gleich zwei Petitionen unterzeichnen!

Dr. Josef Pühringer, Präsident des Österreichische Volksliedwerks, Landeshauptmann a.D.  blickt angesichts der ungeklärten Situation über die Öffnungsschritte im Musikleben, besorgt auf die Vielfalt der Musikszenen Österreichs.  Unabdingbar müssen deshalb rasche und gezielte Öffnungsschritte in diesem sehr breiten Feld berücksichtigt, sowie die Musikbildung gestärkt werden. Denn das Singen und Musizieren erfüllt im gesellschaftlichen Zusammenleben vorrangig soziale Funktionen.

Covid-19 hat die Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens stark verändert und der Virus diktiert nun seit 15 Monaten die Musikausübung in Beruf, Bildung und Freizeit. Alle Formen des Musizierens, sind seit 15 Monaten so gut wie verboten. Doch wir singen, um uns zu freuen, um jemanden hoch leben zu lassen, aber auch um Trauer und Wut auszudrücken. Sprich Musik spiegelt unsere Emotionen wider, was besonders in Zeiten der Krise eine wichtige Funktion einnimmt. Musikalischer Stillstand herrscht nicht nur im Freundes- und Familienkreis, sondern auch im sogenannten Amateurmusikbereich, der neben Vereinen, Chören und Musikkapellen auch kleinere Musikgruppen, Sängerrunden, Stammtische und lose Zusammenkünfte betrifft. In Seniorenheimen und anderen betreuten Einrichtungen, in Kindergruppen, in Pfarren trägt Singen zur psychischen und physischen Gesundheit bei. Vergessen wird dabei auch der wirtschaftliche Schaden von MusikerInnen, Vereinen und regionalen Kleinveranstaltern, die zwar nicht ausschließlich von Musik leben, aber dennoch auf diese Einkünfte angewiesen sind.

Mit dem Musikverbot durch Corona und der seit Jahren stetigen Verschlechterung in der Musikbildung im Allgemeinen kommt es immer mehr zu starken Defiziten: Das betrifft sowohl die formale Bildung in Schulen, als auch den informellen Bereich in der Erwachsenenbildung. Nur durch das Sicherstellen einer qualitativ hochwertigen Musikbildung kann die Vielfalt des Musiklebens in Österreich auch nach der Krise bestehen bleiben.

„Deshalb rufe ich als Präsident des österreichischen Volksliedwerks dazu auf, die Petitionen zu unterzeichnen, um gemeinsam sinnvolle Zukunftsperspektiven für diese vielfältigen und auch sehr unterschiedlichen Bereiche und Szenen entwickeln zu können.“

https://mein.aufstehn.at/petitions/lasst-uns-wieder-musizieren
https://www.openpetition.de/petition/online/musik-braucht-eine-stimme-im-bildungswesen

Familienmusiken.

Singen und Musizieren in den Familien ist ein Geschenk! Gerade in der Zeit der kulturellen Stille möchte das OÖ. Volksliedwerk zusammen mit den OÖNachrichten singende und musizierende Familien im Land kennenlernen. Ob Duo, Drei- oder Viergesang, ob Saitenmusik, Weisenbläser, Harmonikaduo oder „z’ammgwürfelte“ Instrumentenkombinationen – viele Familien haben bis zum 30. April eingereicht!

Hier ein Einblick in die vielen Familienmusikgruppen in Oberösterreich: https://www.nachrichten.at/aktionen/familienmusik/teilnehmer/

Als Dankeschön gibt es Noten aus dem Sortiment des OÖ. Volksliedwerks.


So geht‘s:

  • Das Video soll ohne großen Aufwand gedreht werden. Einfach das Handy fix positionieren (nicht in der Hand halten), auf einen hübschen Hintergrund und genügend Licht achten – und los geht’s
  • Teilnehmen können alle Familien aus Oberösterreich, die gemeinsam Alpenländische Volksmusik machen
  • einfach bis 30. April ein Video mit einer maximalen Länge von drei Minuten erstellen und per WeTransfer einsenden unter www.nachrichten.at/familienmusiken

Checklist: Das brauchen wir:

  • Die Namen aller Beteiligten
  • Bitte auch ein Foto der Musikanten mitschicken
  • Bitte geben Sie, sofern bekannt, den Urheber/die Urheberin des Stückes. Das Volksliedwerk kümmert sich um die Lizenzen. Wenn das Video an anderen Orten öffentlich abgespielt wird, gilt die Lizenz nicht.
  • Falls der Urheber unbekannt ist oder das Musikstück selbst komponiert wurde, bitten wir, das Notenmaterial als Foto oder PDF hochzuladen.
  • Die Videos werden auf nachrichten.at, dem Youtube-Kanal des Volksliedwerks und in verschiedenen Social-Media-Plattformen veröffentlicht.
  • Die Videos werden inklusive der Angaben zur Familie in das Archiv des OÖ. Volksliedwerkes aufgenommen, um langfristig ein Abbild der Familienmusiken in diesem speziellen Jahr 2021 zu dokumentieren. Die teilnehmenden Gruppen erhalten eine Zusammenfassung der Feldforschungsergebnisse.
  • Um Familienmusiken in Oberösterreich in einer möglichst großen Bandbreite und Vielfalt vorstellen zu können, behält sich die Redaktion das Recht vor, eine Auswahl aus den Einsendungen zu treffen. Es besteht kein Recht auf eine Veröffentlichung.
  • Wir bitten, Ihre Adressdaten in die Adressdatenbank zur Zusendung von Informationen aus dem OÖ. Volksliedwerk aufnehmen zu dürfen. Diese können jederzeit abbestellt werden.
  • Als Dankeschön erhält jede Familienmusik passende Noten aus dem Sortiment des oberösterreichischen Volksliedwerks.

Weitere Informationen: Oberösterreichisches Volksliedwerk

Foto: Familienmusik Bruckner aus Inzersdorf im Kremstal

Wir tragen einen Mund-Nasen-Schutz sind aber nicht mundtot.

Unter diesem Motto haben wir 2 Lieder ausgesucht, die man nun bei uns als Mund-Nasen-Schutz bestellen kann:

Die Gedanken sind frei! Wer kann sie erraten?

Mit’n Mund schweigt sie still, mit die Aug‘n redt sie viel

Wenn schon kein Lied auf den Lippen erlaubt ist, so zumindest als Mundschutz im Gesicht zu tragen, zu bestellen unter office(at)volksliedwerk.at

€ 9,- zzgl. Versandkosten

Auf Grund der aktuellen Lage betreffend Covid-19 hilft der Mund-Nasen-Schutz gegen Ansteckung. Nur so können die Infektionszahlen sinken und wir hoffentlich bald wieder gemeinsam singen, tanzen, lachen….

„Volksmusikland Lernen“ startet mit einem neuen Videokanal.

Solange Singen und Musizieren in Schulen und in öffentlichen Settings nicht möglich ist, bieten wir hier mit diesen Videos Lernmöglichkeiten für zu Hause.

Auf dem YouTube Channel des Österreichischen Volksliedwerk finden sich ab nun laufend Videobeiträge, die Lust machen sollen selber zu singen und zu musizieren.  Die Musikpädagogin Sabine Schörghofer aus Salzburg startet mit einem Gstanzlied „Hintern Bam vordern Bam“. Zu diesem und vielen weiteren Liedern finden sich auf http://www.volksmusikland.at/lernen Anregungen, Ideen und Methoden zur Musikvermittlung für Schulen, Kinder, PädagogInnen, lose Initiativen, Gruppen und Vereine.  Beschrieben werden ausgewählte „good-practice“ Projekte aus ganz Österreich, die im Rahmen des Schulprojektes „Mit allen Sinnen“ durchgeführt wurden.

Die Auswahl bietet mannigfache kreative Herangehensweisen zur Erarbeitung verschiedener Themen der Volkskultur. Der (thematische) Kanon reicht dabei von Brauchtum im Jahres- und Lebenskreis über Arbeit und Freizeit, Migration und Integration bis zu regionalen Besonderheiten und deren Relevanz für die dort lebenden Menschen. Neben einem Projektbericht sind passendes Ton-, Noten- und Bildmaterial, Hintergrundinformationen zu den Liedern und Tänzen und zu den ausführenden MusikerInnen, Quellen sowie weitere Arbeitsmaterialien mit Vermittlungsmethoden auf der Seite enthalten.

YouTube Channel

www.volksmusikland.at/lernen

Im Portrait: Volker Derschmidt, Peter Windhofer, Hermann Fritz, Klaus Neuper.

In einer vierteiligen Sendereihe zeichnet Irene Egger ein musikalisches Portrait dieser Musiker, Lehrer und Forscher. Es geht um ihre musikalischen Prägungen innerhalb der Familie, um ihre Vorbilder, aber auch um ihre Schüler, denn ihr musikalisches Wirken ist vielseitig. Sie alle sind prägend für eine regionale Musikkultur, die weit über ein lokales Umfeld hinausreicht und auch für musizierende Nachfolgegenerationen von großem Interesse.  Die Gespräche wurden im Rahmen von Diskussionen bei den Sommerakademien 2017/18 zum Thema Erbschaften aufgezeichnet

SONY DSC
Volker Derschmidt, Foto Herbert Zotti

Volker Derschmidt

Mittwoch, 5. August 2020, 12.05 Uhr,
Wiederholung:  Sonntag, 9. August 2020, 12 Uhr

L1020055
Peter Windhofer, Foto: Herbert Zotti

Peter Windhofer

Mittwoch, 19. August 2020, 12.05 Uhr,
Wiederholung: Sonntag, 23. August, 12.00 Uhr

Weitere Sendetermine folgen und dann jederzeit zum Nachhören auf:
www.freiesradio.at

Irene Egger vom Österreichischen Volksliedwerk produziert für das Freie Radio Salzkammergut Sendungen zu aktuellen Themen der Volksmusik. In ihren Sendungen sind stets Raritäten aus dem Archiv des Österreichischen Volksliedwerks zu hören. Dabei spielen Beziehungen und Gegenüberstellungen zu anderen Musikrichtungen zu populären Strömungen und zur Kunstmusik in Vergangenheit und Gegenwart eine wichtige Rolle.

Vergangene Sendungen im Freien Radio Salzkammergut

2019: Die Natur im Winter in musikalischen Bildern
2018: 200 Jahre „Stille Nacht – heilige Nacht“
2017: Einblicke in die Sommerakademie 2017 zum Thema Erbschaften

Zum Nachhören auf:
www.freiesradio.at

1.1.1967 – 11.7.2020.

Herbert Krienzer stimmt an, gibt uns Tempo und Töne vor, wir stimmen ein und lassen uns von ihm tragen.
Herbert Krienzer verstand es als ausgebildeter Pädagoge (Hauptschullehrer für Musik und Mathematik) Menschen für das Lernen zu begeistern. Seinen Lehrberuf tauschte er gegen die Mitarbeit im Steirischen Volksliedwerk. Von 1996 bis 2013 war Herbert als fester Mitarbeiter, später als freier Mitarbeiter, Referent und Vereinsbeirat beim Steirischen Volksliedwerk tätig. In zahlreichen Kursen und Seminaren gab er das Wissen und die Begeisterung für seine beiden großen Leidenschaften Natur und Musik an Interessierte jeden Alters weiter. Mit viel Empathie verstand er es die Menschen für das Singen, Jodeln, Musizieren und Tanzen, speziell in der freien Natur zu begeistern und sie zu einer mehrstimmigen Melodie zusammenzuführen. Stets entwickelte er dafür neue Vermittlungsmethoden und Formate, die weit über die Steirischen Landesgrenzen hinaus angenommen wurden und auch Nachahmung fanden, so zum Beispiel die Jodler-Tankstelle von Oanano in Wien. Auch im Team des internationalen Jodelfestes OU war er Impulsgeber und fixes Teammitglied. Als Musikant, Wanderführer und Freund hat er viele begleitet und viel gegeben.
Nun ist am 11.7. Deine Stimme verklungen, doch wir sind uns sicher, das Echo Deines Wirkens wird uns entgegen hallen und uns viele Wege weiter begleiten.

 

Quelle: Steirisches und Österreichisches Volksliedwerk

Foto: Herbert Krienzer bei der Sommerakademie des Österreichischen Volksliedwerks „Volkskultur als Dialog – Formen der Vermittlung Konzepte für morgen“ bei seinem Workshop   „Jodeln: zwischen Tradition und Wellness 2011, Herbert Zotti

Kulturerbe erleben

bis 01. November 2020, 9.30 – 18.00 Uhr, Museumsdorf Niedersulz im Weinviertel, Niederösterreich.

In den kühlen, historischen Gebäuden und den zahlreichen schattigen Plätzen im Museumsdorf lässt sich der Sommer besonders gut aushalten und genießen: farbenprächtigen Gärten, Bauernhöfen, Handwerkerhäusern, Kapellen, Stadeln, einem Wirtshaus, einer Schule und Presshäusern aus zwei Jahrhunderten. Hier können Sie den verschiedenen HandwerkerInnen über die Schulter schauen, wissenswertes über Pferde und Hunde erfahren und traditionelle Winterarbeiten kennen lernen.

Am Programm:
jeweils Samstags und Sonntags: Alltag im Dorf – Wie war das damals?
jeweils Dienstags: Kinderferienprogramm – Basteln mit Naturmaterialien
3. August: Gartensommer Vollmondnacht
16. und 17. August: Weinviertler-Südmährischer Kirtag
5. September: Naturgartenfest
13. September: Dirndlgwand-Sonntag und Bienen-Neujahr
26. September: Pferdekraft
3. Oktober: Natur im Garten Seminar
4. Oktober: Stubenmusik im Dorfwirtshaus & Drischl dreschn und Kukuruz auslesn
26. Oktober: Federn schleißn und Striezl flechtn

Weitere Informationen: Museumsdorf Niedersulz

musizieren auf der Hüttenbank, jodeln auf der Bergspitze, Geige spielen an der Weinstraße, Burgkonzerte bei Sonnenuntergang, musikalische Kräuterwanderungen, Klängen am Wasser lauschen, auf der taufrischen Wiese tanzen…


suchen

Auf dieser Seite finden sich Kurse, Seminare und Workshops zum Singen, Musizieren, Tanzen, Jodeln sowie Festivals mit Volksmusik, verwandten Musiksparten und im interkulturellen Austausch an unterschiedlichen Orten in Österreich und in angrenzenden Gebieten. Die Angebote reichen von Singen in Kleingruppen, Tanzen im Generationenverband über Musiziertage für unterschiedliche Instrumente und Ensemblebesetzungen bis hin zum Einzelunterricht.

Sie richten sich an Erwachsene, Kinder, Familien, bestehende Ensembles und Menschen, AnfängerInnen wie Fortgeschrittene, die auf der Suche sind gemeinsam zu musizieren und musikalische Erlebnisse zu teilen.

Die VeranstalterInnen sind die Volksliedwerke der Bundesländer, sowie ihre Mitglieder und Partner, verwandte Einrichtungen und private AnbieterInnen, die unseren Qualitätsanforderungen entsprechen und eng mit uns zusammenarbeiten. Spezifisches Können und die jeweiligen Schwerpunkte der ReferentInnen geben den Veranstaltungen ihre individuelle Prägung. Die unterschiedlichen Beherbergungsbetriebe und -arten sowie die Gemeinden fungieren dabei als Partner. Gemeinsam mit allen werden die musikalischen Reisen zu einem einmaligen Erlebnis.

Zur Online Plattform Volksmusikreisen mit dem Programm für 2020 / 2021

Wir freuen uns bei den Kursen über Kommentare zu den jeweiligen Erlebnissen.


anbieten

AnbieterInnen und Beherbergungsbetriebe von Kursen, Seminaren, Workshops und Festivals sind ab sofort herzlich eingeladen, nach Registrierung ihre Angebote hier einzutragen. Wir freuen uns auch, wenn bereits eingegebene Veranstaltungen von den Einzelnen überarbeitet werden. Dabei ist zu beachten: die Veranstaltungen müssen zu den beschriebenen Kriterien passen und eine Reise wert sein. Bei Unklarheiten helfen wir gerne, auch Anregungen sind jederzeit willkommen.

Zur Eingabe von Veranstaltungen

Diese Seite wurde vom Österreichischen Volksliedwerk zusammen mit dem Veranstalter Verband Österreich, unter Mitwirkung von ReferentInnen und KursteilnehmerInnen entwickelt.

 

ZW_Logoleiste

 

„Volkskultur als Dialog: Volksmusik und Volkslied und / als Moderne“

25. – 28. August 2021, Hotel Magerl Gmunden

Volksmusik und Volkslieder haben immer wieder Anregungen gegeben. „Einfache“ Instrumente wurden „klassischer“ Musik implantiert.  Zitate in der „Bauernkantate“ Johann Sebastian Bachs oder die Maultrommel bei Johann Georg Albrechtsberger sind als Stilmittel bekannt. „Heitere Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande“ gehören in die frühe Moderne. Seit dem 19. Jahrhundert bilden sich neue Formen des Musikalischen aus und generieren in Stadt und Land lokale Eigenheiten als Geschichten. Als traditionell aufgefasste, in verschiedenen Formen überlieferte Volksmusik und Volkslieder dienen heute als offenbar frei zugänglicher Steinbruch, dazu auch Instrumente, Stimmen und Rufe. Das geschürfte Material weckt unterschiedliche, jeweils „kulturell gelernte“ Assoziationen. Die können weltoffener wie auch einengender, begrenzender Art sein. Musikalische, sprachliche, gesellschaftlich-historische und regionale Begründungen bieten Analogien und Anregungen zu gegenwärtigen Lebensformen. Das Material wird als (oft fromme) Kontrafaktur, als Parodie ironisch gewendet, im Paraphrasieren zugänglich. Heute gelten Sampling, Collagieren, Montieren oder Crossover als medien- und materialbezogene ästhetische Strategien. Auf einer anderen, ebenfalls aktiven und ausdrücklich informellen Seite ist die „Community Music“ zu nennen. Mit einem Akzent auf demokratischem Zugang werden in der Schulpädagogik  Formen des gemeinschaftlichen und voraussetzungslosen Zugangs praktiziert.

Im öffentlich zugänglichen „Steinbruch“ scheint ein Abbau lohnend zu sein. Dürfen alle zulangen, weil das Kulturgut, als „immaterielles Erbe“  geadelt, allen gehört? Oder gar dem „Volk“? Erlöst „volkstümlich“ als Vermerk vom Urheberrecht? „Kultur kennt keine Grenzen“ ließe sich umkehren. Nicht nur in neuen Nutzungen schafft Kultur auch Grenzen als Distanz und Differenz. So lässt sich überlegen, ob die Nutzung von Volksmusik und ihrer Kontexte (um die geht es häufiger als um die Musik selbst) nicht auch Trennungen schafft, wenn und wo sie als Besonderes instrumentalisiert akzentuiert wird. Kultur kann also auch der Produktion oder gerade im UNESCO-Kontext zur Reproduktion kultureller Grenzen taugen, ist Anregung, Versatzstück, Hinweis auf Zugehörigkeit und Haltung, zusätzliche Farbe. Kann der Bezug zur Region, Ethnie, etc. Ausdrucksmittel anbieten, die in einer als verwirbelt und unübersichtlich erfahrenen Welt als gegenläufige Orientierung gesehen werden?

„Traditionelle“ musikalische Ausdrucksformen stehen ganz offenbar nicht im Gegensatz zu unserer Moderne, sondern gehören zu ihr, sind also zeitgenössisch. Der Schein des Altartigen kann ihnen reizvoll als Kontrast anhaften. Wenn dieser Befund zutrifft, muss es dafür Erklärungen geben, denen nachzugehen ist. Oft sind sie mit der Hoffnung verbunden, ihr  „alter“ Kontext („Gemeinschaft“) möge sich einstellen. Die Attraktivität, die alte Instrumente Brummtopf, Drehleier, DudelsackHummel, Maultrommel, eigene Metren und Melodien, Techniken etc. ausübenmögen als Melange regionaler, lokaler Bruchstücke als Versatzstücke für neue Identitätsproduktionen entdeckt und aktiviert werden.

Der Verweis auf Tradition und Herkommen ist auch ein Akt der Positionierung. Arbeit an und mit der Tradition ist eine Auseinandersetzung mit ihr und bringt daher Neues hervor. Es lässt sich überlegen, in welcher Weise „Traditionelles“ anregend bleibt, wenn ihm eine Erzählung, ein Narrativ verpasst wird. Ohne ein Narrativ – ohne die Geschichten – blieben Volksmusik und Lieder konturlos. Um die Geschichten geht es. Was erzählen sie, was transportieren die Versatzstücke, die mehr oder minder großen Brocken des Steinbruchs, der musikalische Volkskultur heißt? Konkret gefragt ist das weite Feld der Inanspruchnahme der Musik und ihrer Kontexte, der Wünsche und Hoffnungen, der ländlichen und urbanen Selbstbilder, die in sie hineingelegt werden.

Anhand von Vorträgen, Diskussionen Workshops soll bei der Sommerakademie das weite Feld der Beziehungen von Volksmusik und/als Moderne erörtert werden. Wir laden daher Personen aus dem Bereich der „Volkskultur“ aller Felder der Bildungsvermittlung ein, Vorschläge für Vorträge, Workshops, Präsentationen aus Wissenschaft und Praxis einzureichen.

Wir freuen uns auf Einreichungen bis zum 31. März 2021 unter: sommerakademie@volksliedwerk.at

Das Programm 2021 entsteht gerade.

zum Programm 2020
zur Thematik 2020
zur Anmeldung
zur Anfahrt
zu vergangenen Themen
zum Nachhören
PartnerInnen

Wir werden auch heuer die Modalitäten offen gestalten. Das Programm wird dahin beweglich bleiben müssen. Die Formate der Veranstaltung und auch Rahmenbedingungen vor Ort werden sich an die aktuellen gesetzlichen Vorgaben und Sicherheitsbestimmungen betreffend Covid-19 halten.

Die Sommerakademie

Die Sommerakademie „Volkskultur als Dialog“ wird seit 1992 mit Unterbrechungen abgehalten. Sie ist eine Diskussionsplattform, die sowohl den praktischen als auch den theoretischen Zugang zur Volkskultur zu hinterfragen und zu überprüfen versucht. Ziel dieser jährlichen Veranstaltungsreihe ist es, das breite Betätigungsfeld der Volkskultur zu reflektieren und Brücken zu schlagen zwischen jenen, die Volkskultur leben, und jenen, die sich wissenschaftlich damit beschäftigen. Denn Volkskultur ist ein lebendiger Dialog zur Selbstvergewisserung unserer modernen Lebenswelt.