Lieder als Spiegel historischer Ereignisse,

Ö1 Radiokolleg, 13. Juni 2022, 9.45 Uhr.

Gestaltung: Richard Brem.


Lieder erzählen gerne Geschichten – manchmal aber auch Geschichte. Große Schlachten, Revolutionen, Naturkatastrophen haben oft auch einen Niederschlag in Liedform gefunden. Dabei wurden nicht nur die Geschehnisse selbst beschrieben und so der Nachwelt überliefert, sondern auch die durch sie erzeugten Gefühle und Stimmungen in der Sprache der Musik festgehalten. Nicht selten sind solche Lieder aber auch erst viele Jahre, mitunter Jahrhunderte nach einem historischen Ereignis entstanden. Sie taugen somit nicht als Zeitdokument, verraten aber viel über die, in die Vergangenheit projizierten Werte und Ideen einer späteren Zeit.

Auch die Pop- und Rockmusik hat sich immer wieder geschichtlicher Ereignisse angenommen: So hat etwa PJ Harvey den Ersten Weltkrieg („Let England Shake“) und Orchestral Manoeuvres in the Dark den Atombombenabwurf auf Hiroshima („Enola Gay“) besungen, während Neil Young in seinem Song „Let’s Roll“ die dramatischen Szenen an Bord eines entführten Flugzeugs am 11. September 2001 schilderte. Einen Meilenstein der musikalischen Geschichtsschreibung setzten 1977 auch die heimischen Schmetterlinge mit ihrer „Proletenpassion“. Und die schwedische Heavy Metal-Band Sabaton hat sich in ihren Songs sogar ausschließlich auf historische Themen spezialisiert – von der Türkenbelagerung Wiens bis zur Panzerschlacht von Kursk.

Das von Richard Brem gestaltete „Radiokolleg“ begibt sich anhand von Liedern und Liedtexten durch die Weltgeschichte und geht dabei der Frage nach, inwieweit diese als historische Quellen und zur Vermittlung von geschichtlichem Wissen dienen können, Irene Egger vom Österreichischen Volksliedwerk berichtet aus der Sicht der Volkslieder.

Die Ausschreibung ist da

Anmeldephase: 1. Juni – 15. Juli 2022


Vom 27. bis 30. Oktober 2022 ist es endlich wieder so weit! Junge MusikantInnen und SängerInnen aus vier Ländern – Österreich, Bayern, Südtirol und Schweiz – treffen sich, um beim größten Wettbewerb rund um die traditionelle Volksmusik, dem Alpenländischen Volksmusikwettbewerb/Herma Haselsteiner-Preis, ihr Können zu präsentieren.
Die Veranstaltung ist die größte ihrer Art und ein Fixpunkt der Volksmusikszene im Alpenraum. Die Teilnahme am Wettbewerb ist jedoch mit 150 Wertungen für Gruppen und Solisten begrenzt.

Die Begegnung der unterschiedlichen, volksmusikalischen Regionen, verbunden mit ihren typischen Trachten und Musizierstilen ist jedes Mal für alle aktiv Mitwirkenden, aber auch für die tausenden BesucherInnen ein außergewöhnliches Erlebnis.

Zahlreiche Musikantentreffen, der große Volkstanzabend, Musik und Gesang in der Innenstadt, Volksmusikfrühschoppen in Innsbrucker Gasthäusern, die internationale Noten-, Trachten- und Instrumentenverkaufsausstellung „Rund um die Volksmusik“, der feierliche Volksmusikfestabend mit Verleihung der begehrten Herma Haselsteiner-Preise und der festliche Radio-Abschlussgottesdienst am Sonntag im Innsbrucker Dom laden zum Besuch dieses einzigartigen Wochenendes nach Innsbruck ein.

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Kontakt und Anmeldung: Tiroler Volksmusikverein

WeXel oder Die Musik einer Landschaft. Das Weltliche Lied: Jodler, Jodler-Lied, Gstanzl und Tanz”.

9. September 2022, 15 Uhr, Kahlenbergerdorf 1


Programm

Dank und Segen in der Pfarrkirche St. Georg mit Diakon OStR Mag. Peter Schwarz
im Anschluss in der Buschenschank Taschler, Geigeringasse 6
Die Joglerischen (St. Lorenzen am Wechsel)
Drah ma’s auf (Sascha Niemann / Irmgard Stelzer, Wien)
Putz & Stingln (Aspang am Wechsel)
Sabine Scheybal (Tiefenbach, Krumbach, Bucklige Welt)
Anton Straka (Edlitz, Bucklige Welt)

Zum Buch

Bild: Abstieg vom Wettekoglerhaus zur Vorauer Schwaig“ – Copyright Irene Porsche

Traumberuf Musik – Realität versus Praxis?

Deine Meinung ist gefragt! Die Universität für Weiterbildung Krems und mica-music austria haben gemeinsam eine Online-Umfrage erstellt, um die unterschiedlichen Berufsbilder, Tätigkeitsfelder und Beschäftigungsverhältnisse in der Musikbranche erstmals realistisch mit Zahlen und Fakten abzubilden. Wir erhoffen uns außerdem Erkenntnisse zur Aus- und Weiterbildung: Welches Know-how brauchen Musikschaffende, um erfolgreich zu sein? Wie erlangen sie dieses Know-how?

Diese Befragung richtet sich an Dich, weil Du in der Musikbranche arbeitest – als Musiker_in, Komponist_in, oder in einem musiknahen Berufsfeld, zB. als Musikmanager_in, Labelbetreiber_in, Produzent_in, Tontechniker_in oder in der Musikverwaltung.

Alle Antworten werden anonym ausgewertet. Wir empfehlen Dir das Ausfüllen auf einem größeren Bildschirm. Als kleines Dankeschön werden unter allen Mitwirkenden 10 goodies (z.B. Freikarten) verlost.

Zur Umfrage

den Süden Italiens tanzen mit Sonja Kieser (visuelle Musikanthropologin, forscht zu Musik in Süditalien).

Do., 12. Mai 2022.
18.30 – 20.00 Uhr.

Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien.


weitere Termine: 12. Mai 2022, Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien


Tanz ist weite Enge, sich kontrahierende Dehnung und ruhende Bewegung.
Im Workshop lernen wir traditionelle Tanzformen Süditaliens kennen. Jeder Ort hat eine eigene
Form. In Kampanien wird zum pulsierenden Rhythmus der Trommel während der
Madonnenfeiern rund um den Vesuv getanzt. In den kalabrischen Bergen erklingen Hirtenlieder
gespielt auf Dudelsäcken. In Sizilien ist Tanzen ein Gemeinschaftsritual. In Apulien erinnert die
Pizzica an den Biss der Tarantel, der nur durch Musik geheilt werden kann.
Die Tänze des Südens werden frei getanzt. Tanzschritte und Figuren werden improvisiert
kombiniert. Stilistisch geht es darum, einen eigenen Ausdruck zu finden. Viele Tanzfiguren
werden ohne Körperkontakt getanzt, deshalb ist die dialogische Interaktion zentral. Es wird
tanzend miteinander gespielt und gescherzt. Die süditalienische Tanzmusik wird von frenetischer,
mediterraner Polyrhythmik angetrieben. Gemeinsam tauchen wir in ihren Klang ein. Tanzend
erkunden wir den Bewegungsfluss, hoch über die Berge hinaus und tief hinein in die
unbekannten Weiten des Meeres, zum Wesen unseres Seins.

Teilnahmegebühr: € 15/ für beide Termine € 28

Foto: Fest in Salignano, Provinz Lecce, Sonja Kieser

Volksmusik in Tirol, Band 1, Neuauflage 2022 (1. Aufl. 1982)

Seit einiger Zeit vergriffen und immer wieder nachgefragt, wird die einzige umfassende Tiroler Jodlerausgabe nun neu aufgelegt.

Das Jodeln gilt als ursprünglichste Form alpenländischen Musizierens und gerade Tirol wird gern damit in Verbindung gebracht. Mit diesem Band entstand die einzige umfassende Tiroler Jodlerausgabe – mit einem Fundus von 100 Jodlern ein Standardwerk. Das Material wurde im Laufe fast eines Jahrhunderts von mehreren Sammlern aufgezeichnet, meist im zwei- oder drei-, selten auch ein- oder vierstimmigen Satz. Darunter finden sich der HosnlupfSteftenschlagerZellbergerTeufel-JodlerErdäpflerSterzinger Metten-Jodler (bekannt als Andachtsjodler) u.v.a.

221 Seiten, 25€

Information und Bestellung: Tiroler Volksliedwerk

Generationenwechsel im OÖ. Volksliedwerk

Obfrau Christa Bumberger und Präsidentin Elisabeth Freundlinger haben am 25. März 2022 bei der Generalversammlung abgedankt. Sie haben den Verein fast 30 Jahre lang geführt und dabei zahlreiche Projekte und Menschen auf ihrem musikalischen Weg begleitet. Nun ist es Zeit, die Ruder an eine neue Generation zu übergeben. Mit den neuen Vorstandsmitgliedern konnten hochmotivierte und qualifizierte Menschen gefunden werden, denen das Ehrenamt ein großes Anliegen ist und die sich mit all ihren Fähigkeiten einbringen, um das OÖ. Volksliedwerk in eine gute Zukunft zu führen.

Obfrau: Sandra Ohms, hauptberuflich Redakteurin beim ORF OÖ. und so immer auf der Suche nach spannenden Geschichten von Land und Leuten und volkskulturellen Kostbarkeiten, Moderatorin von Volksmusikabenden oder Konzerten. Sie stammt aus Gmunden, in ihrer Familie wurde schon immer gerne gesungen und musiziert. So studierte sie neben Französisch, Geographie und Wirtschaftskunde auch Alpenländische Volksmusik in Salzburg und promovierte im Fach Volkskunde/Europäische Ethnologie an der Universität Wien.
Obfrau-Stellvertreterin: Annemarie Renz
Kassier Werner Thalhammer
Schriftführerin: Martina Rifesser, Hubert Tröbinger als Stellvertreter
zum gesamten Vorstand

Foto: Peter Beer

Präsident des Österreichischen Volksliedwerks 1999-2003

Erhard Busek kam als geborener Wiener (5. März 1941) durch seine Arbeit in der Wiener Kommunalpolitik über die Grätzel Kultur zur Wiener Musik. Hier setzte er sich für eine lebendige und dialogorientierte Nachbarschaftskultur ein, in der Wiener Musik stets ein wesentlicher Bestandteil ist. Über das Wienerlied, den Weana Tanz und das Dudeln kam er somit mit dem Volksliedwerk in Berührung. Dieses beschäftigte ihn in Folge immer wieder auch in seiner Funktion als Wissenschaftsminister.

Unter seiner Amtsperiode als Minister wurde erstmals 1992 die Sommerakademie des Österreichischen Volksliedwerks eingeführt. Diese Veranstaltungen dient bis heute der Begegnung von Praxis, Vermittlung und den Wissenschaften, die sich mit der Bedeutung dieses für Österreich wichtigen kulturellen Erbes befassen. Als er 1999, nach Ende seiner Amtszeit im Ministerium, die Präsidentschaft im Volksliedwerk übernahm, erfolgte unter seiner Führung eine interdisziplinäre und interkulturelle Ausrichtung des Volksliedwerks. Ihm lag daran, über Volkskultur und ihr Umfeld vernünftig und frei zu informieren und zu diskutieren. Studierende und Personen aus Wissenschaft und Musikpraxis aus dem ehemaligen Osten brachten einen Blick weit über den Tellerrand in die Arbeit des österreichischen Volksliedwerks ein.

1999 zog das Österreichische Volksliedwerk mit Hilfe von Erhard Busek an seinen heutigen prominenten Standort in der Operngasse, gleich neben der Staatsoper. Ein Zeichen, dass Hoch- und Volkskultur sich gegenseitig bedingen und eine gleichwertige Stellung in einer vielseitigen Kulturlandschaft einnehmen. Die Adresse ist Ort von Veranstaltungen und des Austauschs und Treffpunkt an der Sache interessierter Menschen geworden. Es erfolgte die 10-teilige CD Produktion Musik der Regionen. Dabei wurden in zehn ausgewählten Regionen in ganz Österreich singende und musizierende Menschen in ihrer gewohnten Umgebung und ihrem musikalischen Umfeld aufgenommen. Heute, über 20 Jahre später, sind es unschätzbare Quellen kulturellen Erbes. Unter seiner Amtszeit erfolgte der Startschuss des Schulprojekts „Mit allen Sinnen“, das bis heute zu den wesentlichen Säulen der Vermittlungsarbeit in den Volksliedwerken zählt.

„Denn wer um die Unverwechselbarkeit, Einzigartigkeit, Besonderheit der eigenen Heimat weiß, wird nicht nur mehr für sie sorgen, er wird auch die Heimat, die Besonderheiten der anderen Traditionen mehr achten und nicht neurotisch auf Fremdes reagieren, sondern neugieriger und höflicher. Er hat einen Sinn für die Klänge der Heimat anderer Menschen, denn sie, die eigentlichen Heimatlosen der Gegenwart, müssen mitgedacht werden, wenn das Wort Heimat verwendet wird. Im Mittelpunkt des Heimatbegriffs steht daher der Diskurs, der als buntes Mosaik bestehend aus Traditionen, aus Bindung, aus Emanzipation, aus gegenwärtigen Aneignungen und Auseinandersetzungen Antwort gibt auf die Frage, wer bin ich und wohin gehöre ich?“ (Zitat Erhard Busek in Chronik der Volkskunde in: Hg. Verein für Volkskunde, Österr. Zeitschrift für Volkskunde [1994, Heft 2], S 151.)

Viele seiner Initiativen und Projekte sind bis heute wesentlicher Bestandteil in den Aufgaben des Verbunds der Österreichischen Volksliedwerks. Es zeigt, dass Erhard Busek seinen Blickwinkel stets pointiert, aber weltoffen in die Zukunft richtete und dennoch Aktionen setzte, die bis heute den Nerv der Zeit treffen. Bis zu seinem letzten Tag am 13. März 2022 hat er mit Worten zum aktuellen Zeitgeschehen nicht gespart.

Quelle: Maria Walcher, Generalsekreterärin des Österreichischen Volksliedwerks (1989-2003)

mehr Infos zur Person: https://orf.at/stories/3253246/

Pressefoto

Foto: ehemaliger Präsident Erhard Busek bei der Sommerakademie 2000 in Kittsee, Foto Archiv des Österreichischen Volksliedwerks, Ferdinand Altmann

aus dem Volksliedarchiv.

Lassen wir doch alle kriegsverherrlichenden zackigen Marschlieder beiseite, die vorwiegend an Männer gerichtet sind „freiwillig“ aus Liebe zu Heimat und Vaterland in den Krieg zu ziehen. Dann finden wir unter den Archivmaterialien noch unzählige Lieder, die traurig Abschiede von Heimat, Eltern, Kindern, Freunden, Frau, Geliebter besingen. Noch schmerzlicher sind jene, die vom Tod, Verlust und ausweglosen Situationen erzählen.

Auffällig ist, dass erstere Kriegslieder Männer ansprechen und Propagandazwecken dienen. Hingegen zweit genannte Gattung sind jene Lieder, die das Zeitgeschehen aus der Perspektive der Bevölkerung reflektieren, dieses kritisch betrachten, vom Leid berichten, den Krieg beklagen und den Frieden heraufbeschwören. Hier sind es vor allem weibliche Perspektiven, die die Liedgeschichten einnehmen.

Doch solange Frauen an Regierungsspitzen, in internationalen Gremien und an Verhandlungstischen dieser Welt so gut wie fehlen, wird wohl weiterhin mit männlichen Methoden und Waffen gekämpft werden – oder hat irgendwer zum aktuellen Zeitgeschehen Frauen an den Tischen, Telefonen oder in den Medien gehört oder gesehen? Es wird also Zeit die Stimmen zu erheben!  

Literaturliste aus dem Archiv des Österreichischen Volksliedwerk

Trefferliste

Dieser Link enthält eine Liste mit thematischer Auswahl an wissenschaftlicher Literatur, Noten, Liedern, Handschriften, Tondokumenten und Fotos aus dem Bestand des Archivs des Österreichischen Volksliedwerkes.
Es finden sich darunter kulturgeschichtliche Auseinandersetzungen mit Kriegen und Konflikten in den letzten Jahrhunderten, Soldatenliedersammlungen, Lieder von Friedens- und Protestbewegungen, Schulprojekte zum Thema „Vereintes Europa“, und vieles mehr.
Sie sind eingeladen, anhand der Treffer in unserem Katalog weiterzurecherchieren und ausgewählte Medien in unserem Lesesaal zu lesen und anzuhören.


Playlist

Hier ein paar musikalische Beispiele passend zum aktuellen Geschehen quer durch alle Zeiten und Genres – gerne sammeln wir mehr dazu!

Bildtext: Dorli Draxler (Red.): Spontan – lebendig – traditionsbewußt 1991. Liederheft zur Jugendsingwoche Großrußbach, Niederösterreichischen und Steirischen Musikantenwoche. Graz 1991.