Musik aus den Regionen – Neue Chancen für neue Talente.

Mittwoch, 5. Oktober 2022, ab 12 Uhr.
Conference Center Laxenburg, 2361 Laxenburg


Schlager aus Österreich und Volksmusik als ursprünglichste Form der Musik, aus der sich Genres wie volkstümliche Musik, Blasmusik oder Wienerlied ableiten, erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit in der Bevölkerung und werden bei Veranstaltungen gerne gespielt. Doch seit einigen Jahren kommen diese Musikgenres in den Rundfunkprogrammen des Landes immer weniger vor.

Wie kann dieser Trend aufgehalten werden? Welche Ressourcen sind erforderlich, damit dieses spezifische Marktsegment neu belebt wird? Welche Ideen liegen vor, um Talente für eine musikalische Karriere zu begeistern?

Darüber diskutieren Expertinnen und Experten aus der Branche in thematischen Panels mit Key Playern und Multiplikatoren.


Wir freuen uns auf Beiträge von: Andreas Gabalier * Die Mayerin * Herbert Pixner * Monika Ballwein * Christof Straub * Rudi Schedler * Harald Huber * Maria Grossbauer * Irene Egger * Sepp Adlmann * Günter Loibl * Gustl Viertbauer * Dietmar Lienbacher * und viele weitere Gäste


Gemeinsam mit dem Land Niederösterreich ladet die AKM I austro mechana Sie herzlich ein, an dieser Veranstaltung teilzunehmen und mitzudiskutieren. Das Österreichische Volksliedwerk ist mit einem Beitrag dabei.

Anmeldung und Details unter: AKM I austro mechana

Der Himmel voller Geigen. Eine Rudi Pietsch Trilogie

Rudi Pietsch (1951 – 2020) – Geiger, Sänger, Vermittler, Lehrender, Forscher, Mensch,

Teil I: Symposion & Geigen.Werkstatt
14. | 15. | 16. Oktober 2022
Schloss Goldegg | Land Salzburg

Bei aller Nonchalance, die ihn immer auszeichnete – auf die Unterscheidung zwischen dem Akademiker Dr. Rudolf Pietsch und dem Musikanten Rudi Pietsch legte er stets großen Wert. Nicht etwa, weil ihm der akademische Titel wichtig gewesen wäre, sondern weil es für ihn zwei unterschiedliche Welten, zwei Selbstverständnisse, zwei Vermittlungspositionen waren. Als Rudi Pietsch konnte er aus ganzem Herzen Musikant und Mensch sein – sein angeborener Witz und Charme sprangen dann mit oder ohne Geige, auf der Bühne oder am Wirtshaustisch auf die ganze Gesellschaft über.
Goldegg als Auftakt der Rudi Pietsch Trilogie wird, nicht zuletzt mit zwei abendlichen Konzerten, den Menschen und Musikanten „Rudi“ Pietsch in den Mittelpunkt stellen.

Darüber hinaus wird die diesjährige Geigen.Werkstatt, der Rudi als Ideengeber und Lehrer sehr verbunden war, in dieser Trilogie integriert. Eingeladen sind vorwiegend Volksmusikgruppen/-ensembles mit mindestens einer Geige/Violine und Solisten (ohne Altersgrenze – nicht für reine Anfänger geeignet).

Nähere Informationen finden Sie unter Salzburger Volksliedwerk | Detail oder telefonisch unter +43 (0)662 8042 2583.


Teil II: Rudi Pietsch in Wien – Vermittler und Wissenschaftler
18. Oktober 2022
mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Der zweite Teil der „Rudi Pietsch Trilogie“ findet an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien statt. Hier hat Rudi Pietsch zuletzt am Joseph Haydn Institut für Kammermusik und Neue Musik und an seinem ehemaligen Heimatinstitut, dem Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie geforscht und unterrichtet.

Die Erinnerung an den Freund und Kollegen Rudi als einfallsreichen und phänomenal erfolgreichen Vermittler von (Volks)musik und Tanz sowie als europäischen Wissenschaftler will – mit seinem Elan, seinem Witz und mit seinem tiefen Ernst – in Erinnerung gerufen werden. Er eröffnete Generationen von jungen Studierenden neue Horizonte.
Wie hat Rudi Pietsch als Lehrer, als Fachkollege und als Mensch angeregt und begleitet? Welche neuen Ressourcen konnte er für seine unermüdliche Arbeit als Vermittler und Wissenschaftler erschließen? Wie hat er von Wien aus sein einzigartiges volksmusikalisches Netzwerk aufgebaut? Auf all diese Fragen werden gemeinsam in Vorträgen, Würdigungsworten und nicht zuletzt mit viel Musik Antworten aufgespürt.

mdw – Joseph Haydn-Saal | Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien

Informationen zum genauen Programmablauf finden Sie hier.
Um Anmeldung für Vor-/Nachmittag oder den ganzen Tag wird gebeten. Kontakt: Martina Krammer krammer@mdw.ac.at, T +43 (0)1 71155-4201

Eintritt frei


Teil III: Tanzmusik im Alpenraum. In Erinnerung an Rudolf Pietsch – Symposium zur Volksmusikforschung in den Alpen
25. – 26. Oktober 2022
Innsbruck, Haus der Musik

Rudi Pietsch hat nicht nur die Reihe der Innsbrucker Symposien zur Volksmusikforschung als mehrmaliger Referent und oftmaliger Diskutant und zuletzt sogar als Förderer sehr geprägt, sondern auch für die Erforschung der Tanzmusik im Alpenraum Großartiges geleistet und beeindruckende Studien hinterlassen. In seinen Arbeiten und Vorträgen ging es ihm neben der Darstellung von Instrumenten, Spieltechniken, Repertoires und Spielanlässen ganz besonders um die Wechselbeziehungen von Volksmusik und Volkstanz, welche ihn auch als praktizierenden Musiker stets beschäftigten.

Das Symposium richtet sich an Fachleute, interessiertes Publikum und an die Teilnehmer:innen und Juror:inn:en des um diese Zeit in Innsbruck stattfindenden 24. Alpenländischen Volksmusikwettbewerbes und bildet den Abschluss der Tagungs-Trilogie in Gedenken an Rudi Pietsch. Veranstalter des 3. Teils ist das Department für Musikwissenschaft/Fachbereich Musikalische Ethnologie der Universität Mozarteum Salzburg.

Haus der Musik | Universitätsstraße 1, 5. Stock, Vorlesungssaal, 6020 Innsbruck

Um Anmeldung wird gebeten. Kontakt: thomas.nussbaumer@moz.ac.at, +43 676 88 122 345

Tagungsbeitrag: EUR 20,- / Studierende: Eintritt frei


Sound in the City: Musik in mitteleuropäischen Städten
17. bis 18. November 2022
Graz

Foto(c)Volkskultur Steiermark/Sascha Pseiner

Zweitägiges Symposium zum Thema (Volks-)Musik in der Stadt: Städte sind von Menschen bewohnt, die aus verschiedenen Orten stammen, selbst wenn sie keine Landesgrenzen überschritten haben, um dorthin zu gelangen. Daher umfasst die Musik einer Stadt die Volkskulturen vieler verschiedener Orte und Regionen. 

Das Programm gliedert sich in drei Schwerpunkte
1. Schule und Ausbildung (Wie klingt die Stadt in der Schule?) 
2. Volksmusik & Volkskultur in der Stadt (Wie klingt das Land in der Stadt?) 
3. Musikalische Gemeinschaften (Wie klingen verschiedene Länder und Kulturen in der Stadt?)

Während das Symposium international ausgerichtet ist, findet eine Reihe von Aufführungen mit in Graz beheimateten Musiker*innen unter dem Titel „Volksmusik in der Stadt“ statt. Im Rahmen des Symposiums werden am 18.10. die Canorium Styriae-Preise verliehen. 

Eine Veranstaltung des Steirischen Volksliedwerks, des Instituts für Ethnomusikologie der Kunstuniversität Graz und der Privaten Pädagogischen Hochschule Augustinum Graz.

Im Rahmen des Symposiums werden auch die CANORUM STYRIAE PREISE des Steirischen Volksliedwerks verliehen, welche in zweijährigem Abstand ausgelobt werden. Das Ziel ist die forcierte wissenschaftliche Aufarbeitung der musikalischen Volkskultur der Steiermark. Ausgezeichnet werden jene Arbeiten, die dem Verständnis musikalischer Volkskultur im alpinen Raum durch aktuelle Fragestellungen, innovative Methoden oder die Erschließung bislang nicht zugänglicher Quellen den größten wissenschaftlichen Nutzen erbracht haben.

Florentinersaal / Palais Meran, Leonhardstraße 15, 8010 Graz

Kontakt: Steirisches Volksliedwerk

Annemarie Bösch-Niederer, 2022.

Das Jahr 1819 ist ein besonderer Markstein für die Musikgeschichte des heutigen österreichischen Bundeslandes Vorarlberg. Die Teilnahme des Landes Vorarlberg am volksmusikalischen Sammelunternehmen der Gesellschaft für Musikfreunde in Wien, der heute sogenannten „Sonnleithner-Sammlung“, lenkte erstmals auch den Blick auf das Musikleben im Westen des Habsburgerreiches. Der zweite Vorarlberg Band der Reihe „Corpus Musicae Popularis Austriacae“ des Österreichischen Volksliedwerks nimmt diese Sammlung in ihren Fokus und legt eine Dokumentation der Ergebnisse aus dem Kreis Bregenz mit zeitgemäßer Notation und ausführlichen Kommentaren vor. Ergänzend dazu werden die ältesten überlieferten Lieder- und Musikantenhandschriften aus den ersten drei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts einer näheren Untersuchung unterzogen.
In wissenschaftlichen Beiträgen wird versucht, den historischen Ablauf des Sammelunternehmens sowie das Musikleben der frühen Biedermeierzeit anhand von historischen Quellen näher zu beleuchten.

328 Seiten, mit ca. 122 s/w Abb., gebunden

€ 50,- (auch als e-book)
Buchbestellung

COMPA Bände zur Sonnleithner Sammlung: Band 12, Band 18
Weitere COMPA Bände

Sommerausgabe der Zeitung Land & Raum des Österreichischen Kuratoriums für Landtechnik und Landentwicklung.

Bei der diesjährigen Sommerausgabe von Land & Raum geht uns das Herz auf, denn der thematische Schwerpunkt ist „Das Volkslied – die Poesie der Gesellschaft“.

Auf 40 Seiten in 13 Beiträgen reist man von Vorarlberg bis Wien, von Kärnten nach Oberösterreich, vom Tal auf den Berg, vom Land in die Stadt.

Einzelpreis 5 Euro (exkl. Versandkosten)

Zu bestellen unter 01/505 18 91, office@oekl.at und im Webshop.

5 Euro (exkl. Versandspesen)


Inhalt:

Das Volkslied – die Poesie der Gesellschaft
Irene Egger im Gespräch mit Land & Raum
Herr Wirt, an Liter für die Musi!
Michael Reiter
Mit allen Sinnen – Projekte zur musikalischen Basisbildung
Wolfgang Veith
Und der Schnee geht bald weg …
Irene Egger
Das Kärntnerlied – ein markantes Landessymbol
Franz Greif
Burgenlandla war´n jo Sandla ohne Tamburica …
Judith Kittelmann
Notenbeispiele (2 Seiten)
„OU“ Jodelfest – einmal durch die Alpen mitten in die Lust
Irene Egger und Markus Prieth
Singen mit Aussicht
Eva Zeindl und Doris Zizala
Oberösterreichische Liebe zum Wienerlied
Susanne Rosenlechner
Helmut Wittmann – DER Märchenerzähler aus dem Almtal
Ein Interview mit Brigitte K. Macaria
Das Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes
Jasmin Linzer und Erna Ströbitzer
Volkskultur – Volkspoesie – Volkslied
Konrad Köstlin
Mucks, die Maus im Feste-Braus
Österreichischer Integrationsfonds

die Rolle der Volksmusik für den Tourismus – Sonderausstellung.

10. Juni bis 27. November 2022.


Tiroler Volkskunstmuseum, Universitätsstraße 2, 6020 Innsbruck


WAS WÄRE DER TOURISMUS IN TIROL OHNE DIE VOLKSMUSIK?

Die Tiroler sind lustig / Die Tiroler sind froh / Sie verkaufen ihr Bettchen / Und schlafen auf Stroh heißt es in einem alten Kinderlied. Es besingt die Tiroler*innen als lustiges, musikalisches und geselliges Volk. Bereits vor 200 Jahren bahnte sich diese Vorstellung ihren Weg in die Köpfe der Menschen und die Welt und machte Tirol als Tourismusdestination attraktiv.

Schon die Epoche der Romantik sowie die sogenannten Tiroler Freiheitskämpfe schärfen das Bild Tirols als imposante Naturlandschaft mit originellem Menschenschlag, insbesondere bei den deutschen Nachbar*innen. Die Tiroler*innen wiederum nutzen die Aufmerksamkeit, um singend Europa zu erobern und locken mit ihren Auftritten zu einem Besuch in der Alpenregion. Bald treten sie von Nordamerika über Skandinavien bis Russland an Königshöfen und in Konzertsälen auf. Doch hier wird nicht nur Gesang geboten. Auf umjubelten Tourneen begeistern die Gruppen mit einem ausgeklügelten publikumstauglichen Programm in optisch auffallender Garderobe. In den Tiroler Abenden des 20. Jahrhunderts setzt sich das Konzept hierzulande fort. Ihre Qualität wird seit 1968 sogar per Gesetz geschützt. Die Volksmusik selbst wiederum prägt nach einer jahrzehntelangen Entwicklung zwischen Inszenierung und Kulturgut bis heute den Tourismus und die Marke Tirol.

Jodeln über die Alpen hinaus

Workshop mit dem Duo Huja

Sa, 30.7. 2022, 13.30 – 16.30 Uhr, Tiroler Volkskunstmuseum, Universitätsstraße 2, 6020 Innsbruck, Kreuzgang

Das Duo Huja (Heidi Clementi und Brigitte Knapp) lädt sie zu einer kleinen Reise in die Welt der Jodler ein. Präsentiert werden Jodler und jodelähnliche Gesänge aus verschiedenen Kulturen. Gemeinsam lernen wir einfache Jodler, üben den typischen Jodelklang, erkennen den Unterschied zwischen einem Muotertoler Jodler aus der Schweiz und einem typischen Tiroler Jodler und lauschen den fremden Klängen eines Pygmäenjodlers oder eines Yoiks der Samen.  Denn gejodelt wird nicht nur in den Alpen, auch in anderen Volksgesängen ist das Jodeln, das feine Spiel mit der Stimme, ein fester Bestandteil der Gesangskultur.

Im Laufe des Workshops ist auch eine Kurzführung in der Sonderausstellung „Wir Tiroler sind lustig“ vorgesehen.

Für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren. Kosten: 5 €. Mit Anmeldung (bis Fr. 22.7)
Anmeldung erforderlich (bis Fr. 22.7)

anmeldung@tiroler-landesmuseen.at, +43 512 594 89 – 11
https://www.tiroler-landesmuseen.at/termin/jodelworkshop/?datum=202207301330

Mehr Information, Öffnungszeiten und Preise: Wir Tiroler sind lustig – Tiroler Landesmuseen (tiroler-landesmuseen.at)

Fotos: Tiroler Volkskunstmuseum

Generationenwechsel im OÖ. Volksliedwerk

Obfrau Christa Bumberger und Präsidentin Elisabeth Freundlinger haben am 25. März 2022 bei der Generalversammlung abgedankt. Sie haben den Verein fast 30 Jahre lang geführt und dabei zahlreiche Projekte und Menschen auf ihrem musikalischen Weg begleitet. Nun ist es Zeit, die Ruder an eine neue Generation zu übergeben. Mit den neuen Vorstandsmitgliedern konnten hochmotivierte und qualifizierte Menschen gefunden werden, denen das Ehrenamt ein großes Anliegen ist und die sich mit all ihren Fähigkeiten einbringen, um das OÖ. Volksliedwerk in eine gute Zukunft zu führen.

Obfrau: Sandra Ohms, hauptberuflich Redakteurin beim ORF OÖ. und so immer auf der Suche nach spannenden Geschichten von Land und Leuten und volkskulturellen Kostbarkeiten, Moderatorin von Volksmusikabenden oder Konzerten. Sie stammt aus Gmunden, in ihrer Familie wurde schon immer gerne gesungen und musiziert. So studierte sie neben Französisch, Geographie und Wirtschaftskunde auch Alpenländische Volksmusik in Salzburg und promovierte im Fach Volkskunde/Europäische Ethnologie an der Universität Wien.
Obfrau-Stellvertreterin: Annemarie Renz
Kassier Werner Thalhammer
Schriftführerin: Martina Rifesser, Hubert Tröbinger als Stellvertreter
zum gesamten Vorstand

Foto: Peter Beer

Präsident des Österreichischen Volksliedwerks 1999-2003

Erhard Busek kam als geborener Wiener (5. März 1941) durch seine Arbeit in der Wiener Kommunalpolitik über die Grätzel Kultur zur Wiener Musik. Hier setzte er sich für eine lebendige und dialogorientierte Nachbarschaftskultur ein, in der Wiener Musik stets ein wesentlicher Bestandteil ist. Über das Wienerlied, den Weana Tanz und das Dudeln kam er somit mit dem Volksliedwerk in Berührung. Dieses beschäftigte ihn in Folge immer wieder auch in seiner Funktion als Wissenschaftsminister.

Unter seiner Amtsperiode als Minister wurde erstmals 1992 die Sommerakademie des Österreichischen Volksliedwerks eingeführt. Diese Veranstaltungen dient bis heute der Begegnung von Praxis, Vermittlung und den Wissenschaften, die sich mit der Bedeutung dieses für Österreich wichtigen kulturellen Erbes befassen. Als er 1999, nach Ende seiner Amtszeit im Ministerium, die Präsidentschaft im Volksliedwerk übernahm, erfolgte unter seiner Führung eine interdisziplinäre und interkulturelle Ausrichtung des Volksliedwerks. Ihm lag daran, über Volkskultur und ihr Umfeld vernünftig und frei zu informieren und zu diskutieren. Studierende und Personen aus Wissenschaft und Musikpraxis aus dem ehemaligen Osten brachten einen Blick weit über den Tellerrand in die Arbeit des österreichischen Volksliedwerks ein.

1999 zog das Österreichische Volksliedwerk mit Hilfe von Erhard Busek an seinen heutigen prominenten Standort in der Operngasse, gleich neben der Staatsoper. Ein Zeichen, dass Hoch- und Volkskultur sich gegenseitig bedingen und eine gleichwertige Stellung in einer vielseitigen Kulturlandschaft einnehmen. Die Adresse ist Ort von Veranstaltungen und des Austauschs und Treffpunkt an der Sache interessierter Menschen geworden. Es erfolgte die 10-teilige CD Produktion Musik der Regionen. Dabei wurden in zehn ausgewählten Regionen in ganz Österreich singende und musizierende Menschen in ihrer gewohnten Umgebung und ihrem musikalischen Umfeld aufgenommen. Heute, über 20 Jahre später, sind es unschätzbare Quellen kulturellen Erbes. Unter seiner Amtszeit erfolgte der Startschuss des Schulprojekts „Mit allen Sinnen“, das bis heute zu den wesentlichen Säulen der Vermittlungsarbeit in den Volksliedwerken zählt.

„Denn wer um die Unverwechselbarkeit, Einzigartigkeit, Besonderheit der eigenen Heimat weiß, wird nicht nur mehr für sie sorgen, er wird auch die Heimat, die Besonderheiten der anderen Traditionen mehr achten und nicht neurotisch auf Fremdes reagieren, sondern neugieriger und höflicher. Er hat einen Sinn für die Klänge der Heimat anderer Menschen, denn sie, die eigentlichen Heimatlosen der Gegenwart, müssen mitgedacht werden, wenn das Wort Heimat verwendet wird. Im Mittelpunkt des Heimatbegriffs steht daher der Diskurs, der als buntes Mosaik bestehend aus Traditionen, aus Bindung, aus Emanzipation, aus gegenwärtigen Aneignungen und Auseinandersetzungen Antwort gibt auf die Frage, wer bin ich und wohin gehöre ich?“ (Zitat Erhard Busek in Chronik der Volkskunde in: Hg. Verein für Volkskunde, Österr. Zeitschrift für Volkskunde [1994, Heft 2], S 151.)

Viele seiner Initiativen und Projekte sind bis heute wesentlicher Bestandteil in den Aufgaben des Verbunds der Österreichischen Volksliedwerks. Es zeigt, dass Erhard Busek seinen Blickwinkel stets pointiert, aber weltoffen in die Zukunft richtete und dennoch Aktionen setzte, die bis heute den Nerv der Zeit treffen. Bis zu seinem letzten Tag am 13. März 2022 hat er mit Worten zum aktuellen Zeitgeschehen nicht gespart.

Quelle: Maria Walcher, Generalsekreterärin des Österreichischen Volksliedwerks (1989-2003)

mehr Infos zur Person: https://orf.at/stories/3253246/

Pressefoto

Foto: ehemaliger Präsident Erhard Busek bei der Sommerakademie 2000 in Kittsee, Foto Archiv des Österreichischen Volksliedwerks, Ferdinand Altmann

aus dem Volksliedarchiv.

Lassen wir doch alle kriegsverherrlichenden zackigen Marschlieder beiseite, die vorwiegend an Männer gerichtet sind „freiwillig“ aus Liebe zu Heimat und Vaterland in den Krieg zu ziehen. Dann finden wir unter den Archivmaterialien noch unzählige Lieder, die traurig Abschiede von Heimat, Eltern, Kindern, Freunden, Frau, Geliebter besingen. Noch schmerzlicher sind jene, die vom Tod, Verlust und ausweglosen Situationen erzählen.

Auffällig ist, dass erstere Kriegslieder Männer ansprechen und Propagandazwecken dienen. Hingegen zweit genannte Gattung sind jene Lieder, die das Zeitgeschehen aus der Perspektive der Bevölkerung reflektieren, dieses kritisch betrachten, vom Leid berichten, den Krieg beklagen und den Frieden heraufbeschwören. Hier sind es vor allem weibliche Perspektiven, die die Liedgeschichten einnehmen.

Doch solange Frauen an Regierungsspitzen, in internationalen Gremien und an Verhandlungstischen dieser Welt so gut wie fehlen, wird wohl weiterhin mit männlichen Methoden und Waffen gekämpft werden – oder hat irgendwer zum aktuellen Zeitgeschehen Frauen an den Tischen, Telefonen oder in den Medien gehört oder gesehen? Es wird also Zeit die Stimmen zu erheben!  

Literaturliste aus dem Archiv des Österreichischen Volksliedwerk

Trefferliste

Dieser Link enthält eine Liste mit thematischer Auswahl an wissenschaftlicher Literatur, Noten, Liedern, Handschriften, Tondokumenten und Fotos aus dem Bestand des Archivs des Österreichischen Volksliedwerkes.
Es finden sich darunter kulturgeschichtliche Auseinandersetzungen mit Kriegen und Konflikten in den letzten Jahrhunderten, Soldatenliedersammlungen, Lieder von Friedens- und Protestbewegungen, Schulprojekte zum Thema „Vereintes Europa“, und vieles mehr.
Sie sind eingeladen, anhand der Treffer in unserem Katalog weiterzurecherchieren und ausgewählte Medien in unserem Lesesaal zu lesen und anzuhören.


Playlist

Hier ein paar musikalische Beispiele passend zum aktuellen Geschehen quer durch alle Zeiten und Genres – gerne sammeln wir mehr dazu!

Bildtext: Dorli Draxler (Red.): Spontan – lebendig – traditionsbewußt 1991. Liederheft zur Jugendsingwoche Großrußbach, Niederösterreichischen und Steirischen Musikantenwoche. Graz 1991.

23. Internationales Akkordeon Festival 2022.

Im Rahmen des Internationalen Akkordeon Festivals 19.2.-20.3.2022 veranstaltet das Österreichische Volksliedwerk in der Operngasse 6, 1010 Wien jährlich Workshops rund um Akkordeon und Harmonika. Jeweils einen halben Tag lang stellen sich renommierte MusikerInnen zur Verfügung, um den TeilnehmerInnen ihre persönliche Musizierweise und ihr Repertoire näher zu bringen. Dabei soll das eigene Können der TeilnehmerInnen erweitert werden. Während des Akkordeonfestivals können Karten im Österreichischen Volksliedwerk für die Konzerte erworben werden.

Das Internationale Akkordeonfestival findet bereits zum 23. Mal statt. Der SCHWERPUNKT ÖSTERREICH des Festivals bleibt so selbstverständlich wie notwendig, fallen doch internationale Künstler_innen derzeit beinahe zwingend weg. Der Reichtum der hiesigen Musiklandschaft war dabei schon immer ein wesentlicher, stets spannender und in sich vielfältiger Bestandteil des Programmes. 

Programm des Festivals: Akkordeon Festival


Sa., 26. Februar 2022,
15.00 – 18.00 Uhr.

Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien, im Rahmen des Akkordeonfestivals.

FRANZISKA HATZ (Großmütterchen & Klok)
Akkordeon für WiedereinsteigerInnen am Pianotastenakkordeon

Sie haben als Kind Akkordeon gelernt und jetzt steht das Instrument unbeaufsichtigt im Abstellraum? Sie denken daran, es zu entstauben und auszuprobieren? Dann sind sie hier richtig! Ein Workshop für Menschen, die irgendwann kurz Akkordeon-Unterricht hatten, oder ein wenig gespielt haben (Sie finden das C links und rechts und können Dur und Moll Akkorde auf der Bassseite spielen … ). Zum Wiedereinsteigen ohne Angst vor Fehlern!

Teilnahmegebühr: Erwachsene € 40,00/Workshop (Anmeldung erforderlich!)
Anmeldung: office(at)volksliedwerk.at


Sa., 5. März 2022,
15.00 – 18.00 Uhr.

Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien, im Rahmen des Akkordeonfestivals.

ALEXANDER CHRISTOF (Granada, Desustu, Chilli da Mur)
Pop-Akkordeon

Pop am Akkordeon? Sowieso! Mit Alexander Christof (Granada, Desustu …) erarbeiten die Teilnehmer_innen verschiedene Songs, spielen mit verschiedenen Begleitschemata und Skalen, und entwickeln eigene Arrangements. Der Workshop richtet sich an leicht Fortgeschrittene, die Lust haben, neue Seiten des Akkordeons zu entdecken und in die Welt der Popmusik einzutauchen.

Teilnahmegebühr: Erwachsene € 40,00/Workshop (Anmeldung erforderlich!)
Anmeldung: office(at)volksliedwerk.at

Anmeldung: office(at)volksliedwerk.at


Sa., 12. März 2022,
15.00 – 18.00 Uhr.

Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien, im Rahmen des Akkordeonfestivals.

INGRID EDER (AT)
Akkordieren und Musizieren

Melodien- und Phrasengestaltung, Akzentuierung als auch die Balgführung stehen in diesem Workshop mit Ingrid Eder (attensam quartett, quinteto tango la boca, Otto Lechner und die Wiener Ziehharmoniker) im Fokus. Gemeinsam werden wir uns an den Möglichkeiten am Akkordeon ausprobieren und kleine Stücke unter diesen Themen bearbeiten. Der Workshop richtet sich an leicht Fortgeschrittene, ganz gleich ob Tasten- oder Knopfakkordeon. 

Teilnahmegebühr: Erwachsene € 40,00/Workshop (Anmeldung erforderlich!)
Anmeldung: office(at)volksliedwerk.at