Die Rolle der Volksliedwerke in Österreich

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Bild C 311 Zoderarchiv: Volkstanzforscher Raimund Zoder (stehend) und Präsident Bundesrat Ministerialrat Prof. Dr. Karl Lugmayer

In diesem mehrjährigen Editionsprojekt werden Forscherpersönlichkeiten, Musizierpraxis, strukturgeschichtliche Aspekte der Volksliedwerke und des organisierten Musiklebens in den Regionen sowie Verflechtungen mit politischen Systemen in einem vielfältigen Bild bis zur Gegenwart dargestellt. Dabei wird der gesellschaftliche Umgang mit Volksmusik durch Medien, Politik und Tourismus im Wandel der Zeit behandelt. Ziel dieses umfangreichen und in mehreren Medien publizierten Editionsprojekts ist es, institutionsgeschichtliche Lücken zu schließen und die Institutionen und handelnden Personen einer kritischen Analyse und Reflexion zu unterziehen. Dieses Vorhaben soll vor allem die Rolle der Volksliedwerke in der Vergangenheit und Gegenwart klären, Aufgaben für die Zukunft ableiten und eine internationale Sichtbarkeit gewährleisten. Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Säulen der Volksliedwerke: Sammlung, Forschung sowie Vermittlung und Praxis von Volksmusik, Volkslied, Volkstanz und Volkspoesie. Regionale Eigenheiten und unterschiedliche Akzentuierungen sowie das Gemeinsame im Verband der Volksliedwerke werden in der Edition ebenso herausgearbeitet. Als Quellen dienen vor allem bisher unaufgearbeitete Materialien und Dokumente in den Volksliedarchiven.

Anlass für das Editionsprojekt „Die Rolle der Volksliedwerke in Österreich“ ist einerseits das Gedenkjahr 1819. Angeregt durch den damaligen Generalsekretär der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Joseph Sonnleithner, kam es erstmals zur einer strategischen überregionalen Sammelaktion von Volksmusik in der Habsburgermonarchie. Gleichzeitig erschien in diesem Jahr das Liederbuch „Oesterreichische Volkslieder“ von Ziska und Schottky. Andererseits jährte sich 2018 das 100. Todesjahr Josef Pommers, des Gründers des Österreichischen Volksliedunternehmens. Sein Leben und Wirken am Ende der k.u.k. Monarchie ist geprägt durch deutsch-nationale Strömungen dieser Zeit, die sich auch in seinen Volksmusikforschungen und Interpretationen zur Volksmusik widerspiegeln.

Sommerakademie

Im Zuge dessen fanden die beiden Sommerakademien 2017 und 2018 zum Themenschwerpunkt „Erbschaften“ statt.

Jahrbuch

Eine Auswahl an ausführlichen Ergebnisse zum Editionsprojekt „Die Rolle der Volksliedwerke in Österreich“ werden im Jahrbuch Band 67/2019 publiziert. (erscheint im Herbst 2019 im Verlag Bibliothek der Provinz)

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Blatt mit einem Lied für Kaiser Franz I. inkl. Eingangsnotiz im Inventar des Tiroler Volksliedarchivs (© Tiroler Volksliedarchiv/Tiroler Landesmuseen, Inv. Nr. 147; Eingang vermutl. Herbst 1912)

Österreichisches Musiklexikon

Gleichzeitig mit dem Jahrbuch erscheinen online ab Herbst 2019 folgende Kurzbeiträge im Österreichischen Musiklexikon Online (oeml) in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Institut für kunst- und musikhistorische Forschungen  |  Abteilung Musikwissenschaft.

Termin der Pressekonferenz: Di., 26. November 2019, 10:00 – 11:00 Uhr

Inhaltsverzeichnis

Blümml, Emil Karl – Martha Vevera, Wiener Volksliedwerk
* 25.10.1881 [ÖBL: 1885] Wien, † 26.4.1925 Wien. Germanist, Volksliedsammler und -forscher, Lokalhistoriker.

Deutsch, Walter – Irene Egger, Österreichisches Volksliedwerk
* 29.4.1923 Bozen (Bolzano/I). Volksmusikforscher, Komponist.

Geramb, Viktor – Eva Maria Hois, Steirisches Volksliedwerk
* 24.3.1884 Deutschlandsberg/St, † 8.1.1958 Graz. Volkskundler, Sammler und Vermittler von Volkskunst und -kultur.

Gollob, Johann – Eva Maria Hois, Steirisches Volksliedwerk
* 28.8.1850 Soboth/St, † 24.3.1923 Graz. Pädagoge, Volkslied- und Sagensammler.

Halberstadt, Arthur – Eva Maria Hois, Steirisches Volksliedwerk
* 18.4.1874 Wien, † 22.5.1950 Klamm/NÖ. Bankbeamter, Volksmusiksammler und -forscher.

Härtel, Hermann – Eva Maria Hois, Steirisches Volksliedwerk
* 25.7.1949 Irdning/St. Beamter, Autor und Volksmusikforscher.

Jabornik, Viktor – Eva Maria Hois, Steirisches Volksliedwerk
* 22.7.1862 Schwanberg/St, † 21.2.1933 Judenburg/St. Lehrer und Volksmusiksammler.

Kahr, Franz – Eva Maria Hois, Steirisches Volksliedwerk
* 29.9.1870 Passail/St, † 4.11.1931 Graz. Lehrer und Volksliedsammler.

Klier, Karl Magnus – Susanne Schedtler, Wiener Volksliedwerk
* 7.12.1892 Wien, † 29.9.1966 Wien. Volksschullehrer, Volksliedforscher und -sammler.

Koschat, Thomas – Ernest Hoetzl, Kärntner Volksliedwerk
* 8.8.1845 Viktring/K, † 19.5.1914 Wien (begr. Klagenfurt). Sänger, Komponist.

Kotek, Georg – Erna Ströbitzer, Österreichisches Volksliedwerk
* 4.3.1889 Wien, † 2.11.1977 Purkersdorf/NÖ. Jurist, Volksliedpfleger und Sammler.

Lawatsch, Familie –  Eva Maria Hois, Steirisches Volksliedwerk

Volksliedwerk, Burgenländisches – Martin Krenn
Nach der 1904 vom k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht erfolgten Gründung eines Volksliedunternehmens dauerte es auch nach der 1921 vollzogenen Angliederung des Burgenlandes an die Republik Österreich weitere sechs Jahre, ehe am 20.6.1927 ein eigener Arbeitsausschuss für das Burgenland eingerichtet werden konnte.

Volksliedwerk, Niederösterreichisches – Bernhard Gamsjäger, Volkskultur Niederösterreich
Im Zuge des 1904 vom Ministerium für Kultus und Unterricht eingerichteten Volksliedunternehmens am 27.9.1905 gegründeter Arbeitsausschuss zur Erforschung der Volksmusik in Niederösterreich und Wien

Tiroler Volksliedarchiv – Sonja Ortner, Tiroler Volksliedarchiv
Gegründet 1905 als Arbeitsausschuss für das Deutsche Volkslied in Tirol und Vorarlberg.

Zeitschrift „Das deutsche Volkslied“ – Irene Egger, Österreichisches Volksliedwerk
1898 von J. Pommer mit dem Untertitel Zeitschrift für seine Kenntnis und Pflege gegründet und vom Deutschen Volksgesang-Verein Wien bis 1944 herausgegeben.

Artikel in Vorbereitung

 

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Weiterführende Literatur zum Thema folgt.