Das Bezirksmuseum Neubau feiert sein 60-jähriges Jubiläum mit einer Sonderausstellung rund um den Gründer Georg Kotek – Seilschaften, Ausgrenzung und das UNESCO „Memory of Austria”.

19.9.26 – 27.1.2027, Mittwoch, 17 bis 19 Uhr, Samstag, 10 bis 13 Uhr.

Am 19. September 2026, 18:30 Uhr, eröffnet das Bezirksmuseum Neubau sein 60. Jubiläumsjahr mit einer Ausstellung zum Gründer, dem Volksliedsammler Georg Kotek. Getragen wird die „Ausstellung an drei Orten“ vom Bezirksmuseum Neubau, dem Österreichischem Volksliedwerk, dem Wiener Phonomuseum und dem Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Das Jubiläumsprogramm wird u.a. unterstützt von der Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen, der edition exil, Wunderwien.at, den Vereinen für Kultur des Widerstands, des Exils und der Aufklärung und Improvision, sowie der Kulturabteilung der Stadt Wien.

Ein Plakat mit einer schief stehenden Statue, die einen Mann im Trachtengewand darstellt. Sein Name ist Georg Kotek. Das Plakat kündigt eine Ausstellung zum 60. Gebirtstag des Bezirksmuseums Neubau an.
Schräges Erbe – Jubiläumsprogramm des Wiener Bezirksmuseums Neubau

Georg Kotek (1889–1977) trug mit seiner Sammelleidenschaft wesentlich zum Erhalt österreichischen Kulturguts bei: Seine Sammlung zum RAVAG-Volksliedersingen 1934–1937 wurde 2014 UNESCO „Memory of Austria”, sein Nachlass findet sich im Archiv des Österreichischen Volksliedwerks / Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek. Wochentags Verwaltungsdirektor und in der Freizeit in Tracht unterwegs in die Steiermark oder zum Schneeberg, sammelte und vernetzte Kotek stets unter strikter Einhaltung der Arierparagraphen, die der systematischen und rassistischen Ausgrenzung von Juden dienten. Als „Jünger” des angesehenen Deutschnationalisten und Antisemiten Josef Pommer trug er zwei Diktaturen willfährig mit. Ein großes Vereinsnetzwerk ließ ihn sich stets gut “freischwimmen”. Mit 77 Jahren initiierte er als eine seiner letzten Gründungen das Bezirksmuseum Neubau.

„Ein Erbe wird nicht leichter, indem man Teile verschweigt. Wir dürfen als Museum keine Angst haben, unser schräges Erbe zu thematisieren, denn nur ein kritisches Aufarbeiten der Geschichte ermöglicht, dass Vergangenes nicht wiederholt wird”, so Kurator Paul Kassing. Das Team Lizkor („erinnern”) unter der Leitung von Elisheva Malowicki macht jene Leerstellen sichtbar, die die engagiert angewendeten Arierparagraphen in Koteks Sammlung und die NS-Diktatur an seinem Arbeitsplatz und in seinem Wohnhaus in der Kirchengasse hinterlassen haben.

„Das Fehlende ist immer Teil der Geschichte, manche Leerstellen entstehen durch absichtsvolle Ausgrenzung, andere durch Desinteresse am scheinbar Unwichtigen.” – Elisheva Malowicki, Museumsmitarbeiterin.

Strategieprozess ab Oktober 2026: Was soll ein Bezirksmuseum sammeln und bewahren? Auftakt ist die ORF-Lange Nacht der Museen am 3.10.2026 im Österreichischen Volksliedwerk: Erna Ströbitzer bietet zwei Archivführungen rund um den Nachlass Kotek, zusätzlich angeboten wird ein Vortrag zur Landsknechttrommel und ein Offenes Singen (Info auf der Website der Langen Nacht der Museen). Es folgen Archivarbeitstage, Vorträge, Workshops und Ausflüge, die – begleitet vom Wien Museum – bis Herbst 2027 in die erste Sammlungsstrategie des BM7 münden sollen.

2027

„Schräges Erbe” wandert ab Februar 2027 weiter ins barrierefreie Österreichische Volksliedwerk (Operngasse 6, 1010 Wien) und ordnet Kotek in sein Umfeld ein: seine Kindheits- Sommerfrische in NÖ, seinen geistigen Vater Josef Pommer, seine RAVAG-Tätigkeit sowie zeitgenössische Bezirkspersönlichkeiten – etwa die Bergsportpionierin Mizzi Langer, deren NS-Rolle im Nachgang einer Platzbenennung 2024 neu diskutiert wird (ein Prozess, den Monika Grußmann, Leiterin des BM Neubau, 2024 durch gezielte Hinweise an einen Journalisten angestoßen hat). Gegenübergestellt werden Neubauer Proponentinnen der Wiener Moderne wie Gustav Klimt, Vally Wieselthier, Fritz Lampl, Jura Soyfer und andere.

„Volkskultur war und ist immer auch politisch. Die Medienbiographie Georg Koteks zeigt Brüche und Kontinuitäten österreichischer ‚Brauchtumspolitik‘ in den Medien. Das Wiener Phonomuseum macht historische Leerstellen hörbar” – Johannes Kapeller-Hallama, Wiener Phonomuseum

„Heimat ist kein Herkunftsnachweis, sondern ein Zukunftsversprechen. Doch Zukunft kann erst entstehen, wenn auch die Leerstellen der Sammlung sichtbar sind.” – Ruth Pfosser, Kunsthistorikerin. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit viel Musik und für alle Altersstufen ist in Vorbereitung.

Ausstellungsteam
Idee, Kooperationen, Gesamtkonzept, Formatentwicklung, Grafik, Raumdesign: Monika Grußmann
Kurator der Ausstellung Kotek: Paul Kassing, Team: Elisheva Malowicki, Ruth Pfosser, Sebastian
Steinlechner, Ernst Michalek und Helga Korodi sowie Erna Ströbitzer (Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes / Sammlung Österreichische Nationalbibliothek) und Johannes Kapeller-Hallama (Wiener Phonomuseum).


Standorte

Bezirksmuseum Neubau, 7., Stiftgasse 8
Österreichisches Volksliedwerk, 1., Operngasse 6
Wiener Phonomuseum, 6., Mollardgasse 8

Das Rudolstadt-Festival in Thüringen ist „ein Festival, das Weltmusik, Dancefloor-Feeling und lauschige Hofkonzerte vereint“ (Zitat Rudolstadt Festival). Der heurige Länderschwerpunkt ist Österreich gewidmet. Künstler*innen aus Österreich kommen in Scharen (z.B. 5 8erl in Ehren, Agnes Palmisano, Tanzhausgeiger, Baba Yaga, Der Nino aus Wien, die knoedel, Ramsch & Rosen, um nur einige zu nennen). Unter Künstler*innen-Schar ist auch Simon Mayer, der kreative Kopf und Choreograph unseres gemeinsamen Projektes VOLXFEST aus dem Jahr 2024.

Auch Vertreter*innen der Volksliedwerke werden zugegen sein, so etwa mit Beiträgen bei der Konferenz zum Länderschwerpunkt Irene Egger (Geschäftsleiterin Österreichisches Volksliedwerk), Florian Wimmer (Steirisches Volksliedwerk), Evelyn Fink-Mennel und Thomas Nußbaumer (Wissenschaftliche Kommission des Österreichischen Volksliedwerks).

Wir kommen in Scharen und bringen ein spannendes, vielseitiges, überraschendes und abwechslungsreiches Programm, mit Workshops, Vorträgen und natürlich ganz vieeel Musik aus Österreich!

Wir freuen uns schon sehr auf Rudolstadt!

Fotos: Ulrike Rauch, Johannes Starmühler, Aaron Sutterlüty

Volksmusik heute.
Soziale Vermittlung – historische Quellen – moderne Medien

12., 13. November 2026
Universität für Musik und darstellende Kunst, Fanny Hensel-Saal

Die Quellen von Volksmusik und Volkstanz im weitesten Sinne, wie sie heute in Österreich in privaten und öffentlichen Räumen praktiziert werden, sind außerordentlich vielfältig. Soziale Vermittlung von Musikstilen und Repertoirebeständen geschieht in organisiertem Rahmen durch geregelten Unterricht und in Workshops, aber auch immer noch auf den traditionellen Wegen der informellen Vermittlung oder auch durch regelmäßiges Dabeisein, Nachahmen und kreatives Weiterentwickeln bei Anlässen, in denen keine Vermittlungsabsicht gegeben ist.

Seit Jahrzehnten sind historische Musikhandschriften eine zentrale Quelle für nicht wenige Ensembles, so dass wir heute von einer eigenen Richtung der „historisch informierten Aufführungspraxis“ in der Volksmusik sprechen können. Sehr oft überschreitet diese nationale und ethnische Grenzen, wobei Österreich in vielem eine Pionierrolle zukommt.

Notenausgaben von Volksmusik stehen im Schnittbereich von historischen Quellen und modernen Medien. Auch Tonaufzeichnungen sind seit der Ära der Musikkassette eine wichtige Quelle für die Praxis, später kamen Videoaufnahmen dazu. Neben CDs, DVDs und online-Quellen können audiovisuelle Medien als Lehrmaterialien dienen – oder auch als Gedächtnisstütze gemeinsamen Musizierens verwendet werden. Die mediengestützte soziale Vermittlung in Online-Communities spielt seit geraumer Zeit eine bedeutende Rolle.

Wir laden dazu ein, auf der Jahrestagung 2026 die für die heutige Volksmusikpraxis in Österreich bedeutsamen Quellen aus der Sicht von Forschung, Vermittlung und Aufführungspraxis vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Die Einladung richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter sowohl aus Wissenschaft als auch musikalischer Praxis aus dem In- und Ausland, um so vergleichende Perspektiven zu entwickeln.

Programm

12.11.2026

09:00 – 09:20 | Begrüßung
09:20 – 09:50 | Einführung. Ulrich Morgenstern, Universität für Musik und Darstellende Kunst, Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie
09:50 – 10:30 | Volksmusik in Österreich im Funktionswandel. Thomas Nußbaumer, Universität Mozarteum, Fachbereich Musikalische Ethnologie

10:30 – 11:00 | Kaffeepause

11:00 –12:00 | Die Handschrift Josef Martin Strolz 1812 – 1818 wieder „ins Spiel bringen“, ein Beispiel des fruchtbaren Zusammenspiels von Forschung, informierter Aufführungspraxis und forschungsgeleiteter Vermittlung/Lehre mit Livemusik. Evelyn Fink-Mennel, Stella Vorarlberg Privathochschule für Musik

Mittagspause

14:00 – 14:40 | „Hier fehlt mir aber doch ein Ton!“, das Volksmusikinstrument als Quelle des Revivals zwischen, historischem Befund und heutigem musikalischen Anspruch. Ralf Gehler, Historiker, Volkskundler und Musikant aus Schwerin

14:50 – 15:30 | Stiftwalzen, Lochplatten und Notenrollen, Speichermedien mechanischer Musik als Quelle. Katharina Pecher Sammlung „Wunderwerkel Kamptal

15:30 – 16:00 | Kaffeepause

16:00 – 6:40 | Wiener Musik ist anders (und doch auch Volksmusik). Herbert Zotti, Wiener Volksliedwerk

16:50 – 17:30 | Mein Weg vom Lernenden zum Rechercheur. Simon Wascher, Vermittler, Herausgeber und Erforscher

19:30 | Offenes Musizieren mit Weinverkostung mit der Winzerfamilie Honsig und dem Trio H3 aus dem Weinviertel im Österreichisches Volksliedwerk

13.11.2026

09:00 – 09:40 | Quellen der heutigen Aufführungspraxis in der slowakischen Volksmusik. Bernard Garaj, Constantine the Philosopher University in Nitra

09:50 – 10:30 | Quellen, Medien und Volksmusikdiskurs in Ungarn, ein geschichtlicher Überblick. Dániel Lipták, Institut für Musikwissenschaft Budapest und Fachbereich Volksmusik der Liszt-Musikakademie

10:30 – 11:00 | Kaffeepause

11:00 – 11:40 | Musikalische und tänzerische Wissensvermittlung in der bosniakischen Community aus dem heutigen Nordmazedonien in Wien. Zwischen informellem Lernen, digitalen Medien und transnationalen Netzwerken. Aleksandar Arabadjiev

11:50 – 12:30 | Archiv Stinjaki, ein Community Archive im Spannungsfeld zwischen Traditionspflege und Minderheitenpolitik. Marko Kölbl, Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie, Universität für Musik und darstellender Kunst Wien

Mittagspause

14:00 – 14:40 | Volkstanz heute, Volkstanz zwischen Schrift, Video und Praxis, Else Schmidt, Bundesarbeitsgemeinschaft Volkstanz

14:50 – 15:30 | Volksmusikvermittlung in modernen Medien, Bericht aus der Praxis am Beispiel Dancilla, Franz Fuchs

15:30 – 16:00 | Kaffeepause

16:00 – 16:40 | Vom und fürs Radio: Das Radio als Medium der Vermittlung von Volksmusik in Österreich. Edgar Niemeczek

16:45 – 17:25 | Wandel durch Wettbewerb, Volksmusikwettbewerbe als Indikatoren und Impulsgeber für Veränderungen in der Volksmusiklandschaft. Walter Meixner

17:30 – 18:00 | Abschlussdiskussion

19:00 Uhr | Besuch des Wiener Volksliedwerks im Anschluss Heuriger mit Musik

Anmeldung: office@volksliedwerk.at

Foto: Mrs. W. A. Hargrave, USA, und Franz Schunko sitzen vor einem Tonbandaufnahmegerät im Schneebergdörfel am 29.7.1960 bei der 13. Jahreskonferenz des IFMC, ÖN 13-(4)-3, A 21,2

Neuer Beitrag zum Forschungsblog der Österreichischen Nationalbibliothek

Teresa Hellweger – Mitarbeiterin des Archivs des Österreichischen Volksliedwerkes (AÖV) – veröffentlicht einen weiteren Beitrag zum Forschungsblog der Österreichischen Nationalbibliothek. In ihrer jüngsten VPublikation bespricht sie das Wirken des Volksliedsammlers Franz Schunko, anlässlich dessen 50. Todestages das AÖV Einblicke in seinen Kryptonachlass gewährt.

Teresa Hellweger, Zwischen Sammlung und System – Franz Schunko als Bewahrer, Sammler und Forscher (Weiterleitung zur Website der Österreichischen Nationalbibliothek)

Franz Schunko nimmt zwei Gewährspersonen mit einem Tonbandgerät in Petersbaumgarten auf
Franz Schunko nimmt zwei Gewährspersonen mit einem Tonbandgerät in Petersbaumgarten auf. (ÖN 13-(4)-3, A 22,2)

Frühere Beiträge des Archivs des Österreichischen Volksliedwerkes zum Forschungsblog der Österreichischen Nationalbibliothek

Sammlung Karl Liebleitner | Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes / Österreichische NationalbibliothekA 355/1/78

Die Sammlung Karl Liebleitners – Das Volkslied als Leidenschaft
Teresa Hellweger vom Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes / Österreichische Nationalbibliothek hat sich eingehend mit Karl Liebleitner befasst und für den Forschungsblog der Österreichischen Nationalbibliothek einen Beitrag mit dem Titel „Die Sammlung Liebleitners – Das Volkslied als Leidenschaft“ verfasst. Der Sammler hinterließ dem Österreichischen Volksliedwerk mit über 6000 Liedern eine der größten Sammlungen österreichischer Volksmusik.

Ex Libris Konrad Mautner / Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes, Österreichische Nationalbibliothek

Die Sammlung Konrad und Anna Mautner im Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes
2018 erwarb das Österreichische Volksliedwerk ein Konvolut aus seinem Nachlass aus dem vom Volkskundemuseum Wien an die Familie Mautner restituierten Bestand Anna und Konrad Mautner. Diese handschriftlichen Lieder, Musikstücke und Texte wurden katalogisiert. Ein großteils ist über die Notenrecherche mit ABCs sowie Fingerprints versehen und auch digitalisiert.

Die Geschichte der Sammlung ist in einem Forschungsblog der Österreichischen Nationalbibliothek nachzulesen.
Zum Forschungsblog
Autor*innen: Erna Ströbitzer und Teresa Hellweger

Das Landl-Quartett
Zum Andenken an Gerlinde Haid (19.4.1943–29.11.2012) zum 10. Todestag. Das Landl-Quartett, ein unkonventionelles österreichisches Vokalensemble um die Volksmusikforscherin Gerlinde Haid, stand für einen neuen Zugang zu Volksmusikpflege und Musikvermittlung in den 1980er-Jahren. Lesen Sie mehr über die faszinierende Geschichte dieses Quartetts, über seine Gründung und die Namensgebung in einem Beitrag von Erna Ströbitzer, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Archiv des Österreichischen Volksliedwerks.

Link zum ÖNB Forschungsblog

Wenn die Vögel Hochzeit halten

Im Mai 2026 schreibt Irene Egger in der Kolumne über das Singen von Liedern mit Vögeln. Gerade im Frühling zwitschern, tirilieren, plustern sie ihr Gefieder und buhlen um Gunst. Sie sind damit dem menschlichen Verhalten nicht unähnlich. Doch Vorsicht! Nicht hinter jedem Pfeifen verbergen sich ehrbare Absichten. Darum prüfe genau, mit wem Du „Vogelhochzeit im grünen Wald“ hältst.Von Vögeln singen geht auf alle Fälle bei jedem Beziehungsstatus.

Das Magazin vom Jänner 2026 enthielt ihre zweite Kolumne, in der sie erläuterte, warum in den Heischebräuchen deutlich wird, dass Geben seliger denn Nehmen ist. In ihrem ersten Beitrag (Ausgabe September 2025) verriet sie, warum Singen nicht perfekt, sondern einfach echt sein sollte: „Wer singt, hat mehr vom Leben“.

Das Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes bietet einen umfassenden Einblicke auf Heische- und andere Bräuche.

Unserer Geschäftsleiterin Irene Egger schreibt seit 2025 regelmäßig gemeinsam als Servus Musikquartett mit Conny Bürgler, Thomas Gansch und Erich Riegler vom Österreichischen Blasmusikverband unter der Rubrik Servus Musi für die Zeitschrift Servus in Stadt & Land.

Servus Magazin in Stadt & Land

Titelfoto: Johannes Starmühler

Das andere Leben – Fotografien und Aufzeichnungen von Konrad Mautner

„Und in Birimoos schreit hålt schon lång da Gugu“
Archivprobe und offenes Singen aus der Sammlung Konrad Mautner mit Eva Maria Hois
08.05.2025, 18 Uhr, Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien.

Anlässlich der Ausstellung „Das andere Leben – Fotografien und Aufzeichnungen von Konrad Mautner“ findet im Österreichischen Volksliedwerk ein offenes Singen statt. Die Volksmusikforscherin und -vermittlerin Eva Maria Hois lädt dazu ein, von Konrad Mautner gesammelte Lieder zu singen. Darunter finden sich nicht nur bis heute bekannte Stücke, sondern auch neu zu Entdeckendes aus dem Teilnachlass Konrad Mautner im Archiv des Österreichischen Volksliedwerks. Im Rahmen des Singens erzählt Eva Maria Hois über den vor 145 Jahren geborenen Volksmusikforscher und seine Sammeltätigkeit im Auseerland im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert.

Neben der Besichtigung der Ausstellung kann man an diesem Abend auch in die Originaldokumente des Teilnachlasses sowie in andere Materialien zu Konrad Mautner im Archiv des Österreichischen Volksliedwerks Einsicht nehmen.  

Jodlertankstelle mit Jodleraufzeichnungen von Konrad Mautner
13.05.2025, 18.30 Uhr, Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien.

Bei der Jodler-Tankstelle mit den Sängerinnen von oanano-project werden Jodler, die mit Konrad Mautner und seinen volksmusikalischen Aufzeichnungen im Ausseerland im Zusammenhang stehen, gesungen.

Neben der Besichtigung der Ausstellung kann man an diesem Abend auch in die Originaldokumente des Teilnachlasses sowie in andere Materialien zu Konrad Mautner im Archiv des Österreichischen Volksliedwerks Einsicht nehmen.  

zum Format Jodlertankstelle


Zwischen den Welten der Familie Mautner im Gespräch mit:
Elizabeth Baum-Breuer: Bildungswissenschaftlerin u.a. Biografieforscherin und Großnichte von Konrad Mautner
Monika Bernold, Zeithistorikerin, Kultur- und Medienwissenschafterin u.a. Forschung zur Tänzerin, Choreografin, Tanzpädagogin Getrud Bodenwieser; Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien
begleitet von Birgit Johler (Volkskundemuseum am Paulustor) und Irene Egger (Österreichisches Volksliedwerk)
22.05.2025, 18 Uhr, Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien.

Auf Basis der Ausstellung „Das andere Leben – Fotografien und Aufzeichnungen von Konrad Mautner“ werden in dieser Gesprächsrunde die Welten der Familie Mautner zwischen Wien und Gößl zu Beginn des 20. Jahrhunderts erörtert. Dabei treffen persönliche Familiengeschichte auf zeithistorische Fakten. Speziell in Bezug auf Konrad Mautner seine Volkstanzaufzeichnungen in Gößl wird der Frage nachgegangen, welche Rolle eigentlich der moderne Tanz in den 1920er und 1930er Jahren in Wien spielte? Dahingehend soll in diesem Gespräch die Bedeutung von Frauen, auch in der Familie Mautner beleuchtet werden.

Neben der Besichtigung der Ausstellung kann man an diesem Abend auch in die Originaldokumente des Teilnachlass sowie in andere Archivmaterialien zu Konrad Mautner Einsicht nehmen.

Zum Abschluss darf bei einem Tanzkaraoke nach Fotografien und Tanzaufzeichnungen getanzt werden.

Adventsingen mit Vokalensemble GLAS | 01.12.2025 | 19 Uhr

Seit rund zwei Jahren hat das Vokalensemble GLAS unter der Leitung von Sängerin, Schauspielerin und Stimmbildnerin Nataša Mirkovic seinen Heimathafen / Proberaum im Österreichischen Volksliedwerk, also im Herzen Wiens gefunden.

GLAS als Synonym für Durchsichtigkeit, die andere Seite betrachten – zudem in den meisten slawischen Sprachen die Bezeichnung für „STIMME“. Das Vokalensemble GLAS widmet sich der Musik Südost-Europas, sowohl in purer Tradition, als auch in kunstvolle Arrangements und Kompositionen verpackt und lädt auf eine Reise in die magische Welt der polyphonen Frauen-Gesänge der Balkan-Region ein.

Die bunte Vielfalt findet sich nicht nur im Repertoire, sondern auch in der Herkunft der Ensemble-Mitglieder: Slowenien, Kroatien, Bosnien, Bulgarien, Ungarn und Österreich. Der gemeinsame Nenner ist die Liebe zur Polyphonie und die vollkommene Vereinigung der oft kontrastreichen Töne.

Am 01. Dezember wird die Probe des Vokalensemble GLAS öffentlich zugänglich gemacht: Wir laden zu einer Schnupper-Einheit in die Chorarbeit mit anspruchsvollen mehrstimmigen Arrangements und anschließend zu einem Offenen Singen. Gemeinsam mit dem Vokalensemble erlernen interessierte Gäste Lieder rund um den Advent. Ab 19 Uhr im Treffpunkt Operngasse.

Aus dem Inhalt:

Sommerakademie „Volkskultur als Dialog

Anita Mayer-Hirzberger: „Ein Fenster in die Vergangenheit“. Über Volksmusik als geschichtliches Argument, speziell zur österreichischen Geschichtsschreibung
Konrad Köstlin: Volkskultur als Dialog: Ökonomien und Lebensformen von Musikanten und Musikantinnen
Katharina Pecher-Havers: Gröscherlzähler und Buchhalter. Die Kommerzialisierung des Zitherwesens Merle Greiser: Alpines Vergnügen in der Stadt. Oberlandlerkapellen,Ausstellungs-Dörfer und die Exotisierung der Anderen
Lydia Novak: Geldlose Identität? Über Rolle und Stellenwert von Volksmusik in der kroatischen Volksgruppe am Beispiel Kolo Slavuj
Yannick Wey: Margaret Engelers Forschungsskizzen. Eine zusammenhängende Geschichte der Industrialisierung, Mobilität und Volksmusik in Appenzell Ausserrhoden im 19. Jahrhundert
Sandra Hupfauf: ‚Kraft durch Freude‘ als Volksmusik-Veranstalter. Volkstumsarbeit und Truppenbetreuung im ‚Tiroler Abend‘-Format

Die Rolle der Volksliedwerke in Österreich

Annemarie Bösch-Niederer: „Da aber Vorarlberg keine Volkslieder besitzt“. Fortsetzung der Spurensuche zur Volksliedforschung in Vorarlberg

Beiträge aus Forschung und Praxis

Stefan Hackl: Die Gitarren der Tiroler Nationalsänger
Volker Derschmidt: Wie lang dauert ein „Vielleicht“ in der Musik? Gedanken zum Nachschlag beim Wiener Walzer
Ulrich Morgenstern: Symposium „Motif-Centricity and Micro-Variation in Traditional Music“ (9.−12. November 2022)
Ulrich Morgenstern: Rudi Pietsch in Wien − Vermittler und Wissenschaftler (Rudi Pietsch Trilogie II, 18.10.2022)

Personalia

Michael Weese: Auf das Anders-Sein hinhören: Nachruf auf Erhard Busek (1941−2022)

Berichte aus den Volksliedwerken

Berichte der Volksliedwerke und fachverwandter Institutionen

Rezensionen

Annemarie Bösch Niederer: Volksmusik in Vorarlberg. Lieder und Tänze der Biedermeierzeit in Vorarlberg (= Corpus Musicae Popularis Austriacae, 23) (Sepp Gmasz)
Katharina Pecher-Havers: Der Salon des Proletariats − Die Narrative der Zitherkultur und ihre Erzählräume (= Musikkontext, 17) (Josef Focht)
Barbara Alge (Hg.): Musikethnographien im 21. Jahrhundert (= Musikethnologie im 21. Jahrhundert, 1) (Thomas Nußbaumer)
Thomas Nußbaumer u. Raymond Ammann (Hg.): Alpenstimmen. Beiträge zum Jodeln und mehrstimmigen Singen (= Schriften zur musikalischen Ethnologie, 8) (Erna Ströbitzer)
Sonja Ortner (Red.): Zitherstücke eines reisenden Musikanten. Eduard Leo (1862−1939) aus Fügen (= aus dem Tiroler Volksliedarchiv, 6) (Getrud Huber)

Tonbeispiel

zum Artikel Volker Derschmidt: Wie lang dauert ein „Vielleicht“ in der Musik? Gedanken zum Nachschlag beim Wiener Walzer

Walzer in A
Walzer in A leicht verzogen
Walzer in A stark verzogen
Walzer aus Wartenberg
Walzer aus Wartenberg leicht verzogen
Walzer aus Wartenberg stark verzogen
Ländlersicher Walzer in G

Bestellung: Bibliothek der Provinz, 33 €
304 S. : Abb., mus.Not., Tab.
ISBN 978-3-99126-266-4

Zur Reihe und zu weiteren Bänden

25. Internationales Akkordeonfestival Wien

Im Rahmen des Internationalen Akkordeon Festivals (24.2.-17.3.2023) veranstaltet das Österreichische Volksliedwerk in der Operngasse 6, 1010 Wien jährlich Workshops rund um Akkordeon und Harmonika. Jeweils einen halben Tag lang stellen sich renommierte MusikerInnen zur Verfügung, um den TeilnehmerInnen ihre persönliche Musizierweise und ihr Repertoire näher zu bringen. Dabei soll das eigene Können der TeilnehmerInnen erweitert werden. Während des Akkordeonfestivals können Karten (Keine Festivalpässe) im Österreichischen Volksliedwerk für die Konzerte erworben werden.

Das Internationale Akkordeonfestival findet bereits zum 25. Mal statt. Der Schwerpunkt Österreich des Festivals bleibt so selbstverständlich wie eh und je. Der Reichtum der hiesigen Musiklandschaft war immer ein wesentlicher, stets spannender und in sich vielfältiger Bestandteil des Programmes.

Programm des Festivals: www.akkordeonfestival.at


Sa, 02. März 2024, 15.00-18.00 Uhr
Balgführung wie ein Profi – Akkordeonworkshop mit Maria Mogas Gensana

In dem Workshop von Maria Mogas Gensana (Between Feathers Ensemble, Aer Duo, Vertixe Sonora) können leicht Fortgeschrittene die Grundlagen einer guten Akkordeontechnik und Akkordeonposition kennenlernen. Sie gibt Tipps, wie man mittels verschiedener Balgtechniken leicht seinen Balg und somit die Dynamik kontrollieren und schlussendlich frei und schmerzlosen spielen kann. Der Workshop ist offen für alle Akkordeonarten.

Aktuell stehen nur mehr Wartelistenplätze zur Verfügung.

Teilnahmegebühr: € 40.- (Anmeldung erforderlich)
Anmeldung: office@volksliedwerk.at
Ort: Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien


I: Sa, 09. März 2024, 10.00-13.00 Uhr
II: Sa, 09. März 2024, 15.00-18.00 Uhr
Danses de Bal Folk – Tanzworkshop mit Marinette Bonnert

Der Akkordeonunterricht, den Marinette Bonnert (21 Boutons, Calamalys) erhalten hat, entwickelte bei ihr eine große Freude daran, zum Tanz zu spielen, und selbst zu tanzen, um noch mehr Freude am Musizieren zu haben. Marinette Bonnert unterrichtet bei diesem Tanzworkshop leicht zugängliche Tänze des Bal Folk, wie Rundtänze, Kettentänze oder Mixer, und begleitet die Tanzenden am Diatonischen Knopfakkordeon. Recht einfache und sich wiederholende Schritte lassen dabei die Kraft der Gruppe und der Gemeinschaft spüren.

Aktuell stehen nur mehr Wartelistenplätze zur Verfügung.

Teilnahmegebühr: € 40.- (Anmeldung erforderlich)
Anmeldung: office@volksliedwerk.at
Ort: Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien


Sa, 16. März 2024, 15.00-18.00 Uhr
Balkanmusik leicht gemacht – Akkordeonworkshop mit Ivan Trenev

Sie wollten schon immer in die Welt der Balkan-Musik eintauchen? Nur war es Ihnen zu schnell oder bereitete das Mitzählen Schwierigkeiten? Dann sind Sie hier richtig!Ivan Trenev (Styrian Klezmore Orchestra, Balkalito) erklärt bei diesem Workshop die Grundlagen der Balkan-Musik und bietet Tipps und Tricks für effizientes Üben oder den leichten Umgang mit unregelmäßigen Takten. Willkommen sind sowohl AnfängerInnen als auch fortgeschrittene AkkordeonistInnen. Die Teilnahme mit chromatischen Knopf- oder Tastenakkordeon möglich.

Aktuell stehen nur mehr Wartelistenplätze zur Verfügung.

Teilnahmegebühr: € 40.- (Anmeldung erforderlich)
Anmeldung: office@volksliedwerk.at
Ort: Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien

Foto: Anne-Catherine Pierrot