)pädagogischen Bereich waren, gaben an Weihnachtslieder mit ihren SchülerInnen zu singen. Alpenländische Weihnachtslieder sind bei allen Befragten kaum vertreten. Lediglich das in der alpenländischen Tradition komponierte Lied „Es wird scho glei dumpa“ von Anton Reidinger liegt mit 24 Nennungen relativ weit vorne, speziell in der Altersgruppe der 20-55 Jährigen. Die in allen Altersgruppen am häufigsten genannten Weihnachtslieder sind „Oh Tannenbaum, Leise rieselt der Schnee und Ihr Kinderlein kommet“.

Tonbeispiele

Alte Schellackaufnahmen als audiotracks  auf dieser Seite zu „Oh Tannenbaum“ und zu „Leise rieselt der Schnee“  spiegeln die Lieder im Geschmack musikalischen Inszenierens der Zwischenkriegszeit wider.
1. Leise rieselt der Schnee,  Schellackaufnahme mit Bielefelder-Kinderchor
2. O Tannenbaum, Schellackaufnahme mit Chor u. Orchester d. Staatsoper Berlin
Das 3. Beispiel eine Version von „O Tannebaum“ ist eine Hommage an den heuer verstorbenen Musiker Drehleierspieler Eberhard Kummer
Oh Tannenbaum, aus: Eberhard Kummer und Helga Maria Wolf „Lieder zur Leier&Wissenswertes von Weihnachten“ 

[1] Die Fragen wurden sowohl mittels Onlinefragebogen als auch persönlich und im Rahmen der Stille Nacht Ausstellung am Treffpunkt Operngasse beantwortet. Die meisten Befragten haben die österreichische Staatsbürgerschaft, der Rest verteilte sich über den ganzen Kontinent. Etwa die Hälfte gaben an musikalische Grundkenntnisse zu besitzen. Von diesen hatten etwas mehr als die Hälfte eine höhere musikalische Bildung aufzuweisen. Befragt wurden Personen unterschiedlichen Alters, im Umkreis der Volksliedwerke und unter den Ausstellungsbesuchern. Die jüngsten waren Volksschulkindern aus Wien,ein Drittel davon Kinder nicht christlichen Glaubens, der älteste Teilnehmende 81 Jahre alt.  Somit sind die Zahlen nicht repräsentativ für Österreich zu werten, aber dennoch kann aus den Ergebnissen eine Tendenz zum weihnachtlichen Singen abgelesen werden.

Danke für die Unterstützung

ARGE_Christbaum_Internet

 

Neuerscheinung: Band 2 – Sängerinnen und Sänger mit ihren Liedern

Bernhard Gamsjäger und † Walter Deutsch

Volksmusik in Niederösterreich, Pielachtal. Sängerinnen und Sänger mit ihren Liedern, Bernhard Gamsjäger und Walter Deutsch

Der 14. Band der volksmusikalisch-wissenschaftlichen Reihe „Corpus Musicae Popularis Austriacae“ beleuchtet die musikalische Volkskultur im niederösterreichischen Pielachtal. Der bereits 2001 erschienene 1. Teil mit dem Schwerpunkt auf musikalischen Brauchformen wird nun mit dem vorliegenden 2. Teilband über die Sängerinnen und Sänger des Pielachtales mit ihren Liedern erweitert. Der Fokus der nun vorgelegten Forschungsergebnisse liegt auf den Personen und ihrem Lebensumfeld, in das ihr Singen eingebettet ist. Dabei speist sich das jeweilige Repertoire aus privaten handgeschriebenen „Liederbücheln“ ebenso wie aus der Klangwelt der gegenwärtigen Medien. In der Zusammenschau der Einzelbelege und deren Herkunft und Verbreitung entsteht ein unverwechselbares Klangbild des vorwiegend spontanen Singens im Pielachtal.

Das zweistimmige Singen in geselliger Runde oder für sich selbst hat in der niederösterreichischen Region Pielachtal, das auch als „Dirndltal“ bekannt ist, eine langjährige Tradition. Im vorliegenden 2. Teil des 14. Bandes der Reihe „Corpus Musicae Popularis Austriacae“ stellen Bernhard Gamsjäger und Walter Deutsch in der Region bekannte und anerkannte Sängerinnen und Sänger mit ihren Liedern vor. Mehr als 640 im Zuge der Forschung zusammengetragene Belege entwerfen ein unverwechselbares gesangliches Klangbild der Region. Angaben über die Herkunft sowie Verbreitung der Lieder kontextualisieren die Forschungsergebnisse.

€ 124.- Bestellung als e-book oder Printausgabe unter: Böhlau Verlag

Buchpräsentation

Die Buchpräsentation findet am 14. Oktober 2025, 14.00-17.00 Uhr, in der Landesbibliothek St Pölten statt, Details auf der Website der NÖ Volkskultur.


Band 1 – Musikalische Brauchformen.

Walter Deutsch und Bernhard Gamsjäger, Wien 2001.

Unter Mitarb. v. Benz, Nicola; Draxler, Dorli; Gamsjäger, Monika; Gschwandtler, Annemarie; Lechleitner, Gerda; Mack, Erna Maria.
Der 14. Band der volksmusikalischen Enzyklopädie Corpus Musicae Popularis Austriacae dokumentiert in drei Teilen das volkstümliche Musikleben in einer niederösterreichischen Region: das Pielachtal. Im vorliegenden ersten Teil werden in Wort, Bild und Ton die musikalischen Brauchformen vorgestellt, die wesentlich das kulturelle Antlitz dieser Landschaft mitbestimmen. Aus historischen Quellen, aber vor allem durch die zwischen 1978 und 1999 erfolgten Forschungen wurde ein Material zusammengetragen, das – nach inhaltlichen und formalen Kriterien geordnet – das Musikleben in diesem Tal so darstellt, wie es sich in der Wirklichkeit des Alltags und der Feste zeigt. In der subtilen Mischung von Alt und Neu, von Tradition und Innovation wird das Bild einer ländlich orientierten Kulturlandschaft nachgezeichnet, sichtbar und hörbar gemacht, in der seit etwa 200 Jahren das Musikleben allen Einflüssen ausgesetzt war, die von der Kirchenmusik, von der Schule, vom Chorwesen und Blasmusikwesen ausgingen. Dadurch präsentiert sich das Pielachtal – wie viele ähnliche Landschaften auch – als ein musikstilistisch weites Feld des Volkstümlichen, bei der die traditionsgebundene Eigenheit einen wesentlichen Teil des vielstimmigen Spektrums repräsentiert.
Auf 450 Seiten mit 280 Fotos und 160 Melodien werden die musikalischen Brauchformen anschaulich dargestellt, wie diese im Pielachtal aus Geschichte und Gegenwart erfassbar waren. Ihre Bezeugung durch musikalische Menschen mit großem Erinnerungsvermögen oder durch Notenhandschriften und Druckwerke erhellt das Geben und Nehmen im Generationswechsel und dokumentiert zugleich das Beharrliche wie das sich Wandelnde im Gefüge des Singens und Musizierens auf der Basis traditioneller Brauchformen.

€ 80,50.-
derzeit vergriffen