23. Internationales Akkordeon Festival 2022.

Im Rahmen des Internationalen Akkordeon Festivals 19.2.-20.3.2022 veranstaltet das Österreichische Volksliedwerk in der Operngasse 6, 1010 Wien jährlich Workshops rund um Akkordeon und Harmonika. Jeweils einen halben Tag lang stellen sich renommierte MusikerInnen zur Verfügung, um den TeilnehmerInnen ihre persönliche Musizierweise und ihr Repertoire näher zu bringen. Dabei soll das eigene Können der TeilnehmerInnen erweitert werden. Während des Akkordeonfestivals können Karten im Österreichischen Volksliedwerk für die Konzerte erworben werden.

Das Internationale Akkordeonfestival findet bereits zum 23. Mal statt. Der SCHWERPUNKT ÖSTERREICH des Festivals bleibt so selbstverständlich wie notwendig, fallen doch internationale Künstler_innen derzeit beinahe zwingend weg. Der Reichtum der hiesigen Musiklandschaft war dabei schon immer ein wesentlicher, stets spannender und in sich vielfältiger Bestandteil des Programmes. 

Programm des Festivals: Akkordeon Festival


Sa., 26. Februar 2022,
15.00 – 18.00 Uhr.

Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien, im Rahmen des Akkordeonfestivals.

FRANZISKA HATZ (Großmütterchen & Klok)
Akkordeon für WiedereinsteigerInnen am Pianotastenakkordeon

Sie haben als Kind Akkordeon gelernt und jetzt steht das Instrument unbeaufsichtigt im Abstellraum? Sie denken daran, es zu entstauben und auszuprobieren? Dann sind sie hier richtig! Ein Workshop für Menschen, die irgendwann kurz Akkordeon-Unterricht hatten, oder ein wenig gespielt haben (Sie finden das C links und rechts und können Dur und Moll Akkorde auf der Bassseite spielen … ). Zum Wiedereinsteigen ohne Angst vor Fehlern!

Teilnahmegebühr: Erwachsene € 40,00/Workshop (Anmeldung erforderlich!)
Anmeldung: office(at)volksliedwerk.at


Sa., 5. März 2022,
15.00 – 18.00 Uhr.

Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien, im Rahmen des Akkordeonfestivals.

ALEXANDER CHRISTOF (Granada, Desustu, Chilli da Mur)
Pop-Akkordeon

Pop am Akkordeon? Sowieso! Mit Alexander Christof (Granada, Desustu …) erarbeiten die Teilnehmer_innen verschiedene Songs, spielen mit verschiedenen Begleitschemata und Skalen, und entwickeln eigene Arrangements. Der Workshop richtet sich an leicht Fortgeschrittene, die Lust haben, neue Seiten des Akkordeons zu entdecken und in die Welt der Popmusik einzutauchen.

Teilnahmegebühr: Erwachsene € 40,00/Workshop (Anmeldung erforderlich!)
Anmeldung: office(at)volksliedwerk.at

Anmeldung: office(at)volksliedwerk.at


Sa., 12. März 2022,
15.00 – 18.00 Uhr.

Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien, im Rahmen des Akkordeonfestivals.

INGRID EDER (AT)
Akkordieren und Musizieren

Melodien- und Phrasengestaltung, Akzentuierung als auch die Balgführung stehen in diesem Workshop mit Ingrid Eder (attensam quartett, quinteto tango la boca, Otto Lechner und die Wiener Ziehharmoniker) im Fokus. Gemeinsam werden wir uns an den Möglichkeiten am Akkordeon ausprobieren und kleine Stücke unter diesen Themen bearbeiten. Der Workshop richtet sich an leicht Fortgeschrittene, ganz gleich ob Tasten- oder Knopfakkordeon. 

Teilnahmegebühr: Erwachsene € 40,00/Workshop (Anmeldung erforderlich!)
Anmeldung: office(at)volksliedwerk.at

die Rolle der Volksmusik für den Tourismus – Sonderausstellung.

10. Juni bis 27. November 2022.
Eröffnung: 9. Juni 2022, 18 Uhr.


Tiroler Volkskunstmuseum, Universitätsstraße 2, 6020 Innsbruck


WAS WÄRE DER TOURISMUS IN TIROL OHNE DIE VOLKSMUSIK?

Die Tiroler sind lustig / Die Tiroler sind froh / Sie verkaufen ihr Bettchen / Und schlafen auf Stroh heißt es in einem alten Kinderlied. Es besingt die Tiroler*innen als lustiges, musikalisches und geselliges Volk. Bereits vor 200 Jahren bahnte sich diese Vorstellung ihren Weg in die Köpfe der Menschen und die Welt und machte Tirol als Tourismusdestination attraktiv.

Schon die Epoche der Romantik sowie die sogenannten Tiroler Freiheitskämpfe schärfen das Bild Tirols als imposante Naturlandschaft mit originellem Menschenschlag, insbesondere bei den deutschen Nachbar*innen. Die Tiroler*innen wiederum nutzen die Aufmerksamkeit, um singend Europa zu erobern und locken mit ihren Auftritten zu einem Besuch in der Alpenregion. Bald treten sie von Nordamerika über Skandinavien bis Russland an Königshöfen und in Konzertsälen auf. Doch hier wird nicht nur Gesang geboten. Auf umjubelten Tourneen begeistern die Gruppen mit einem ausgeklügelten publikumstauglichen Programm in optisch auffallender Garderobe. In den Tiroler Abenden des 20. Jahrhunderts setzt sich das Konzept hierzulande fort. Ihre Qualität wird seit 1968 sogar per Gesetz geschützt. Die Volksmusik selbst wiederum prägt nach einer jahrzehntelangen Entwicklung zwischen Inszenierung und Kulturgut bis heute den Tourismus und die Marke Tirol.

Mehr Information, Öffnungszeiten und Preise: Wir Tiroler sind lustig – Tiroler Landesmuseen (tiroler-landesmuseen.at)

Fotos: Tiroler Volkskunstmuseum

Sommer in Volksliedern der Welt.

Mi., 1. Juni 2022.
19.00 – 20.00 Uhr.

Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien.


Gesangsabend von Studierenden des Universitätslehrganges Klassische Operette und des Masterstudiums Oper der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien mit traditionellen Liedern aus ihrer Heimat in Zusammenarbeit mit dem Archiv des Österreichischen Volksliedwerks.


Die Sehnsucht nach dem Süden, nach der Sonne, dem Meer ist in vielen Liedern belegt. Sie werden nicht gesungen, um die südliche Lebenswelt wider zu spiegeln sondern, um ein ganz bestimmtes individuell geprägtes Flair beim Singen entstehen zu lassen. Das kommt, wenn auch aus einer anderen Perspektive u.a. in den Liedern italienischer Auswanderer zum Tragen, die speziell in Vorarlberg bis heute überliefert sind. Studierende des Studienganges Gesang/Oper der MUK gestalten einen Gesangsabend mit Melodien, Arien und Liedern zum Thema Sommer, Sonne und Italien. Dabei wird den Studierenden die Möglichkeit gegeben sich mit Material aus den Volksliedarchiven auseinander zu setzen und außerhalb ihres Institutes Aufführungserfahrung zu sammeln.

Moderation: Wolfgang Dosch (Univ. Prof., MA Oper, Lehrgang Klass. Operette im Studiengang Gesang/Oper)

Klavier: Greta Benini (Univ. Prof., MA Oper)

György Handl (Univ. Doz., Lehrgang Klass. Operette)

Gesang: Miko Abe (Japan) Cosima Büsing (Deutschland), Karen Danger (Azerbaidschan), Yejin Kang (Süd-Korea), Constantin Müller (Österreich), Valeriia Dolhik (Ukraine), Olivier Benoit (Canada), Evangelia Giannopoulou (Griechenland), Gaja Pelizzari (Italien)

Es gelten die aktuellen Corona-Regeln der Stadt Wien.

Eintritt: Spende

Hintergrund

Im Februar 2022 wurde mit Univ. Prof. Wolfgang Dosch (MA Oper, Lehrgang Klass. Operette im Studiengang Gesang/Oper) von der MUK Kontakt aufgenommen, um eine Zusammenarbeit zu starten. Studierenden soll es mittels Archivführungen und Vorlesungen ermöglicht werden einen niederschwelligen Zugang für Forschungsarbeiten im Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes zu bekommen (Hilfe für wissenschaftliche Arbeiten Bachelor, Master, Doktorat, artistic resaerch). Weiters sind Veranstaltungen angedacht, bei denen Studierende (Volks-)lieder aus ihrer Heimat und ausgesuchte Lieder aus dem Archiv darbieten.  Ziel ist darüber hinaus sich auch mit den Liedbiografien, Verbreitung und soziokulturellen Kontexten von Liedern auseinander zu setzen, um es in ihre Arbeit/Programme einfließen zu lassen. Musik, dargebracht von Studierenden mit unterschiedlichsten Muttersprachen, wird zum vereinenden gemeinsamen Nenner. So treten ihre Gemeinsamkeiten ins Rampenlicht und geben dem Publikum Hoffnung auf ein verständnisvolles Miteinander.

Die erste gemeinsame  Veranstaltung hat den Titel ”O sole mio”-  Sommer in Volksliedern der Welt

Foto: Archiv des Österreichische Volksliedwerkes

Traumberuf Musik – Realität versus Praxis?

Deine Meinung ist gefragt! Die Universität für Weiterbildung Krems und mica-music austria haben gemeinsam eine Online-Umfrage erstellt, um die unterschiedlichen Berufsbilder, Tätigkeitsfelder und Beschäftigungsverhältnisse in der Musikbranche erstmals realistisch mit Zahlen und Fakten abzubilden. Wir erhoffen uns außerdem Erkenntnisse zur Aus- und Weiterbildung: Welches Know-how brauchen Musikschaffende, um erfolgreich zu sein? Wie erlangen sie dieses Know-how?

Diese Befragung richtet sich an Dich, weil Du in der Musikbranche arbeitest – als Musiker_in, Komponist_in, oder in einem musiknahen Berufsfeld, zB. als Musikmanager_in, Labelbetreiber_in, Produzent_in, Tontechniker_in oder in der Musikverwaltung.

Alle Antworten werden anonym ausgewertet. Wir empfehlen Dir das Ausfüllen auf einem größeren Bildschirm. Als kleines Dankeschön werden unter allen Mitwirkenden 10 goodies (z.B. Freikarten) verlost.

Zur Umfrage

den Süden Italiens tanzen mit Sonja Kieser (visuelle Musikanthropologin, forscht zu Musik in Süditalien).

Do., 12. Mai 2022.
18.30 – 20.00 Uhr.

Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien.


weitere Termine: 12. Mai 2022, Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien


Tanz ist weite Enge, sich kontrahierende Dehnung und ruhende Bewegung.
Im Workshop lernen wir traditionelle Tanzformen Süditaliens kennen. Jeder Ort hat eine eigene
Form. In Kampanien wird zum pulsierenden Rhythmus der Trommel während der
Madonnenfeiern rund um den Vesuv getanzt. In den kalabrischen Bergen erklingen Hirtenlieder
gespielt auf Dudelsäcken. In Sizilien ist Tanzen ein Gemeinschaftsritual. In Apulien erinnert die
Pizzica an den Biss der Tarantel, der nur durch Musik geheilt werden kann.
Die Tänze des Südens werden frei getanzt. Tanzschritte und Figuren werden improvisiert
kombiniert. Stilistisch geht es darum, einen eigenen Ausdruck zu finden. Viele Tanzfiguren
werden ohne Körperkontakt getanzt, deshalb ist die dialogische Interaktion zentral. Es wird
tanzend miteinander gespielt und gescherzt. Die süditalienische Tanzmusik wird von frenetischer,
mediterraner Polyrhythmik angetrieben. Gemeinsam tauchen wir in ihren Klang ein. Tanzend
erkunden wir den Bewegungsfluss, hoch über die Berge hinaus und tief hinein in die
unbekannten Weiten des Meeres, zum Wesen unseres Seins.

Teilnahmegebühr: € 15/ für beide Termine € 28

Foto: Fest in Salignano, Provinz Lecce, Sonja Kieser

Volksmusik in Tirol, Band 1, Neuauflage 2022 (1. Aufl. 1982)

Seit einiger Zeit vergriffen und immer wieder nachgefragt, wird die einzige umfassende Tiroler Jodlerausgabe nun neu aufgelegt.

Das Jodeln gilt als ursprünglichste Form alpenländischen Musizierens und gerade Tirol wird gern damit in Verbindung gebracht. Mit diesem Band entstand die einzige umfassende Tiroler Jodlerausgabe – mit einem Fundus von 100 Jodlern ein Standardwerk. Das Material wurde im Laufe fast eines Jahrhunderts von mehreren Sammlern aufgezeichnet, meist im zwei- oder drei-, selten auch ein- oder vierstimmigen Satz. Darunter finden sich der HosnlupfSteftenschlagerZellbergerTeufel-JodlerErdäpflerSterzinger Metten-Jodler (bekannt als Andachtsjodler) u.v.a.

221 Seiten, 25€

Information und Bestellung: Tiroler Volksliedwerk

Generationenwechsel im OÖ. Volksliedwerk

Obfrau Christa Bumberger und Präsidentin Elisabeth Freundlinger haben am 25. März 2022 bei der Generalversammlung abgedankt. Sie haben den Verein fast 30 Jahre lang geführt und dabei zahlreiche Projekte und Menschen auf ihrem musikalischen Weg begleitet. Nun ist es Zeit, die Ruder an eine neue Generation zu übergeben. Mit den neuen Vorstandsmitgliedern konnten hochmotivierte und qualifizierte Menschen gefunden werden, denen das Ehrenamt ein großes Anliegen ist und die sich mit all ihren Fähigkeiten einbringen, um das OÖ. Volksliedwerk in eine gute Zukunft zu führen.

Obfrau: Sandra Ohms, hauptberuflich Redakteurin beim ORF OÖ. und so immer auf der Suche nach spannenden Geschichten von Land und Leuten und volkskulturellen Kostbarkeiten, Moderatorin von Volksmusikabenden oder Konzerten. Sie stammt aus Gmunden, in ihrer Familie wurde schon immer gerne gesungen und musiziert. So studierte sie neben Französisch, Geographie und Wirtschaftskunde auch Alpenländische Volksmusik in Salzburg und promovierte im Fach Volkskunde/Europäische Ethnologie an der Universität Wien.
Obfrau-Stellvertreterin: Annemarie Renz
Kassier Werner Thalhammer
Schriftführerin: Martina Rifesser, Hubert Tröbinger als Stellvertreter
zum gesamten Vorstand

Foto: Peter Beer

Präsident des Österreichischen Volksliedwerks 1999-2003

Erhard Busek kam als geborener Wiener (5. März 1941) durch seine Arbeit in der Wiener Kommunalpolitik über die Grätzel Kultur zur Wiener Musik. Hier setzte er sich für eine lebendige und dialogorientierte Nachbarschaftskultur ein, in der Wiener Musik stets ein wesentlicher Bestandteil ist. Über das Wienerlied, den Weana Tanz und das Dudeln kam er somit mit dem Volksliedwerk in Berührung. Dieses beschäftigte ihn in Folge immer wieder auch in seiner Funktion als Wissenschaftsminister.

Unter seiner Amtsperiode als Minister wurde erstmals 1992 die Sommerakademie des Österreichischen Volksliedwerks eingeführt. Diese Veranstaltungen dient bis heute der Begegnung von Praxis, Vermittlung und den Wissenschaften, die sich mit der Bedeutung dieses für Österreich wichtigen kulturellen Erbes befassen. Als er 1999, nach Ende seiner Amtszeit im Ministerium, die Präsidentschaft im Volksliedwerk übernahm, erfolgte unter seiner Führung eine interdisziplinäre und interkulturelle Ausrichtung des Volksliedwerks. Ihm lag daran, über Volkskultur und ihr Umfeld vernünftig und frei zu informieren und zu diskutieren. Studierende und Personen aus Wissenschaft und Musikpraxis aus dem ehemaligen Osten brachten einen Blick weit über den Tellerrand in die Arbeit des österreichischen Volksliedwerks ein.

1999 zog das Österreichische Volksliedwerk mit Hilfe von Erhard Busek an seinen heutigen prominenten Standort in der Operngasse, gleich neben der Staatsoper. Ein Zeichen, dass Hoch- und Volkskultur sich gegenseitig bedingen und eine gleichwertige Stellung in einer vielseitigen Kulturlandschaft einnehmen. Die Adresse ist Ort von Veranstaltungen und des Austauschs und Treffpunkt an der Sache interessierter Menschen geworden. Es erfolgte die 10-teilige CD Produktion Musik der Regionen. Dabei wurden in zehn ausgewählten Regionen in ganz Österreich singende und musizierende Menschen in ihrer gewohnten Umgebung und ihrem musikalischen Umfeld aufgenommen. Heute, über 20 Jahre später, sind es unschätzbare Quellen kulturellen Erbes. Unter seiner Amtszeit erfolgte der Startschuss des Schulprojekts „Mit allen Sinnen“, das bis heute zu den wesentlichen Säulen der Vermittlungsarbeit in den Volksliedwerken zählt.

„Denn wer um die Unverwechselbarkeit, Einzigartigkeit, Besonderheit der eigenen Heimat weiß, wird nicht nur mehr für sie sorgen, er wird auch die Heimat, die Besonderheiten der anderen Traditionen mehr achten und nicht neurotisch auf Fremdes reagieren, sondern neugieriger und höflicher. Er hat einen Sinn für die Klänge der Heimat anderer Menschen, denn sie, die eigentlichen Heimatlosen der Gegenwart, müssen mitgedacht werden, wenn das Wort Heimat verwendet wird. Im Mittelpunkt des Heimatbegriffs steht daher der Diskurs, der als buntes Mosaik bestehend aus Traditionen, aus Bindung, aus Emanzipation, aus gegenwärtigen Aneignungen und Auseinandersetzungen Antwort gibt auf die Frage, wer bin ich und wohin gehöre ich?“ (Zitat Erhard Busek in Chronik der Volkskunde in: Hg. Verein für Volkskunde, Österr. Zeitschrift für Volkskunde [1994, Heft 2], S 151.)

Viele seiner Initiativen und Projekte sind bis heute wesentlicher Bestandteil in den Aufgaben des Verbunds der Österreichischen Volksliedwerks. Es zeigt, dass Erhard Busek seinen Blickwinkel stets pointiert, aber weltoffen in die Zukunft richtete und dennoch Aktionen setzte, die bis heute den Nerv der Zeit treffen. Bis zu seinem letzten Tag am 13. März 2022 hat er mit Worten zum aktuellen Zeitgeschehen nicht gespart.

Quelle: Maria Walcher, Generalsekreterärin des Österreichischen Volksliedwerks (1989-2003)

mehr Infos zur Person: https://orf.at/stories/3253246/

Pressefoto

Foto: ehemaliger Präsident Erhard Busek bei der Sommerakademie 2000 in Kittsee, Foto Archiv des Österreichischen Volksliedwerks, Ferdinand Altmann

aus dem Volksliedarchiv.

Lassen wir doch alle kriegsverherrlichenden zackigen Marschlieder beiseite, die vorwiegend an Männer gerichtet sind „freiwillig“ aus Liebe zu Heimat und Vaterland in den Krieg zu ziehen. Dann finden wir unter den Archivmaterialien noch unzählige Lieder, die traurig Abschiede von Heimat, Eltern, Kindern, Freunden, Frau, Geliebter besingen. Noch schmerzlicher sind jene, die vom Tod, Verlust und ausweglosen Situationen erzählen.

Auffällig ist, dass erstere Kriegslieder Männer ansprechen und Propagandazwecken dienen. Hingegen zweit genannte Gattung sind jene Lieder, die das Zeitgeschehen aus der Perspektive der Bevölkerung reflektieren, dieses kritisch betrachten, vom Leid berichten, den Krieg beklagen und den Frieden heraufbeschwören. Hier sind es vor allem weibliche Perspektiven, die die Liedgeschichten einnehmen.

Doch solange Frauen an Regierungsspitzen, in internationalen Gremien und an Verhandlungstischen dieser Welt so gut wie fehlen, wird wohl weiterhin mit männlichen Methoden und Waffen gekämpft werden – oder hat irgendwer zum aktuellen Zeitgeschehen Frauen an den Tischen, Telefonen oder in den Medien gehört oder gesehen? Es wird also Zeit die Stimmen zu erheben!  

Literaturliste aus dem Archiv des Österreichischen Volksliedwerk

Trefferliste

Dieser Link enthält eine Liste mit thematischer Auswahl an wissenschaftlicher Literatur, Noten, Liedern, Handschriften, Tondokumenten und Fotos aus dem Bestand des Archivs des Österreichischen Volksliedwerkes.
Es finden sich darunter kulturgeschichtliche Auseinandersetzungen mit Kriegen und Konflikten in den letzten Jahrhunderten, Soldatenliedersammlungen, Lieder von Friedens- und Protestbewegungen, Schulprojekte zum Thema „Vereintes Europa“, und vieles mehr.
Sie sind eingeladen, anhand der Treffer in unserem Katalog weiterzurecherchieren und ausgewählte Medien in unserem Lesesaal zu lesen und anzuhören.


Playlist

Hier ein paar musikalische Beispiele passend zum aktuellen Geschehen quer durch alle Zeiten und Genres – gerne sammeln wir mehr dazu!

Bildtext: Dorli Draxler (Red.): Spontan – lebendig – traditionsbewußt 1991. Liederheft zur Jugendsingwoche Großrußbach, Niederösterreichischen und Steirischen Musikantenwoche. Graz 1991.

(=Steirische Tonspuren 12).

Nach dem Edler-Trio und den Pretuler Buam, beide im Mürztal beheimatet, ist diese CD der Kapelle Kager aus der Weststeiermark gewidmet. Gegründet wurde sie vom Trompeter Walter Kager (1933–1991), der von Publikum und Musikerkollegen gleichermaßen geschätzt wurde. Die Kapelle begann 1950 als Duo, wuchs aber schon bald auf ein Quintett an, das in unterschiedlichen Besetzungen mit Trompete, Klarinette, Posaune, F-Tuba und Steirischer Harmonika/Akkordeon überlieferte Stücke wie auch eigene Kompositionen spielte. Die 26 ausgewählten Aufnahmen stammen aus den 1960/70er-Jahren und wurden uns vom ORF Steiermark zur Verfügung gestellt. Zu hören sind u. a. „Mooskirchner Hochzeitsmarsch“, „Steirer-Polka“, „Hab mich lieb (Walzer)“, „Heubodn Gstanzln“, „Jugendzeit“ (Werner Mark), „Steirerklang Marsch“ (Fritz Pail), „Zum Ehrentanz (Walzer)“ (Georg Kaltschmid) sowie die „Lustige Musikanten (Polka)“, „Resi-Polka“, Almhütten-Polka“ und „Im Stüberl (Marsch)“ von Walter Kager.

€ 19.- (zzgl. Versand)
Herausgegeben und Bestellung: Steirisches Volksliedwerk