Das Volxfest – die Kunst und Kraft des Feierns.

Foto Volxfest Gössl 2024, Johannes Starmühler

Das VOLXFEST zeigt, wie die Kunst und Kraft des Feierns verschiedene Ausdrucksformen von Tanz, Musik, Tracht und Brauch zusammenführen kann. Traditionelle Tänze, Discoplattler, queere Elemente sowie performative und interkulturelle Ausdrucksformen haben im Volxfest ihren Platz – zum gemeinsamen Feiern, als Ausdruck von Freude und Zuneigung, aber auch von Trauer und Wut. Im VOLXFEST wird mit der Koexistenz von traditionellen und zeitgenössischen Formen experimentiert: Geplantes trifft auf Spontanes, Choreografien auf den freien Tanzboden. Diese Folge bietet O-Töne von Tänzerinnen und Musikerinnen und Menschen aus dem Salzkammergut sowie den mitwirkenden Künstler*innen, ergänzt durch historische Einblicke aus den Archiven des Österreichischen Volksliedwerks. Eine akustische Reise durch das VOLXFEST ist eine Stunde voller Musik, Tanz, Geschichten und Begegnungen rund um die Themen, „Drahn“, Heimat und miteinander Feiern…

VOLXFEST ist ein Projekt des Choreografen und Performancekünstlers Simon Mayer gemeinsam mit dem Österreichischen Volksliedwerk im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024

Jetzt nachhören: https://cba.media/752582

Zwischen Schellack und Streaming.

Ein Bericht von der Erasmus Fortbildung beim Mediencamp Berlin 2025.

Schlagerliederbuch Radio Wien Berlin

Irene Egger vom Österreichischen Volksliedwerk berichtet vom Mediencamp 2025 in Berlin.
Im Fokus: Community-Medien, redaktionelle Prozesse, Recherchetools, kritische Medienkompetenz, wie erzählen wir Geschichten verantwortungsvoll – und die zentrale Frage, wie Journalismus heute zwischen Ehrenamt und Profession gelingen kann?

Mit dabei: Einblicke in die Redaktionen von „The Pioneer“ und dem freien Radio Pirado. Dazu rare Archivaufnahmen aus dem Österreichischen Volksliedwerk, Geschichten aus der DDR-Folk- und Metal-Szene und Musik von Bernhard Eder, Matteo Haitzmann, Keimzeit, Notentritt u. v. m.
Ein Streifzug durch Mediengeschichte, Berlin-Vibes und Zukunftsfragen der Medienarbeit.

Jetzt reinhören: https://cba.media/709577

Heischebräuche der Kinder rund um Neujahr.

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Glöcklerkinder in der Gosau

Heischebräuche sind in großer Zahl zwischen Weihnachten und der letzten Raunacht verbreitet, speziell solche, bei denen Kinder von Haus zu Haus ziehen. Sie überbringen Glück- oder Segenswünsche, Sprüche, sowie Lieder. Ihre Darbietungen werden mit Gegengaben wie Geld oder Süßigkeiten belohnt. Heischen gehen steht für gelebtes Gemeinwohl und ist eng mit gesellschaftlichen Normen und Werten des Spendens verknüpft. Denn Feste und Rituale wie diese geben Menschen Orientierung – gerade in unsicheren oder weniger vertrauten Lebenssituationen.

In dieser Sendung erzählt Irene Egger vom Österreichischen Volksliedwerk von Heischegängen wie Glöckeln, Sternsingen uvm. Dazu werden auch musikalische Kostproben zu hören sein, speziell aus dem neuen Kinderbuch „Mucks die Maus im Festebrauch – Feste feiern mit Kindern“, hg. vom Österreichischen Volksliedwerk und Österreichischen Integrationsfonds. Denn Feste und Bräuche geben Menschen Orientierungen auch in weniger vertrauten Lebenswelten.

nachzuhören: https://cba.fro.at/592831

Musiker*innen, Lehrer*innen und Forscher*innen im Portrait

In dieser Sendereihe zeichnet Irene Egger vom Österreichischen Volksliedwerk musikalisches Portraits von Musiker*innen, Lehrer*innen und Forscher*innen Volker Derschmidt, Peter Windhofer und Hermann Fritz. Es geht um ihre musikalischen Prägungen innerhalb der Familie, um ihre Vorbilder, aber auch um ihre Schüler*innen, denn ihr musikalisches Wirken ist vielseitig. Sie alle sind prägend für eine regionale Musikkultur und für Nachfolgegenerationen, die weit über ein lokales Umfeld hinausreichen.

nachzuhören unter:

Volker Derschmidt, Geiger im Portrait
Volker Derschmidt: https://cba.media/462346
Peter Windhofer: https://cba.media/709875
Radiosendung Musiker im Portrait
Hermann Frit: https://cba.fro.at/531792

alle Fotos: Herbert Zotti, Archiv des Österreichischen Volksliedwerks

Vergangene Sendungen im Freien Radio Salzkammergut

2021: Wir protestieren. Auf den Spuren aktueller und historischer Protestlieder: https://cba.media/507214
2019: Die Natur im Winter in musikalischen Bildern: https://cba.media/439906
2018: 200 Jahre „Stille Nacht – heilige Nacht“: https://cba.media/439905
2017: Einblicke in die Sommerakademie 2017 zum Thema Erbschaften: https://cba.media/328758

Informationen und zum Nachhören auch auf: www.freiesradio.at

1.1.1967 – 11.7.2020.

Herbert Krienzer stimmt an, gibt uns Tempo und Töne vor, wir stimmen ein und lassen uns von ihm tragen.
Herbert Krienzer verstand es als ausgebildeter Pädagoge (Hauptschullehrer für Musik und Mathematik) Menschen für das Lernen zu begeistern. Seinen Lehrberuf tauschte er gegen die Mitarbeit im Steirischen Volksliedwerk. Von 1996 bis 2013 war Herbert als fester Mitarbeiter, später als freier Mitarbeiter, Referent und Vereinsbeirat beim Steirischen Volksliedwerk tätig. In zahlreichen Kursen und Seminaren gab er das Wissen und die Begeisterung für seine beiden großen Leidenschaften Natur und Musik an Interessierte jeden Alters weiter. Mit viel Empathie verstand er es die Menschen für das Singen, Jodeln, Musizieren und Tanzen, speziell in der freien Natur zu begeistern und sie zu einer mehrstimmigen Melodie zusammenzuführen. Stets entwickelte er dafür neue Vermittlungsmethoden und Formate, die weit über die Steirischen Landesgrenzen hinaus angenommen wurden und auch Nachahmung fanden, so zum Beispiel die Jodler-Tankstelle von Oanano in Wien. Auch im Team des internationalen Jodelfestes OU war er Impulsgeber und fixes Teammitglied. Als Musikant, Wanderführer und Freund hat er viele begleitet und viel gegeben.
Nun ist am 11.7. Deine Stimme verklungen, doch wir sind uns sicher, das Echo Deines Wirkens wird uns entgegen hallen und uns viele Wege weiter begleiten.

 

Quelle: Steirisches und Österreichisches Volksliedwerk

Foto: Herbert Krienzer bei der Sommerakademie des Österreichischen Volksliedwerks „Volkskultur als Dialog – Formen der Vermittlung Konzepte für morgen“ bei seinem Workshop   „Jodeln: zwischen Tradition und Wellness 2011, Herbert Zotti

musizieren auf der Hüttenbank, jodeln auf der Bergspitze, Geige spielen an der Weinstraße, Burgkonzerte bei Sonnenuntergang, musikalische Kräuterwanderungen, Klängen am Wasser lauschen, auf der taufrischen Wiese tanzen…


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Auf dieser Seite finden sich Kurse, Seminare und Workshops zum Singen, Musizieren, Tanzen, Jodeln sowie Festivals mit Volksmusik, verwandten Musiksparten und im interkulturellen Austausch an unterschiedlichen Orten in Österreich und in angrenzenden Gebieten. Die Angebote reichen von Singen in Kleingruppen, Tanzen im Generationenverband über Musiziertage für unterschiedliche Instrumente und Ensemblebesetzungen bis hin zum Einzelunterricht.

Sie richten sich an Erwachsene, Kinder, Familien, bestehende Ensembles und Menschen, AnfängerInnen wie Fortgeschrittene, die auf der Suche sind gemeinsam zu musizieren und musikalische Erlebnisse zu teilen.

Die VeranstalterInnen sind die Volksliedwerke der Bundesländer, sowie ihre Mitglieder und Partner, verwandte Einrichtungen und private AnbieterInnen, die unseren Qualitätsanforderungen entsprechen und eng mit uns zusammenarbeiten. Spezifisches Können und die jeweiligen Schwerpunkte der ReferentInnen geben den Veranstaltungen ihre individuelle Prägung. Die unterschiedlichen Beherbergungsbetriebe und -arten sowie die Gemeinden fungieren dabei als Partner. Gemeinsam mit allen werden die musikalischen Reisen zu einem einmaligen Erlebnis.

anbieten

AnbieterInnen und Beherbergungsbetriebe von Kursen, Seminaren, Workshops und Festivals sind ab sofort herzlich eingeladen, nach Registrierung ihre Angebote hier einzutragen. Wir freuen uns auch, wenn bereits eingegebene Veranstaltungen von den Einzelnen überarbeitet werden. Dabei ist zu beachten: die Veranstaltungen müssen zu den beschriebenen Kriterien passen und eine Reise wert sein. Bei Unklarheiten helfen wir gerne, auch Anregungen sind jederzeit willkommen. In unseren Newslettern werden ausgewählte Programme näher angekündigt.

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Programm für 2022 / 2023

Diese Seite wurde vom Österreichischen Volksliedwerk zusammen mit dem Veranstalter Verband Österreich, unter Mitwirkung von ReferentInnen und KursteilnehmerInnen entwickelt.

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Ausschreibung 2022.

Die Vergabe des Hubert von Goisern Kulturpreises erfolgt einmal jährlich. Gemeinsam mit einer Jury wählt Hubert von Goisern Künstlerinnen und Künstler aus, deren Schaffen und Streben Förderung verdient und nötig hat. Die finanzielle Unterstützung durch den Kulturpreis soll die Preisträger ermutigen, ihre Arbeit fortzusetzen, ihre Kreativität auszuleben, die Öffentlichkeit daran teilhaben zu lassen und Anderen eine Inspiration zu sein.

Bewerbungen für den Hubert von Goisern Kulturpreis 2021 werden noch bis zum 13. März 2022 entgegengenommen. Aus organisatorischen Gründen bitte ausschließlich über untenstehenden Link. Physische Bewerbungen können nicht berücksichtigt werden. Sollten sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an: kulturpreis@hubertvongoisern.com

Details


Die junge Musikerin und Intendantin Julia Lacherstorfer gewinnt mit ihrem neuen Solo-Debüt Spinnerin den Hubert von Goisern Kulturpreis 2020.

Mit ihrem neuen Solo Debüt Spinnerin begibt sie sich auf eine musikalische Spurensuche nach einer weiblichen Perspektive im österreichischen Liedgut und wirft zunächst Fragen auf: Wo sind all die Lieder, die von Verlusten und Überforderungen, Sehnsüchten und vom stillem Ertragen einerseits, andererseits von Verführung, Wut und Verweigerung erzählen?

In der österreichischen Volksmusik wimmelt es zwar von Liebesliedern, in denen schöne Mädchen besungen und umworben werden. Beschrieben wird dann das herzige Dirndl, das bestenfalls kokettiert. Erotische Lieder erzählen wie der weibliche Körper in einem Feldzug erobert wird. In vielen Volksliedern wird das alltägliche Leben aus einer männlichen, aktiven Perspektive geschildert – die weibliche Rolle bleibt eindimensional, beobachtend, passiv. Weniger bekannte Balladen, Küchen- Spinnstuben- und Schlaflieder berichten von der Lebensrealitäten der Frauen, ihrer Arbeit, ihren Ängsten, ihren Sehnsüchten und ihrer Fürsorge. Wer sich also auf die Suche nach einer weiblichen Perspektive im österreichischen Liedgut macht, muss sich wie Julia Lacherstorfer seinen Weg erst ebnen. Für dieses Solo Debüt durchforstete sie die vielfältigen Materialien der Volksliedarchive, um Vergangenheit und vergessen Geglaubtes sowohl musikalisch, als auch narrativ in die Gegenwart zu transferieren. Ihre musikalischen Mittel sind dabei so vielfältig, wie die Lebensrealitäten jener Frauen, deren Geschichten sie erzählt.

Julia Lacherstorfer

Aufgewachsen in Bad Hall, Oberösterreich, begann sie schon früh in ihrem familiären Umfeld zu musizieren. Julia Lacherstorfer studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und der Anton Bruckner Privatuniversität Linz. Sie schloss Ihren Bachelor of Arts im Bereich Jazz und improvisierte Musik sowie Violine mit Auszeichnung ab und arbeitet seit 2011 als freischaffende Musikerin und Komponistin mit der Gruppe ALMA und Ramsch und Rosen. Unter anderem ist sie auch gemeinsam mit Simon Zöchbauer Intendantin des Musikfestivals Wellenklaenge in Lunz am See. Das aktuelle Programm geht in Kürze Online.

Foto: Daliah Spiegel

Hubert von Goisern Preis

Dieser Preis wird jährlich zur Förderung von Talent und Beharrlichkeit vergeben für außerordentliches Engagement und Leistungen im Bereich Kunst und Kultur im Allgemeinen, insbesondere aber der Musik. Zur Unterstützung inspirierter und inspirierender Menschen sowie zur Förderung innovativer Lösungen und Ideen die dem Gemeinwohl zugutekommen. Die Auszeichnung ist mit jährlich 15.000 Euro dotiert und für zehn Jahre ausgelobt.

Dieser Preis ist gemeinsam mit dem Schulprojekt „Komm, wir singen!“ des Österreichischen Volksliedwerks ein Beitrag von Hubert von Goisern junge Menschen für das Musizieren zu begeistern. Sein gesellschaftliches Engagement  den öffentlichen Kürzungen in der Musikausbildung und den oft prekären Situationen von Musikschaffenden entgegen zu wirken.

Weitere Informationen

https://www.julialacherstorfer.at/
https://www.hubertvongoisern.com/kulturpreis/index.html

Flüchtig ist der erste Roman aus der Feder von Hubert Achleitner, vielen besser bekannt als der Musiker Hubert von Goisern. Das Buch ist bei Zsolnay im Mai 2020 erschienen.

Ein Gruß aus dem Archiv

Corona hoch erhoben aus diesem Erdental…

Dieses Wallfahrtslied sandten OSR Karl Kager und Hans Hantich aus St Corona am Wechsel Anfang des 21. Jahrhunderts für die Publikation der Volkskultur Niederösterreich (Hg.) „Alle Heiligen Zeiten. Lieder und Texte im Jahreskreis“ ein.

Corona war eine frühchristliche Märtyrerin aus dem Ägypten oder Syrien, welche in jungen Jahren grausam hingerichtet wurde, indem man sie an zwei gebeugte Palmen band und bei deren Emporschnellen sie zerrissen wurde. Schon bald begann in Europa ein Heiligenkult um Corona.  Durch Kaiser Otto III. (980-1002) wurden erste Reliquien nach Aachen und weitere im 14. Jahrhundert nach Prag gebracht. Auch die Benediktinermönche förderten den Kult und Corona wurde in Österreich sehr verehrt. St Corona am Wechsel oder am Schöpfl, Altäre und Hauszeichen zeugen noch heute davon.

Die Schutzpatronin wird bei Geldangelegenheiten, bei Glücksspiel und wie sollte es anderes sein bei Seuchen um Hilfe angerufen. Nicht umsonst heißt es in der 3. Strophe: „Darum Hilf Stärke uns erlangen in diesem Erdenstreit, dass einst auch wir empfangen des Himmel Seligkeit. Corona!“ Mögen uns die Zeilen antiquiert in Zeiten der Ökumene und kulturellen Vielfalt unpassend erscheinen, so haben Wallfahrten, Wallfahrtslieder und Fürbitten an Heilige Menschen in Not stets beruhigt und Ihnen geholfen  extreme Situationen zu bewältigen. Sehen wir daher das Lied der Heiligen Corona mehr als Hilfe und als Symbol für unsere eigene Kraft Zeiten des Corona Virus zu überstehen. Möge der Virus am Tag der Heiligen Corona am 14. Mai 2021 hoffentlich vorüber sein.

 

 

Am 5. Februar ist Dr. Rudolf Pietsch nach längerer schwerer Krankheit verstorben. 1951 in Wien geboren hat Rudi Pietsch als Musikant, Vermittler, Forscher und Mensch zahlreiche Menschen in und rund um die Volksliedwerke gefördert, bewegt und geprägt. Neben seiner Tätigkeit als Assistenzprofessor (Institutsleitungsstellvertreter)  am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (1981-2016) lehrte er bei zahlreichen Seminaren und Musikantenwochen der Volksliedwerke das Geigen- und Ensemblespiel, Singen und Jodeln. Unabhängig von Motivation, vom Wissen und Niveau der Musizierenden hat Rudi Pietsch sie abgeholt, in bestehende Gruppe integriert und vom Musizieren begeistert. Speziell die Burgenländische Musikantenwoche wurde von Rudi Pietsch 38 Jahre mitgetragen und mitgestaltet.

Als Gründer und Primas der Tanzgeiger und in anderen Formationen begeisterte er bei Veranstaltungen, Festivals, Stammtischen der Volksliedwerke und darüber hinaus. Besonders den Steirischen Geigentag hat er gemeinsam mit seinem Freund Hermann Härtel von Beginn an über viele Jahre prägend begleitet. Auch hier war es sein Anliegen, die Menschen zum Musizieren und Mitmachen zu bewegen.  Er spielte zum Tanz auf und unterhielt die Menschen mit fundierten Geschichten und unterhaltsamen Anekdoten. Konzertsäle wie spontan zusammengefundene Runden wusste er musikalisch zu faszinieren und machte damit das Musikerlebnis zum Genuss. Dabei griff er auf sein reiches Wissen zurück, das er sich bei zahlreichen Feldforschungen im In- und Ausland angeeignet hat und in seine eigene Musiksprache übersetzte. Er forschte unter anderem in Pennsylvania, im Innviertel 1978/79, im Pongau 1986, im Schneeberggebiet und oftmals im Salzkammergut. Tondokumente, Fotos, Aufsätze, Artikel im Jahrbuch und in den Zeitschriften der Volksliedwerke sowie von verwandten Institutionen sind Zeitzeugnisse seines Wissens und Wirkens, die in den Volksliedarchiven für weitere Generationen erhalten bleiben. Diese Archivmaterialien sind Zeugnisse des traditionellen Geigenspiels in seinen speziellen, regionalen wie lebensbezogenen Ausprägungen. Dass diese Tradition lebendig ist und in Zukunft weiterlebt, ist letztlich ein großer Verdienst von Rudi Pietsch.

Lieber Rudi, wir, der Verbund der Volksliedwerke mit seinen Mitgliedern wünschen Dir einen Himmel voller Geigen!

Bild: von li n. re: Walter Burian, Rudi Pietsch, Alois Blamberger bei und Foto von Gerlinde Haid, 1977

Singen in der Weihnachtszeit.

Anlässlich des Jubiläums 200 Jahre Stille Nacht (2018) führte das Österreichische Volksliedwerk im letzten Jahr eine Umfrage mit offenen Antworten durch, um die Bedeutung sowohl des Liedes „Stille Nacht – Heilige Nacht“ wie auch anderer Weihnachtslieder und Informationen über das weihnachtliche Singen abzufragen.  150 Personen sind der Aufforderung gefolgt und geben mit ihren Antworten einen Einblick in das Musizieren rund um die Weihnachtszeit in Österreich.[1]

„Stille Nacht – Heilige Nacht“

Von den 100 Personen, die älter als 25 Jahre waren, gaben fast alle an das Lied „Stille Nacht – Heilige Nacht“ am Weihnachtsabend in der Familie zu singen. Die Hälfte davon singt drei Strophen, 50 Personen etwas weniger bzw. mehr als drei Strophen. 60 Prozent gaben an, dass Stille Nacht – Heilige Nacht für sie das bedeutendste Lied rund um das Weihnachtsfest darstellt. Das Singen dieses Liedes ist zentraler Bestandteil der weihnachtlichen Bescherung und des privaten Feierns in der Familie. Rund 40 Personen singen es auch in der Christmette. Ein Drittel gaben an, das Lied auch mehrstimmig zu singen bzw. mit Instrument zu begleiten. Das Lied und auch das Singen erzeugt bei den Befragten eine eigene Stimmung, die Melodie berührt sie, wirkt festlich. Bei einigen Personen über 55 weckt es Erinnerungen an die Kindheit. Tonaufnahmen des Liedes spielen nur bei wenigen Personen, die damit eine ganz persönliche Erinnerung assoziieren, eine Rolle. Meist wird das Lied zufällig im Radio oder im Kaufhaus mitgehört. Einige gaben an, dass sie das als störend empfinden, denn es nimmt dem Lied seine Bedeutung. Beliebt sind Aufnahmen von Chören. Etwas anders verhält es sich bei den befragten Schulkindern aus Wien. Jenes Drittel ohne christlichen Glaubens feiert in den Familien teilweise Weihnachten mit Essen und Familienbesuchen und auch Geschenken, jedoch wird das weihnachtliche Singen und damit auch das Lied „Stille Nacht – Heilige Nacht“ in diesem Zusammenhang nicht praktiziert. Jene Kinder ohne Migrationshintergrund singen das Lied wie alle anderen befragten Personen rund um das Weihnachtsfest.

Beliebte Weihnachtslieder 

Auf die Frage welche anderen Weihnachtslieder die Befragten singen, haben uns die meisten drei mehr oder weniger bekannte, in Summe 59 Lieder genannt. Die Mehrfachnennungen gehen von „Adeste fideles“ bis „Zu Betlehem geboren“. In allen Altersklassen sind auch anderssprachige Lieder vertreten. Die meisten Nennungen sind Weihnachtslieder aus dem deutschsprachigen Raum. Jene die unter den Befragten aus dem (musik-)pädagogischen Bereich waren, gaben an Weihnachtslieder mit ihren SchülerInnen zu singen. Alpenländische Weihnachtslieder sind bei allen Befragten kaum vertreten. Lediglich das in der alpenländischen Tradition komponierte Lied „Es wird scho glei dumpa“ von Anton Reidinger liegt mit 24 Nennungen relativ weit vorne, speziell in der Altersgruppe der 20-55 Jährigen. Die in allen Altersgruppen am häufigsten genannten Weihnachtslieder sind „Oh Tannenbaum, Leise rieselt der Schnee und Ihr Kinderlein kommet“.

Tonbeispiele

Alte Schellackaufnahmen als audiotracks  auf dieser Seite zu „Oh Tannenbaum“ und zu „Leise rieselt der Schnee“  spiegeln die Lieder im Geschmack musikalischen Inszenierens der Zwischenkriegszeit wider.
1. Leise rieselt der Schnee,  Schellackaufnahme mit Bielefelder-Kinderchor
2. O Tannenbaum, Schellackaufnahme mit Chor u. Orchester d. Staatsoper Berlin
Das 3. Beispiel eine Version von „O Tannebaum“ ist eine Hommage an den heuer verstorbenen Musiker Drehleierspieler Eberhard Kummer
Oh Tannenbaum, aus: Eberhard Kummer und Helga Maria Wolf „Lieder zur Leier&Wissenswertes von Weihnachten“ 

[1] Die Fragen wurden sowohl mittels Onlinefragebogen als auch persönlich und im Rahmen der Stille Nacht Ausstellung am Treffpunkt Operngasse beantwortet. Die meisten Befragten haben die österreichische Staatsbürgerschaft, der Rest verteilte sich über den ganzen Kontinent. Etwa die Hälfte gaben an musikalische Grundkenntnisse zu besitzen. Von diesen hatten etwas mehr als die Hälfte eine höhere musikalische Bildung aufzuweisen. Befragt wurden Personen unterschiedlichen Alters, im Umkreis der Volksliedwerke und unter den Ausstellungsbesuchern. Die jüngsten waren Volksschulkindern aus Wien,ein Drittel davon Kinder nicht christlichen Glaubens, der älteste Teilnehmende 81 Jahre alt.  Somit sind die Zahlen nicht repräsentativ für Österreich zu werten, aber dennoch kann aus den Ergebnissen eine Tendenz zum weihnachtlichen Singen abgelesen werden.

Danke für die Unterstützung

ARGE_Christbaum_Internet

 

Sechs neue Artikel zu Personen aus der Volksmusikforschung sind im Österreichischen Musiklexikon Online.

„Die Rolle der Volksliedwerke in Österreich“ ist ein mehrjähriges Editionsprojekt zur Aufarbeitung der Geschichte der österreichischen Volksliedwerke und ihrer Protagonisten. Ziel ist es institutionsgeschichtliche Lücken der Volksliedwerke zu schließen und handelnden Personen einer kritischen Analyse und Reflexion zu unterziehen. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage

Mehr zum Projekt

Bild: Viktor Zack zeichnet Lieder auf, Oberes Murtal um 1905 (© Steirisches Volksliedarchiv)

em. o. Universitätsprofessor Dr. Konrad Köstlin erhält das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

Das Österreichische Volksliedwerk gratuliert seinem Vizepräsident em. o. Universitätsprofessor Dr. Konrad Köstlin. Der Bundespräsident hat ihm das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse verliehen. Die Überreichung erfolgte durch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner am Dienstag, den 29. Oktober 2019, um 12.00 Uhr im Landtagssaal in St. Pölten.

Mit dieser Auszeichnung findet das umfassende Wirken Konrad Köstlins für die Volkskultur und Volkskulturforschung in Österreich eine würdige Anerkennung. Neben seiner universitären Laufbahn als Professor für Europäische Ethnologie an der Universität Wien, widmet er sich ehrenamtlich zahlreichen Aufgaben und  Projekten, die zur Weiterentwicklung der Volkskultur in Österreich beitragen. Dazu zählen seine Tätigkeiten in der Wissenschaftlichen Kommission des Österreichischen Volksliedwerks und als Präsident (dzt. Kuratoriumsmitglied) im Verein des Volkskundemuseums und im Beirat am Institut für Volkskultur und Kulturentwicklung, Tirol. Er war Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (DGV), darüber hinaus langjähriger Vorsitzender der Société internationale d’ethnologie et de folklore (SIEF) und im Wissenschaftlichen Beirat im Touriseum, Südtiroler Landesmuseum für Tourismus sowie Gutachter für die österreichische UNESCO-Kommission. Als Programmgestalter der jährlichen Sommerakademie des Österreichischen Volksliedwerks, der Kamingespräche der Volkskultur Niederösterreich und der Zukunftsgespräche der Bundesarbeitsgemeinschaft Volkstanz gab er neue Themen und Blickwinkel auf die Volkskultur aus der Perspektive einer modernen Gesellschaft vor. Dazu zählt auch die Wissenschaftliche Leitung des FWF Projekts des Volkskundemuseums Wien gemeinsam mit den Projektmitarbeiterinnen Birgit Johler und Magdalena Puchberger. Hier galt es „Museale Strategien in Zeiten politischer Umbrüche“ des Österreichischen Museums für Volkskunde in den Jahren 1930-1950“ zu beleuchten.

Zahlreiche Artikel  in wissenschaftlichen Fachpublikationen, aber auch in Zeitungen der Volkskultur geben nachhaltig Anregungen und Einblick, dass Volkskultur einen lebendigen Dialog und eine Antwort auf Globalisierung in unserer Gesellschaft darstellt.

Presseinformation Konrad Köstlin

Fotos

Ehrung K_Köstlin_29102019_DSC_4946

Ehrung Konrad Köstlin durch Landeshaupftrau Johanna Mikl-Leitner
copyright: Herbert Zotti

Konrad Köstlin bei seiner Ehrung am 29.11.2019 mit seinem Enkel Jakob
copyright: Herbert Zotti

Sommerakademie „Volkskultur als Dialog“ 2019 und 2018
copyright: Herbert Zotti

Zukunftstagung

Prof. Dr. Konrad Köstlin mit Geschäftsleiterin Irene Egger und Präsident Josef Pühringer bei der Zukunftstagung des Österreichischen Volksliedwerks
copyright: Andi Koepp

Rückfragehinweis:
Mag. Irene Egger, irene.egger(at)volksliedwerk.at
T: +43/1/5126335-14