Forschungen

artistic research

Foto: Volxfest Gmunden 2024, Vincent Salvatore Urban

Artistic research im Österreichischen Volksliedwerk versteht sich als forschungsbasierter Zugang zur künstlerischen Auseinandersetzung mit Volksmusik, Tanz, Brauch und deren gesellschaftlichen Kontexten. Ausgangspunkt bilden historische Quellen aus den Archiven der Volksliedwerke, ergänzt durch aktuelle ethnografische Feldforschung. Diese Materialien werden sowohl analysiert und dokumentiert und bilden gleichzeitig Fakten basierte Grundlage für künstlerische Prozesse, in denen tradierte Ausdrucksformen rekonstruiert, transformiert und neu kontextualisiert werden.

Im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Kunst ermöglicht artistic research, volkskulturelle Praktiken und traditionelle Ausdrucksformen als dynamische, sich wandelnde Phänomene zu untersuchen. Durch performative, choreografische und musikalische Zugänge werden Fragen nach Herkunft, Überlieferung, Bedeutungsverschiebungen und gesellschaftlicher Funktion neu verhandelt. Ziel ist es, neues Wissen sowohl durch analytische Reflexion als auch durch körperlich-sinnliche Erfahrung zu generieren und Volkskultur so als lebendigen Bestandteil gegenwärtiger kultureller Diskurse sichtbar zu machen.

Beispiele

  • 2025: Zeche Hinterfotzing und das Innviertler Zechenwesen im Rahmen des Festivals der Regionen mit Künstler*innen: Magdalena Hubauer, Flora Besenbäck, Marlene Hauser & Angelika Faissner
  • 2025 Workshop Being Moved & Finding Home: „Queering, Tradition and the feeling of home“ A workshop on bubbles and bridges an der Universität für angewandte Kunst Wien, Institut für Bildende & Mediale Kunst, Ortsbezogene Kunst
  • 2023 – 2024: Volxfest – Die Kunst und Kraft des Feierns mit Künstler*innen: Sigurd Johan Heide & Simon Mayer, Johanna Adele Jüssi, Matteo Haitzmann, Tone Ingvaldsen, Ole Nilssen, Hannah Shakti Bühler, Farah Deen, Markus Prieth, Patric Redl, Mario* Sinnhofer, Irma-Maria Troy, Hannah Maria Wimmer und Gäste Guy Corneille und Josephine Rheenen.
  • 2019: traditional ||:performance:|| art Ethnographische Forschung auf der Bühne mit Künstler*innen: Marko Kölbl, PhD, Univ.-Ass., Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie, mdw, Regina Picker, Simon Mayer, Doris Stelzer, Laura Unger, gefördert durch die Stabstelle für Forschungsförderung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
  • Seit 2017: Artistic Reserach für Performance Brunch Format unter der künstlerischen Leitung von Regina Picker 

Feldforschungen

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Feldforschung in Roiten/Niederösterreich 1992

Jenseits der häufig gebrauchten Bilder – die Assoziationen reichen von den Philharmonikern bis zum/r jodelnden ÄlplerIn – ist gerade die musikalische Volkskultur wesentlicher Bestandteil der österreichischen Musikseele. In faszinierender Vielfalt wird in den verschiedenen Regionen musiziert, allerdings kaum vordergründig, selten in einer größeren Öffentlichkeit. Es gehört vielmehr immer ein bisschen Glück und meist auch Geduld dazu, die Musik einer Landschaft in ihrer einzigartigen Form zu erleben, denn weder passiert sie jeden Tag, noch an vorhersehbaren Orten. Sie ist untrennbar mit den BewohnerInnen einer Region, ihrer lebendigen Sprache, ihrer Alltags- und Festkultur verbunden, und sie entsteht gern in geselliger Runde. (Zit. CD-Reihe Musik der Regionen)

Das Österreichische Volksliedwerk und die Volksliedwerke der Bundesländer erforschen und dokumentieren in Form von Feldforschungen diese musikalischen Besonderheiten. Denn sie erweist sich als effizienteste Methode, den primär mündlich überlieferten Musikformen in den verschiedenen Regionen Österreichs nachzugehen und die Lieder und Instrumentalweisen im Lebenszusammenhang zu erforschen. In ansprechenden Publikationen, Liederbüchern, Noten und CDs wird das Gesammelte dokumentiert, um es für die weitere Verwendung zur Verfügung zu stellen.
Gewährspersonen, als auch Forscher*innen sind Persönlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Feldforschung stehen.

Beispiele

Hier eine Liste aus der Datenbank