Ein online Adventkalender mit 24 Fenstern zum Mitmachen, Anhören und Mitsingen auf YouTube.

In Zeiten der virtuellen Musiknutzung ruft das Österreichische Volksliedwerk auf, selbst angefertigte Musikvideos von Liedern und Stücken, die man gerne in der Adventzeit singt und musiziert, zu schicken. Daraus wird ein klingender Adventkalender gestaltet. Auf dem YouTube-Channel: https://www.youtube.com/channel/UC_eD7DMuYd0cegGGUxx5hZw/about  öffnet sich ab 1. Dezember dann jeden Tag ein Fenster mit einem neuen Stück. Die Videos mit Liedtexten und Noten  werden im Archiv des Österreichischen Volksliedwerks archiviert. Sie geben langfristig einen Einblick in das weihnachtliche Musizieren in diesem speziellen Jahr 2020.
Noch gibt es freie Fenster – das Österreichische Volksliedwerk freut sich über Ihren Beitrag. Die MusikerInnen des Videos mit den meisten Klicks erhalten Publikationen aus den Volksliedwerken.

Alle Jahre wieder… besonders in der Adventzeit singen junge wie alte Menschen, in der Familie, im Chor, bei festlichen Zusammenkünften, am Christkindlmarkt, bei der Mette, im Seniorenheim, im Kindergarten… . Die derzeitige Corona-Pandemie macht zahlreichen weihnachtlichen Singaktivitäten einen Strich durch die Rechnung. Viele sind damit beschäftigt ihren Alltag mit Home-Office und Home-Schooling unter einem Hut zu bringen, sind von Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und existentiellen Fragen des Lebens betroffen. Mit dem klingenden Adventkalender möchten wir ein paar Augenblicke zum Verschnaufen bieten und zum Singen im engen familiären Umkreis anregen. Denn wie auch wissenschaftliche Studien immer wieder aufzeigen, hilft Singen Stress abzubauen, streichelt die Seele, hebt die Stimmung, spendet Trost…

Anforderungen an das Video

  • Ein Handyvideo im Querformat (natürlich auch bessere Qualität)
  • Lieder und Musikstücke, die man gerne in der Adventzeit musiziert und singt, solistisch oder gemeinsam mit FreundInnen, Verwandten, Kindern … (bitte gegebenenfalls auf Abstandsregeln achten), mit und ohne Begleitung sowie instrumental.
  • Weihnachtliches oder auch andere Stücke
  • Einsendeschuss gibt es vorerst keinen, am 24.Dezember ist zu spät.

Um eine möglichst große Bandbreite und Vielfalt zu zeigen, behält sich unsere Redaktion vor, aus den Einsendungen eine Auswahl zu treffen.

Weitere Informationen zur Einreichung unter: www.volksliedwerk.at/

Pressefoto

Sujet des Klingenden Adventkalenders

Kontakt für Rückfragen

Mag.a Irene Egger (Geschäftsleitung)
Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien,
Telefon: +43 (0)1/512 63 35, Handy +43 (0)664 5319757
irene.egger(at)volksliedwerk.at

Formen des Ortswechsels und der Umgang mit Mitgebrachtem und Vorgefundenem in der Volkskultur

Die Sommerakademie des Österreichischen Volksliedwerks findet von 26. – 28. August verkürzt und ohne öffentliche Großveranstaltung in Gmunden statt. Unter dem Titel „Volkskultur als Dialog. Migrationen und Ortswechsel. Kultur als Gepäck“ geht es um Fragen der Volkskultur zu aktuellen Migrationsbewegungen. Angesichts Covid-19 wird darüber hinaus volkskulturelle Praxis in der Krise diskutiert.

Pressetext zur Pressekonferenz am 26. August 2020

Pressefotos

Sujet der diesjährigen Sommerakademie „Volkskultur als Dialog“

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Projekt „heimat=sharing“

Trio Oanano - Auftritt bei Canadischer Botschaft 2017

Trio Oanano – Auftritt bei Canadischer Botschaft 2017

Das Landlerdorf Großpold in Siebenbürgen im Jahr 1992

Das Landlerdorf Großpold in Siebenbürgen im Jahr 1992. Foto: Wilfried Schabus

 

 

 

Kontakt für Rückfragen:

Mag.a Irene Egger (Geschäftsleitung)
Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien,
Telefon: +43 (0)1/512 63 35, Handy +43 (0)664 5319757
irene.egger(at)volksliedwerk.at, www.volksliedwerk.at

1.1.1967 – 11.7.2020.

Herbert Krienzer stimmt an, gibt uns Tempo und Töne vor, wir stimmen ein und lassen uns von ihm tragen.
Herbert Krienzer verstand es als ausgebildeter Pädagoge (Hauptschullehrer für Musik und Mathematik) Menschen für das Lernen zu begeistern. Seinen Lehrberuf tauschte er gegen die Mitarbeit im Steirischen Volksliedwerk. Von 1996 bis 2013 war Herbert als fester Mitarbeiter, später als freier Mitarbeiter, Referent und Vereinsbeirat beim Steirischen Volksliedwerk tätig. In zahlreichen Kursen und Seminaren gab er das Wissen und die Begeisterung für seine beiden großen Leidenschaften Natur und Musik an Interessierte jeden Alters weiter. Mit viel Empathie verstand er es die Menschen für das Singen, Jodeln, Musizieren und Tanzen, speziell in der freien Natur zu begeistern und sie zu einer mehrstimmigen Melodie zusammenzuführen. Stets entwickelte er dafür neue Vermittlungsmethoden und Formate, die weit über die Steirischen Landesgrenzen hinaus angenommen wurden und auch Nachahmung fanden, so zum Beispiel die Jodler-Tankstelle von Oanano in Wien. Auch im Team des internationalen Jodelfestes OU war er Impulsgeber und fixes Teammitglied. Als Musikant, Wanderführer und Freund hat er viele begleitet und viel gegeben.
Nun ist am 11.7. Deine Stimme verklungen, doch wir sind uns sicher, das Echo Deines Wirkens wird uns entgegen hallen und uns viele Wege weiter begleiten.

 

Quelle: Steirisches und Österreichisches Volksliedwerk

Foto: Herbert Krienzer bei der Sommerakademie des Österreichischen Volksliedwerks „Volkskultur als Dialog – Formen der Vermittlung Konzepte für morgen“ bei seinem Workshop   „Jodeln: zwischen Tradition und Wellness 2011, Herbert Zotti

musizieren auf der Hüttenbank, jodeln auf der Bergspitze, Geige spielen an der Weinstraße, Burgkonzerte bei Sonnenuntergang, musikalische Kräuterwanderungen, Klängen am Wasser lauschen, auf der taufrischen Wiese tanzen…


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Auf dieser Seite finden sich Kurse, Seminare und Workshops zum Singen, Musizieren, Tanzen, Jodeln sowie Festivals mit Volksmusik, verwandten Musiksparten und im interkulturellen Austausch an unterschiedlichen Orten in Österreich und in angrenzenden Gebieten. Die Angebote reichen von Singen in Kleingruppen, Tanzen im Generationenverband über Musiziertage für unterschiedliche Instrumente und Ensemblebesetzungen bis hin zum Einzelunterricht.

Sie richten sich an Erwachsene, Kinder, Familien, bestehende Ensembles und Menschen, AnfängerInnen wie Fortgeschrittene, die auf der Suche sind gemeinsam zu musizieren und musikalische Erlebnisse zu teilen.

Die VeranstalterInnen sind die Volksliedwerke der Bundesländer, sowie ihre Mitglieder und Partner, verwandte Einrichtungen und private AnbieterInnen, die unseren Qualitätsanforderungen entsprechen und eng mit uns zusammenarbeiten. Spezifisches Können und die jeweiligen Schwerpunkte der ReferentInnen geben den Veranstaltungen ihre individuelle Prägung. Die unterschiedlichen Beherbergungsbetriebe und -arten sowie die Gemeinden fungieren dabei als Partner. Gemeinsam mit allen werden die musikalischen Reisen zu einem einmaligen Erlebnis.

Zur Online Plattform Volksmusikreisen mit dem Programm für 2020 / 2021

Wir freuen uns bei den Kursen über Kommentare zu den jeweiligen Erlebnissen.


anbieten

AnbieterInnen und Beherbergungsbetriebe von Kursen, Seminaren, Workshops und Festivals sind ab sofort herzlich eingeladen, nach Registrierung ihre Angebote hier einzutragen. Wir freuen uns auch, wenn bereits eingegebene Veranstaltungen von den Einzelnen überarbeitet werden. Dabei ist zu beachten: die Veranstaltungen müssen zu den beschriebenen Kriterien passen und eine Reise wert sein. Bei Unklarheiten helfen wir gerne, auch Anregungen sind jederzeit willkommen.

Zur Eingabe von Veranstaltungen

Diese Seite wurde vom Österreichischen Volksliedwerk zusammen mit dem Veranstalter Verband Österreich, unter Mitwirkung von ReferentInnen und KursteilnehmerInnen entwickelt.

 

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Die junge Musikerin und Intendantin Julia Lacherstorfer gewinnt mit ihrem neuen Solo-Debüt Spinnerin den Hubert von Goisern Kulturpreis 2020.

Mit ihrem neuen Solo Debüt Spinnerin begibt sie sich auf eine musikalische Spurensuche nach einer weiblichen Perspektive im österreichischen Liedgut und wirft zunächst Fragen auf: Wo sind all die Lieder, die von Verlusten und Überforderungen, Sehnsüchten und vom stillem Ertragen einerseits, andererseits von Verführung, Wut und Verweigerung erzählen?

In der österreichischen Volksmusik wimmelt es zwar von Liebesliedern, in denen schöne Mädchen besungen und umworben werden. Beschrieben wird dann das herzige Dirndl, das bestenfalls kokettiert. Erotische Lieder erzählen wie der weibliche Körper in einem Feldzug erobert wird. In vielen Volksliedern wird das alltägliche Leben aus einer männlichen, aktiven Perspektive geschildert – die weibliche Rolle bleibt eindimensional, beobachtend, passiv. Weniger bekannte Balladen, Küchen- Spinnstuben- und Schlaflieder berichten von der Lebensrealitäten der Frauen, ihrer Arbeit, ihren Ängsten, ihren Sehnsüchten und ihrer Fürsorge. Wer sich also auf die Suche nach einer weiblichen Perspektive im österreichischen Liedgut macht, muss sich wie Julia Lacherstorfer seinen Weg erst ebnen. Für dieses Solo Debüt durchforstete sie die vielfältigen Materialien der Volksliedarchive, um Vergangenheit und vergessen Geglaubtes sowohl musikalisch, als auch narrativ in die Gegenwart zu transferieren. Ihre musikalischen Mittel sind dabei so vielfältig, wie die Lebensrealitäten jener Frauen, deren Geschichten sie erzählt.

Julia Lacherstorfer

Aufgewachsen in Bad Hall, Oberösterreich, begann sie schon früh in ihrem familiären Umfeld zu musizieren. Julia Lacherstorfer studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und der Anton Bruckner Privatuniversität Linz. Sie schloss Ihren Bachelor of Arts im Bereich Jazz und improvisierte Musik sowie Violine mit Auszeichnung ab und arbeitet seit 2011 als freischaffende Musikerin und Komponistin mit der Gruppe ALMA und Ramsch und Rosen. Unter anderem ist sie auch gemeinsam mit Simon Zöchbauer Intendantin des Musikfestivals Wellenklaenge in Lunz am See. Das aktuelle Programm geht in Kürze Online.

Foto: Daliah Spiegel

Hubert von Goisern Preis

Dieser Preis wird jährlich zur Förderung von Talent und Beharrlichkeit vergeben für außerordentliches Engagement und Leistungen im Bereich Kunst und Kultur im Allgemeinen, insbesondere aber der Musik. Zur Unterstützung inspirierter und inspirierender Menschen sowie zur Förderung innovativer Lösungen und Ideen die dem Gemeinwohl zugutekommen. Die Auszeichnung ist mit jährlich 15.000 Euro dotiert und für zehn Jahre ausgelobt.

Dieser Preis ist gemeinsam mit dem Schulprojekt „Komm, wir singen!“ des Österreichischen Volksliedwerks ein Beitrag von Hubert von Goisern junge Menschen für das Musizieren zu begeistern. Sein gesellschaftliches Engagement  den öffentlichen Kürzungen in der Musikausbildung und den oft prekären Situationen von Musikschaffenden entgegen zu wirken.

Weitere Informationen

https://www.julialacherstorfer.at/
https://www.hubertvongoisern.com/kulturpreis/index.html

Flüchtig ist der erste Roman aus der Feder von Hubert Achleitner, vielen besser bekannt als der Musiker Hubert von Goisern. Das Buch ist bei Zsolnay im Mai 2020 erschienen.

Ein Gruß aus dem Archiv

Corona hoch erhoben aus diesem Erdental…

Dieses Wallfahrtslied sandten OSR Karl Kager und Hans Hantich aus St Corona am Wechsel Anfang des 21. Jahrhunderts für die Publikation der Volkskultur Niederösterreich (Hg.) „Alle Heiligen Zeiten. Lieder und Texte im Jahreskreis“ ein.

Corona war eine frühchristliche Märtyrerin aus dem Ägypten oder Syrien, welche in jungen Jahren grausam hingerichtet wurde, indem man sie an zwei gebeugte Palmen band und bei deren Emporschnellen sie zerrissen wurde. Schon bald begann in Europa ein Heiligenkult um Corona.  Durch Kaiser Otto III. (980-1002) wurden erste Reliquien nach Aachen und weitere im 14. Jahrhundert nach Prag gebracht. Auch die Benediktinermönche förderten den Kult und Corona wurde in Österreich sehr verehrt. St Corona am Wechsel oder am Schöpfl, Altäre und Hauszeichen zeugen noch heute davon.

Die Schutzpatronin wird bei Geldangelegenheiten, bei Glücksspiel und wie sollte es anderes sein bei Seuchen um Hilfe angerufen. Nicht umsonst heißt es in der 3. Strophe: „Darum Hilf Stärke uns erlangen in diesem Erdenstreit, dass einst auch wir empfangen des Himmel Seligkeit. Corona!“ Mögen uns die Zeilen antiquiert in Zeiten der Ökumene und kulturellen Vielfalt unpassend erscheinen, so haben Wallfahrten, Wallfahrtslieder und Fürbitten an Heilige Menschen in Not stets beruhigt und Ihnen geholfen  extreme Situationen zu bewältigen. Sehen wir daher das Lied der Heiligen Corona mehr als Hilfe und als Symbol für unsere eigene Kraft Zeiten des Corona Virus zu überstehen. Möge der Virus am Tag der Heiligen Corona am 14. Mai 2021 hoffentlich vorüber sein.

 

 

Am 5. Februar ist Dr. Rudolf Pietsch nach längerer schwerer Krankheit verstorben. 1951 in Wien geboren hat Rudi Pietsch als Musikant, Vermittler, Forscher und Mensch zahlreiche Menschen in und rund um die Volksliedwerke gefördert, bewegt und geprägt. Neben seiner Tätigkeit als Assistenzprofessor (Institutsleitungsstellvertreter)  am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (1981-2016) lehrte er bei zahlreichen Seminaren und Musikantenwochen der Volksliedwerke das Geigen- und Ensemblespiel, Singen und Jodeln. Unabhängig von Motivation, vom Wissen und Niveau der Musizierenden hat Rudi Pietsch sie abgeholt, in bestehende Gruppe integriert und vom Musizieren begeistert. Speziell die Burgenländische Musikantenwoche wurde von Rudi Pietsch 38 Jahre mitgetragen und mitgestaltet.

Als Gründer und Primas der Tanzgeiger und in anderen Formationen begeisterte er bei Veranstaltungen, Festivals, Stammtischen der Volksliedwerke und darüber hinaus. Besonders den Steirischen Geigentag hat er gemeinsam mit seinem Freund Hermann Härtel von Beginn an über viele Jahre prägend begleitet. Auch hier war es sein Anliegen, die Menschen zum Musizieren und Mitmachen zu bewegen.  Er spielte zum Tanz auf und unterhielt die Menschen mit fundierten Geschichten und unterhaltsamen Anekdoten. Konzertsäle wie spontan zusammengefundene Runden wusste er musikalisch zu faszinieren und machte damit das Musikerlebnis zum Genuss. Dabei griff er auf sein reiches Wissen zurück, das er sich bei zahlreichen Feldforschungen im In- und Ausland angeeignet hat und in seine eigene Musiksprache übersetzte. Er forschte unter anderem in Pennsylvania, im Innviertel 1978/79, im Pongau 1986, im Schneeberggebiet und oftmals im Salzkammergut. Tondokumente, Fotos, Aufsätze, Artikel im Jahrbuch und in den Zeitschriften der Volksliedwerke sowie von verwandten Institutionen sind Zeitzeugnisse seines Wissens und Wirkens, die in den Volksliedarchiven für weitere Generationen erhalten bleiben. Diese Archivmaterialien sind Zeugnisse des traditionellen Geigenspiels in seinen speziellen, regionalen wie lebensbezogenen Ausprägungen. Dass diese Tradition lebendig ist und in Zukunft weiterlebt, ist letztlich ein großer Verdienst von Rudi Pietsch.

Lieber Rudi, wir, der Verbund der Volksliedwerke mit seinen Mitgliedern wünschen Dir einen Himmel voller Geigen!

Bild: von li n. re: Walter Burian, Rudi Pietsch, Alois Blamberger bei und Foto von Gerlinde Haid, 1977

Singen in der Weihnachtszeit.

Anlässlich des Jubiläums 200 Jahre Stille Nacht (2018) führte das Österreichische Volksliedwerk im letzten Jahr eine Umfrage mit offenen Antworten durch, um die Bedeutung sowohl des Liedes „Stille Nacht – Heilige Nacht“ wie auch anderer Weihnachtslieder und Informationen über das weihnachtliche Singen abzufragen.  150 Personen sind der Aufforderung gefolgt und geben mit ihren Antworten einen Einblick in das Musizieren rund um die Weihnachtszeit in Österreich.[1]

„Stille Nacht – Heilige Nacht“

Von den 100 Personen, die älter als 25 Jahre waren, gaben fast alle an das Lied „Stille Nacht – Heilige Nacht“ am Weihnachtsabend in der Familie zu singen. Die Hälfte davon singt drei Strophen, 50 Personen etwas weniger bzw. mehr als drei Strophen. 60 Prozent gaben an, dass Stille Nacht – Heilige Nacht für sie das bedeutendste Lied rund um das Weihnachtsfest darstellt. Das Singen dieses Liedes ist zentraler Bestandteil der weihnachtlichen Bescherung und des privaten Feierns in der Familie. Rund 40 Personen singen es auch in der Christmette. Ein Drittel gaben an, das Lied auch mehrstimmig zu singen bzw. mit Instrument zu begleiten. Das Lied und auch das Singen erzeugt bei den Befragten eine eigene Stimmung, die Melodie berührt sie, wirkt festlich. Bei einigen Personen über 55 weckt es Erinnerungen an die Kindheit. Tonaufnahmen des Liedes spielen nur bei wenigen Personen, die damit eine ganz persönliche Erinnerung assoziieren, eine Rolle. Meist wird das Lied zufällig im Radio oder im Kaufhaus mitgehört. Einige gaben an, dass sie das als störend empfinden, denn es nimmt dem Lied seine Bedeutung. Beliebt sind Aufnahmen von Chören. Etwas anders verhält es sich bei den befragten Schulkindern aus Wien. Jenes Drittel ohne christlichen Glaubens feiert in den Familien teilweise Weihnachten mit Essen und Familienbesuchen und auch Geschenken, jedoch wird das weihnachtliche Singen und damit auch das Lied „Stille Nacht – Heilige Nacht“ in diesem Zusammenhang nicht praktiziert. Jene Kinder ohne Migrationshintergrund singen das Lied wie alle anderen befragten Personen rund um das Weihnachtsfest.

Beliebte Weihnachtslieder 

Auf die Frage welche anderen Weihnachtslieder die Befragten singen, haben uns die meisten drei mehr oder weniger bekannte, in Summe 59 Lieder genannt. Die Mehrfachnennungen gehen von „Adeste fideles“ bis „Zu Betlehem geboren“. In allen Altersklassen sind auch anderssprachige Lieder vertreten. Die meisten Nennungen sind Weihnachtslieder aus dem deutschsprachigen Raum. Jene die unter den Befragten aus dem (musik-)pädagogischen Bereich waren, gaben an Weihnachtslieder mit ihren SchülerInnen zu singen. Alpenländische Weihnachtslieder sind bei allen Befragten kaum vertreten. Lediglich das in der alpenländischen Tradition komponierte Lied „Es wird scho glei dumpa“ von Anton Reidinger liegt mit 24 Nennungen relativ weit vorne, speziell in der Altersgruppe der 20-55 Jährigen. Die in allen Altersgruppen am häufigsten genannten Weihnachtslieder sind „Oh Tannenbaum, Leise rieselt der Schnee und Ihr Kinderlein kommet“.

Tonbeispiele

Alte Schellackaufnahmen als audiotracks  auf dieser Seite zu „Oh Tannenbaum“ und zu „Leise rieselt der Schnee“  spiegeln die Lieder im Geschmack musikalischen Inszenierens der Zwischenkriegszeit wider.
1. Leise rieselt der Schnee,  Schellackaufnahme mit Bielefelder-Kinderchor
2. O Tannenbaum, Schellackaufnahme mit Chor u. Orchester d. Staatsoper Berlin
Das 3. Beispiel eine Version von „O Tannebaum“ ist eine Hommage an den heuer verstorbenen Musiker Drehleierspieler Eberhard Kummer
Oh Tannenbaum, aus: Eberhard Kummer und Helga Maria Wolf „Lieder zur Leier&Wissenswertes von Weihnachten“ 

[1] Die Fragen wurden sowohl mittels Onlinefragebogen als auch persönlich und im Rahmen der Stille Nacht Ausstellung am Treffpunkt Operngasse beantwortet. Die meisten Befragten haben die österreichische Staatsbürgerschaft, der Rest verteilte sich über den ganzen Kontinent. Etwa die Hälfte gaben an musikalische Grundkenntnisse zu besitzen. Von diesen hatten etwas mehr als die Hälfte eine höhere musikalische Bildung aufzuweisen. Befragt wurden Personen unterschiedlichen Alters, im Umkreis der Volksliedwerke und unter den Ausstellungsbesuchern. Die jüngsten waren Volksschulkindern aus Wien,ein Drittel davon Kinder nicht christlichen Glaubens, der älteste Teilnehmende 81 Jahre alt.  Somit sind die Zahlen nicht repräsentativ für Österreich zu werten, aber dennoch kann aus den Ergebnissen eine Tendenz zum weihnachtlichen Singen abgelesen werden.

Danke für die Unterstützung

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Di., 26. November 2019,
10:00 – 11:00 Uhr.

Pressekonferenz.

Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien.


mit: Dr. Josef Pühringer, Präsident des Österreichischen Volksliedwerks, Landeshauptmann a.D.
Univ.-Doz. Mag. Dr. Barbara Boisits, Interimistische Direktorin des Instituts für kunst- und musikhistorische Forschungen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Mag. Erna Ströbitzer, Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes/ Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

zum Thema: „Die Rolle der Volksliedwerke in Österreich“
Ein Editionsprojekt zur Aufarbeitung der Geschichte der österreichischen Volksliedwerke und ihrer Protagonisten, um institutionsgeschichtliche Lücken zu schließen und die Institutionen und handelnden Personen einer kritischen Analyse und Reflexion zu unterziehen.

Mehr zum Projekt

Pressetext

Pressefotos

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Blatt mit einem Lied für Kaiser Franz I. inkl. Eingangsnotiz im Inventar des Tiroler Volksliedarchivs (© Tiroler Volksliedarchiv/Tiroler Landesmuseen, Inv. Nr. 147; Eingang vermutl. Herbst 1912)

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Viktor Zack zeichnet Lieder auf, Oberes Murtal um 1905 (© Steirisches Volksliedarchiv)

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Der Volksliedsammler und -vermittler Georg Kotek (* 4. März 1889 in Wien; † 2. November 1977 in Purkersdorf) gibt für den Sender „New York“ ein Interview zu „Stille Nacht“ bei ihm zu Hause in seiner Bauernstube im Dezember 1959, (© Archiv des Österreichischen Volksliedwerks, Sammlung Volksgesangverein Wien C 13 800)