Jahrestagung des Österreichischen Volksliedwerks – Call

Einladung zur Einreichung

Jahrestagung des Österreichischen Volksliedwerks
12., 13. November 2026 (ganztägig)
Universität für Musik und darstellende Kunst, Fanny Hensel-Saal
Einreichfrist call: 31. Mai 2026


Volksmusik heute.
Soziale Vermittlung – historische Quellen moderne Medien

Die Quellen von Volksmusik und Volkstanz im weitesten Sinne, wie sie heute in Österreich in privaten und öffentlichen Räumen praktiziert werden, sind außerordentlich vielfältig. Soziale Vermittlung von Musikstilen und Repertoirebeständen geschieht in organisiertem Rahmen durch geregelten Unterricht und in Workshops, aber auch immer noch auf den traditionellen Wegen der informellen Vermittlung oder auch durch regelmäßiges Dabeisein, Nachahmen und kreatives Weiterentwickeln bei Anlässen, in denen keine Vermittlungsabsicht gegeben ist.

Seit Jahrzehnten sind historische Musikhandschriften eine zentrale Quelle für nicht wenige Ensembles, so dass wir heute von einer eigenen Richtung der „historisch informierten Aufführungspraxis“ in der Volksmusik sprechen können. Sehr oft überschreitet diese nationale und ethnische Grenzen, wobei Österreich in vielem eine Pionierrolle zukommt.

Notenausgaben von Volksmusik stehen im Schnittbereich von historischen Quellen und modernen Medien. Auch Tonaufzeichnungen sind seit der Ära der Musikkassette eine wichtige Quelle für die Praxis, später kamen Videoaufnahmen dazu. Neben CDs, DVDs und online-Quellen können audiovisuelle Medien als Lehrmaterialien dienen – oder auch als Gedächtnisstütze gemeinsamen Musizierens verwendet werden. Die mediengestützte soziale Vermittlung in Online-Communities spielt seit geraumer Zeit eine bedeutende Rolle.

Wir laden dazu ein, auf der Jahrestagung 2026 die für die heutige Volksmusikpraxis in Österreich bedeutsamen Quellen aus der Sicht von Forschung, Vermittlung und Aufführungspraxis vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Die Einladung richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter sowohl aus Wissenschaft als auch musikalischer Praxis aus dem In- und Ausland, um so vergleichende Perspektiven zu entwickeln.

Förderungen für Fahrt- und Aufenthaltskosten können in begrenztem Rahmen übernommen werden. Falls eine Kostenübernahme durch eine entsendende Institution nicht möglich ist, bitten wir um entsprechende Angabe in der Einreichung. Wir werden die Fördermöglichkeiten nach Sichtung und Bewertung der Einreichungen prüfen.

Wir bitten um Einreichungen für wissenschaftliche Vorträge und Berichte aus der Praxis in Form einer kurzen Zusammenfassung von 250 bis 300 Wörtern an office@volksliedwerk.at bis zum 31. Mai 2026.Die Wissenschaftliche Kommission des Österreichischen Volksliedwerks wird bis Ende Juni über die eingegangenen Anträge entscheiden.

Foto: Archiv des Österr. Volksliedwerks, Vorlass Volksgesangverein Wien / C 13771