Pfeifen und Trommeln in der Volksmusik Vortrag, Archivführung und Musikant*innen Stammtisch
3. Oktober 2026
Programm: 19 Uhr: Vortrag Hartmut Liedl: Pfeifen und Trommeln in der Volksmusik
20+22 Uhr: Archivführung mit Erna Ströbitzer – Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes / Österreichische Nationalbibliothek
21 Uhr: Offenes Musizieren / Musikantenstammtisch
Mit einem Vortrag gibt der in Salzburg lebende Schwegelbauer Hartmut Liedl Einblicke in die Traditionen der Seitlpfeifer und Landsknechttrommler.
Die Archivführungen widmen sich u.a. dem Spezialthema Schwegel/Seitlpfeife und Landsknechttrommel im Salzkammergut sowie dem Nachlass von Georg Kotek anlässlich der Ausstellung„Schräges Erbe“ im Bezirksmuseum Neubau.
Anschließend können sich die Besucher*innen auch aktiv beim Offenen Musizieren/Musikantenstammtisch beteiligen oder einfach nur diese informelle Tradition des Musizierens kennenlernen.
Tickets Das Österreichische Volksliedwerk ist während seiner Öffnungszeiten offizielle Ticket-Verkaufstelle für die ORF-Lange Nacht der Museen (Ticket gilt für ALLE teilnehmende Museen und als Öffi-Fahrschein). Detailinfo zur ORF-Langen Nacht der Museen 2026 hier.
Bild: Seitnpfeifer und Trommler aus dem Salzkammergut: Hermann Moser (Trommel), Johann Kain sen. (Seitenpfeife/ Seitlpfeifer/ Schwegel), Bergmeister Leopold Khals (Seitenpfeife/ Schwegel) aus dem Salzkammergut / Bad Ischl, 1929
12., 13. November 2026 Universität für Musik und darstellende Kunst, Fanny Hensel-Saal, Anton-von-Webern-Platz 1, 10130 Wien
Die Quellen von Volksmusik und Volkstanz im weitesten Sinne, wie sie heute in Österreich in privaten und öffentlichen Räumen praktiziert werden, sind außerordentlich vielfältig. Soziale Vermittlung von Musikstilen und Repertoirebeständen geschieht in organisiertem Rahmen durch geregelten Unterricht und in Workshops, aber auch immer noch auf den traditionellen Wegen der informellen Vermittlung oder auch durch regelmäßiges Dabeisein, Nachahmen und kreatives Weiterentwickeln bei Anlässen, in denen keine Vermittlungsabsicht gegeben ist.
Seit Jahrzehnten sind historische Musikhandschriften eine zentrale Quelle für nicht wenige Ensembles, so dass wir heute von einer eigenen Richtung der „historisch informierten Aufführungspraxis“ in der Volksmusik sprechen können. Sehr oft überschreitet diese nationale und ethnische Grenzen, wobei Österreich in vielem eine Pionierrolle zukommt.
Notenausgaben von Volksmusik stehen im Schnittbereich von historischen Quellen und modernen Medien. Auch Tonaufzeichnungen sind seit der Ära der Musikkassette eine wichtige Quelle für die Praxis, später kamen Videoaufnahmen dazu. Neben CDs, DVDs und online-Quellen können audiovisuelle Medien als Lehrmaterialien dienen – oder auch als Gedächtnisstütze gemeinsamen Musizierens verwendet werden. Die mediengestützte soziale Vermittlung in Online-Communities spielt seit geraumer Zeit eine bedeutende Rolle.
Wir laden dazu ein, auf der Jahrestagung 2026 die für die heutige Volksmusikpraxis in Österreich bedeutsamen Quellen aus der Sicht von Forschung, Vermittlung und Aufführungspraxis vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Die Einladung richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter sowohl aus Wissenschaft als auch musikalischer Praxis aus dem In- und Ausland, um so vergleichende Perspektiven zu entwickeln.
Programm
12.11.2026
09:00 – 09:20 | Begrüßung
09:20 – 09:50 | Einführung. Ulrich Morgenstern, Universität für Musik und Darstellende Kunst, Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie
09:50 – 10:30 | Volksmusik in Österreich im Funktionswandel. Thomas Nußbaumer, Universität Mozarteum, Fachbereich Musikalische Ethnologie
10:30 – 11:00 | Kaffeepause
11:00 –11:40 | Wandel durch Wettbewerb, Volksmusikwettbewerbe als Indikatoren und Impulsgeber für Veränderungen in der Volksmusiklandschaft. Walter Meixner
Mittagspause
13:40 – 14:40 | Die Handschrift Josef Martin Strolz 1812 – 1818 wieder „ins Spiel bringen“, ein Beispiel des fruchtbaren Zusammenspiels von Forschung, informierter Aufführungspraxis und forschungsgeleiteter Vermittlung/Lehre mit Livemusik. Evelyn Fink-Mennel, Stella Vorarlberg Privathochschule für Musik
14:50 – 15:30 | „Hier fehlt mir aber doch ein Ton!“, das Volksmusikinstrument als Quelle des Revivals zwischen, historischem Befund und heutigem musikalischen Anspruch. Ralf Gehler, Historiker, Volkskundler und Musikant aus Schwerin
15:30 – 16:00 | Kaffeepause
16:00 – 16:40 | Stiftwalzen, Lochplatten und Notenrollen, Speichermedien mechanischer Musik als Quelle. Katharina Pecher Sammlung „Wunderwerkel Kamptal
16:50 – 17:30 | Mein Weg vom Lernenden zum Rechercheur. Simon Wascher, Vermittler, Herausgeber und Erforscher
19:30 – 22.30 | Offenes Musizieren mit Weinverkostung mit der Winzerfamilie Honsig und dem Trio H3 aus dem Weinviertel im Österreichisches Volksliedwerk
13.11.2026
09:00 – 09:40 | Quellen der heutigen Aufführungspraxis in der slowakischen Volksmusik. Bernard Garaj, Constantine the Philosopher University in Nitra
09:50 – 10:30 | Quellen, Medien und Volksmusikdiskurs in Ungarn, ein geschichtlicher Überblick. Dániel Lipták, Institut für Musikwissenschaft Budapest und Fachbereich Volksmusik der Liszt-Musikakademie
10:30 – 11:00 | Kaffeepause
11:00 – 11:40 | Musikalische und tänzerische Wissensvermittlung in der bosniakischen Community aus dem heutigen Nordmazedonien in Wien. Zwischen informellem Lernen, digitalen Medien und transnationalen Netzwerken. Aleksandar Arabadjiev
11:50 – 12:30 | Archiv Stinjaki, ein Community Archive im Spannungsfeld zwischen Traditionspflege und Minderheitenpolitik. Marko Kölbl, Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie, Universität für Musik und darstellender Kunst Wien
Mittagspause
14:00 – 14:40 | Volkstanz heute, Volkstanz zwischen Schrift, Video und Praxis, Else Schmidt, Bundesarbeitsgemeinschaft Volkstanz
14:50 – 15:30 | Volksmusikvermittlung in modernen Medien, Bericht aus der Praxis am Beispiel Dancilla, Franz Fuchs
15:30 – 16:00 | Kaffeepause
16:00 – 16:40 | Vom und fürs Radio: Das Radio als Medium der Vermittlung von Volksmusik in Österreich. Edgar Niemeczek
16:45 – 17:25 | Wiener Musik ist anders (und doch auch Volksmusik). Herbert Zotti, Wiener Volksliedwerk
17:30 – 18:00 | Abschlussdiskussion
19:00 Uhr | Besuch des Wiener Volksliedwerks im Anschluss Heuriger mit Musik
Foto: Mrs. W. A. Hargrave, USA, und Franz Schunko sitzen vor einem Tonbandaufnahmegerät im Schneebergdörfel am 29.7.1960 bei der 13. Jahreskonferenz des IFMC, ÖN 13-(4)-3, A 21,2
Singen mit Baby mit Irene Narnhofer | Foto: Tanja Wöginger
Let’s sing! Die vertrauteste Musik für ein Baby ist die Stimme der Eltern. Neben Nähe und Geborgenheit schenkt sie einen Platz zum Ankommen und hilft bei der Sprachentwicklung. Gemeinsam mit dem Österreichischen Volksliedwerk und der Jeunesse entdecken Eltern mit Babys neue und vertraute Wiegenlieder, Wickellieder und Bewegungslieder. Für ruhige Einschlafmomente, kleine Ablenkungen am Wickeltisch oder wenn überschüssige Energie einfach raus muss.
Irene Narnhofer ist ausgebildete Kindergarten- und Krippenpädagogin, studierte Geigenlehrerin. Musikgarten-Lehrerin
Programm: Wiegenlieder, Wickellieder und Bewegungslieder Dauer: 45 Minuten Datum: 03. Dezember 2026 und 19. Mai 2027, jeweils 9.30 Uhr (45 Minuten) Ort: Treffpunkt Operngasse, Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien Tickets zu dieser Veranstaltung können über das Ticketing-System der Jeunesse Österreich erworben werden.
28. März bis 27. Juni 2026 I 5 Module I Haus der Regionen, Steiner Donaulände 56, 3500 Krems-Stein
Der Lehrgang „Volkskultur neu denken“ wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien, vertreten durch Univ.-Prof. Dr. Brigitta Schmidt-Lauber, umgesetzt. Eingebettet ist der Lehrgang in die Akademie der Kultur.Region.Niederösterreich. Er ist Teil eines umfassenden strategischen Prozesses zur inhaltlichen Weiterentwicklung und Neuausrichtung der Volkskultur Niederösterreich. Ziel dieses Prozesses ist die zeitgemäße Positionierung der Volkskultur Niederösterreich im 21. Jahrhundert. Diese Positionierung versteht Volkskultur als kulturelles Phänomen, das sich durch Vielfalt, Offenheit und Interaktion auszeichnet. Traditionen zu leben und gleichzeitig neue Entwicklungen zuzulassen und zu fördern, ist ein wesentlicher Grundsatz in diesem Verständnis.
Ziel des Lehrgangs
Im Dialog zwischen Kulturwissenschaft und kultureller Praxis soll der Lehrgang „Volkskultur neu denken“
• Bedarfe und Anregungen aus der volkskulturellen Praxis aufgreifen • eine empirisch-kulturwissenschaftliche Grundausbildung vermitteln • Impulse aus der aktuellen Arbeit der Volkskultur Niederösterreich einbringen
In seiner Gesamtheit ist der Lehrgang eine Ausbildung in volkskulturellen Themen, Begriffen und kulturwissenschaftlichem Hintergrundwissen. Die Absolventinnen und Absolventen erwerben die Kompetenz, alltagskulturelle und volkskulturelle Phänomene in ihren sozialen, räumlichen, historischen und ökonomischen Bedeutungszusammenhängen zu erkennen und zu analysieren. Sie verfügen über die Kompetenz, Kulturbegriffe kritisch zu reflektieren, Fragestellungen zu entwickeln und gesellschaftliche Verhältnisse und deren Wandel aus gegenwartsorientierter kulturanalytischer Perspektive zu verstehen.
Der Lehrgang richtet sich an Kulturschaffende, an Kulturverantwortliche, an Kulturinteressierte, an Multiplikatoren der Volkskultur und der Regionalkultur, an Pädagoginnen und Pädagogen, an Vereinsfunktionärinnen und Vereinsfunktionäre.
Lehrgangsleitung: Univ.-Prof. Dr. Brigitta Schmidt-Lauber
Der Podcast SCHATZTRUHE VOLKSKULTUR – burgenländisch gredt und gsunga des Burgenländischen Volksliedwerks ist gestartet. Präsentiert werden Aufnahmen aus dem digitalen Tonarchiv. Mundarten, Bräuche, Lieder und Geschichten aus dem Dorfleben, liebevoll aufbereitet mit kurzen Fachkommentaren. Gestaltung: Sepp und Michael Gmasz
Der Podcast „Schatztruhe Volkskultur“ des Burgenländischen Volksliedwerks lädt zum Reinhorchen in das Land um den Neusiedler See ein. | Grafik: BVLW
Mitteleuropäische Städte sind seit langem kulturelle Schnittstellen, an denen nicht zuletzt die jüngsten Migrations- und Flüchtlingsbewegungen zu erheblichen und schnellen Veränderungen in der Demografie, der Zusammensetzung von Gemeinschaften und Identitäten geführt haben. Das Symposium „Sound in the City“, veranstaltet vom Steirischen Volksliedwerk, der Kunstuniversität Graz und der pädagogischen Hochschule Augustinum rückte die Musik und Klänge solcher Städte in den Mittelpunkt. Im nun veröffentlichten Symposiumsband werden diese in neun Beiträgen auf vielfältige Weise thematisiert.
Den Ausgangspunkt bilden zwei Keynotes: Kay Kaufman Shelemay von der Harvard University beleuchtet die Geschichte und methodische Herausforderungen der urbanen Musikforschung, während Eva Becher Einblicke in kultur- und generationenverbindende „best practice-Projekte“ aus ihrer Tätigkeit im Kulturreferat der Stadt München gibt. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit dem Aufsteirern in Graz und seiner Musik, der Irish-Folk-Szene in Graz und deren Verbindungen zum „Mutterland“ Irland, dem Einfluss der chilenischen Exil-Musik-Community auf das Berlin der DDR-Zeit und heutige Nachwirkungen, dem Soundmapping-Projekt „Grazer Klang“, Musiziergewohnheiten von Kindern und Jugendlichen in der Steiermark in Stadt und Land sowie städtischen Liedern und Sprüchen aus dem 19. Jh., die der sexuellen Sphäre zuzuordnen sind.
Durch die Vielfalt der Beiträge wird deutlich, dass sich der Klang einer Stadt aus einer Vielzahl von Stimmen und Tönen zusammensetzt, die unterschiedliche örtliche, historische und kulturelle Bezüge aufweisen, sich wechselseitig beeinflussen und konstant an die aktuellen Lebensrealitäten anpassen. Erst durch diese Dynamik wird – und bleibt – der Klang einer Stadt lebendig.
Sound in the City: Musik in mitteleuropäischen Städten. Hg. von Florian Wimmer, Sarah Weiss und Dietmar Bresnig im Auftrag des Steirischen Volksliedwerks, Graz 2025, 131 S. Mit freundlicher Unterstützung des Landes Steiermark
Öffnungszeiten: Di, Mi 09-17 Uhr Do 09-19 Uhr Fr 11-14 Uhr letzter Tag: 30.09.2026
Der Treffpunkt Operngasse des Österreichischen Volksliedwerkes im Herzen von Wien lädt ein zum Schauen, Stöbern und Schnäppchenjagen: Bücher, Noten, Liederhefte und CD’s rund um die Themen Volkskultur, traditionelle Musik und Tanz − Schätze aus dem Archiv und neuere Publikationen zum Minipreis!
Ort: Österreichisches Volksliedwerk Operngasse 6 1010 Wien
Im Rahmen des KlezMoreFestival Vienna 2026 veranstaltet das Österreichische Volksliedwerk, wie jedes Jahr, Klezmer-Workshops am Treffpunkt Operngasse. Durch Singen, Nach- und Mitspielen bringen renommierte Musiker*innen den Teilnehmenden am Workshop ihre persönliche Musizierweise und ihr Repertoire näher. Dabei soll das eigene Können der Teilnehmer*innen erweitert werden.
08.11.2026 | 15:00-18:00 Lomir zingen oyf yiddish! Vokalworkshop mit Sarah Myerson
Gemeinsam mit der New Yorker Kantorin Sarah Myerson tauchen wir in historische Aufnahmen ein und entdecken die feinen Nuancen traditioneller jiddischer Gesangsstile, Gesangstechniken und Repertoires. Die Lieder werden nach Gehör gelernt, mit intensivem Fokus auf die musikalische Ausdruckskraft. Alle Liedtexte werden sowohl auf Jiddisch (in Transliteration) als auch in englischer Übersetzung zur Verfügung gestellt.
Vorkenntnisse in jiddischer Sprache oder Gesang sind nicht erforderlich – alle Interessierten sind herzlich willkommen Unterrichtssprache: Englisch
14.11.2026 | 15:00-18:00 Klezmer: Aus dem Archiv in die Praxis Instrumentalworkshop mit Anna Lowenstein
Die Interpretin und Dozentin für Klezmermusik Anna Lowenstein zeigt Tipps, Tricks und Methoden, wie Klezmermusik über das bloße Lesen der Noten hinaus erlernbar und verständlich wird. Gemeinsam werden historische Aufnahmen detailliert analysiert und zugleich der größere musikalischen Zusammenhang erklärt.
Aus mehr als 15 Jahren Unterrichtserfahrung hat Anna einen Lehransatz entwickelt, der auf Zugänglichkeit, aktiver Teilnahme und gemeinschaftlichem Lernen basiert. Musiker*innen aller Niveaus und mit jeder Vorerfahrung sind herzlich willkommen. Unterrichtssprache: Englisch
die Termine des Jahres 2026: 10.11. | 12.12. (Adventjodeln)
Bei der Jodler-Tankstelle mit oanano-project kann man: neue Jodler kennen lernen, bekannte Jodler auffrischen und festigen, ganz gezielt an bestimmten Jodlern arbeiten, verschiedene Besetzungen ausprobieren, in Kleingruppen jodeln. Das Programm bestimmen die Teilnehmenden selbst. Zusätzlich gibt es jeweils einen neuen Jodler aus dem Archiv des Österreichischen Volksliedwerks
18:30-20:00 Uhr | Teilnahmegebühr: € 15.-
Alljährlich beim Workshop Adventjodeln stimmen wir uns ein auf die Weihnachtszeit mit besinnlichen Jodlern und weihnachtlichen Jodelliedern ein, auch aus dem Archiv werden ein paar Stücke dabei sein. Dazu gibt es Punsch und Kekse und die Möglichkeit, gemeinsam ein paar klangvolle und gemütliche Stunden zu erleben.