Prof. Clemens Hellsberg übergibt Ehrenurkunde an em. Prof. Konrad Köstlin | Foto: Anita Frühwirth
Unser ehemaliger Leiter der Wissenschaftlichen Kommission und Vizepräsident des Österreichischen Volksliedwerks, em. Prof. Dr. Konrad Köstlin wurde am 11.11.2025 zum Ehrenmitglied ernannt. Das Dokument zur Ehrenmitgliedschaft wurde ihm im Rahmen einer Generalversammlung vom Präsidenten des Verbandes Prof. Dr. Clemens Hellsberg überreicht.
Mit dieser Auszeichnung findet das umfassende Wirken Konrad Köstlins für das Volksliedwerk und vor allem die Wissenschaftliche Kommission eine würdige Anerkennung. Neben seiner universitären Laufbahn als Professor für Europäische Ethnologie an der Universität Wien, widmete er sich ehrenamtlich zahlreichen Aufgaben und Projekten, die zur Weiterentwicklung der Volkskultur in Österreich beitragen. Dazu zählen seine Tätigkeiten in der Wissenschaftlichen Kommission des Österreichischen Volksliedwerks, als Präsident im Verein des Volkskundemuseums und im Beirat am Institut für Volkskultur und Kulturentwicklung, Tirol. Er war Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (DGV), darüber hinaus langjähriger Vorsitzender der Société internationale d’ethnologie et de folklore (SIEF) und im Wissenschaftlichen Beirat im Touriseum, Südtiroler Landesmuseum für Tourismus sowie Gutachter für die österreichische UNESCO-Kommission. Als Programmgestalter der jährlichen Sommerakademie des Österreichischen Volksliedwerks, der Kamingespräche der Volkskultur Niederösterreich und der Zukunftsgespräche der Bundesarbeitsgemeinschaft Volkstanz gab er neue Themen und Blickwinkel auf die Volkskultur aus der Perspektive einer modernen Gesellschaft vor. Dazu zählt auch die Wissenschaftliche Leitung des FWF Projekts des Volkskundemuseums Wien gemeinsam mit den Projektmitarbeiterinnen Birgit Johler und Magdalena Puchberger. Hier galt es „Museale Strategien in Zeiten politischer Umbrüche“ des Österreichischen Museums für Volkskunde in den Jahren 1930-1950“ zu beleuchten.
Am 11.11.2025 wurde Prof. Dr. Konrad Köstlin das Dokument zur Ehrenmitgliedschaft überreicht. Wir gratulieren herzlich und freuen uns mit ihm!
Im Mai 2026 schreibt Irene Egger in der Kolumne über das Singen von Liedern mit Vögeln. Gerade im Frühling zwitschern, tirilieren, plustern sie ihr Gefieder und buhlen um Gunst. Sie sind damit dem menschlichen Verhalten nicht unähnlich. Doch Vorsicht! Nicht hinter jedem Pfeifen verbergen sich ehrbare Absichten. Darum prüfe genau, mit wem Du „Vogelhochzeit im grünen Wald“ hältst.Von Vögeln singen geht auf alle Fälle bei jedem Beziehungsstatus.
Das Magazin vom Jänner 2026 enthielt ihre zweite Kolumne, in der sie erläuterte, warum in den Heischebräuchen deutlich wird, dass Geben seliger denn Nehmen ist. In ihrem ersten Beitrag (Ausgabe September 2025) verriet sie, warum Singen nicht perfekt, sondern einfach echt sein sollte: „Wer singt, hat mehr vom Leben“.
Das Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes bietet einen umfassenden Einblicke auf Heische- und andere Bräuche.
Unserer Geschäftsleiterin Irene Egger schreibt seit 2025 regelmäßig gemeinsam als Servus Musikquartett mit Conny Bürgler, Thomas Gansch und Erich Riegler vom Österreichischen Blasmusikverband unter der Rubrik Servus Musi für die Zeitschrift Servus in Stadt & Land.
* 29. April 1923 (Bozen), † 13. Jänner 2025 (Wien)
Walter Deutsch war als Musiker, Komponist und Musikwissenschaftler eine prägende Figur der österreichischen Volksmusik.
Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Südtirol, erlernte dort das Friseurhandwerk und wurde durch seine Eltern in die Musik eingeführt. Nach Umsiedlung der Familie ins „Großdeutsche Reich“ (Kufstein) wurde er zur Wehrmacht eingezogen und als Soldat nach Nordafrika geschickt. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft in den USA studierte er zuerst am Konservatorium in Innsbruck, danach an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien Komposition bei Alfred Uhl und Dirigieren bei Hans Swarowsky. Seine Karriere begann er als Ballettkorrepetitor an der Wiener Volksoper.
1965 gründete er das Institut für Volksmusikforschung (aktuell: Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie) an der heutigen Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, das er bis 1993 leitete. Von 1992 bis 1999 war er Präsident des Österreichischen Volksliedwerkes, danach Ehrenpräsident. Deutsch führte zahlreiche Seminare und auch Feldforschungen durch und dokumentierte so Volksmusik in verschiedenen österreichischen Regionen und in Südtirol. Viele kostbare Bild- und Tondokumente entstanden. Seine Forschungsergebnisse publizierte er sowohl in Notenheften für die Praxis, in Audioproduktionen als auch in wissenschaftlichen Fachbüchern. Einen Höhepunkt seiner Publikationstätigkeit stellt die Herausgabe der Reihe „Corpus Musicae Popularis Austriacae“ (COMPA), einer umfassenden Dokumentation österreichischer Volksmusik, die derzeit 23 Bände umfasst, dar. Seinem vielfältigen Wirken ist es zu verdanken, dass so wertvolles Kulturerbe für nachfolgende Generationen festgehalten ist. 2023 erhält er für sein Schaffen das „Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“.
Als Komponist schuf er Bühnen- und Ballettmusik, Tänze, Märsche, Klaviermusik, Kammermusik, Kantaten, Lieder nach Gedichten von E. Breisach und Franz Rieger, Wienerlieder, volksmusikalische Lieder, Stücke und Bearbeitungen u.a. für Chöre. Durch die Konzeption und Moderation von Radio- und Fernsehsendungen trug Walter Deutsch zudem maßgeblich zur Popularisierung von Volksmusik in Österreich bei.
2022 übergab er seine umfangreiche Sammlung an das Österreichische Volksliedwerk. Seit diesem Zeitpunkt wird diese schrittweise in das Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes eingegliedert.
Sendungshinweise: – „Unser Land unser Jahr“ bei ServusTV, 9. März 2025, 10 Uhr „AufhOHRchen Spezial in memoriam Walter Deutsch“, 14.1.2025, 20.04 Uhr, Radio Niederösterreich – Die Sendung zum Nachhören. (bis 12.02.2025) – Ö1 Spielräume: In memoriam Walter Deutsch, Freitag, 17.01.2024, 17.30h. – Die Sendung zum Nachhören (bis 16.02.2025)
Am 23. November 2024 wurde unser früherer, geschätzter Präsident LH a.D. Dr. Josef Pühringer zum Ehrenpräsident des Österreichischen Volksliedwerks ernannt. Seine verdienstvolle Amtszeit trat er 2007 als Nachfolger von Dr. Sepp Gmasz (heutiger Obmann des Burgenländischen Volksliedwerkes) an.
Die Überreichung der Ehrenpräsidentschaft fand im Österreichischen Volksliedwerk im Rahmen einer kleinen Feierstunde mit Freund*innen und ehemaligen Wegbegleiter*innen aus den Landesvolksliedwerken statt.
Im Rahmen einer Kooperation der Österreichischen Nationalbibliothek mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Österreichischen Volksliedwerk wird einer der bedeutendsten historischen Audio-Bestände zur österreichischen Volksmusik hörbar. Der Bestand ist Teil des UNESCO „Memory of Austria“ und dokumentiert das Singen der zumeist ländlichen Bevölkerung von 1934 bis 1937 im Rahmen der Reihe „Volksliedersingen“ der Radio-Verkehrs-AG, der Vorläuferin des ORF.
Die Ausstellung zeigt nicht nur Protagonist*innen und Tondokumente, sie stellt das Geschehen auch im ideologischen Kontext der Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur (1934–1938) dar, die vitales Interesse am Aufbau einer österreichischen Identität hatte. Bewerbungsformulare und Protokolle, Liedtexte und Notenhandschriften, Zeitungsausschnitte und Fotos machen die Reihe „Volksliedersingen“ vor ihrem historischen Hintergrund nachvollziehbar. Die unterschiedlichen, sorgfältig gestalteten Kapitel sind nach österreichischen Bundesländern aufgeteilt und mit Bildern, Beispielen und Hörproben ansprechend aufbereitet.
Von 1934 bis 1937 führte die Radio-Verkehrs-AG (RAVAG) zwölf Veranstaltungen der Reihe „Volksliedersingen“ in allen Bundesländern außer Wien durch. Dafür wurden Laiensänger*innen der jeweiligen Region dazu eingeladen, ihre Volkslieder öffentlich vorzutragen. Eine Expertinnen-Jury entschied, welche davon im Radio gesendet oder zur Archivierung aufgenommen wurden.
Im Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sind die Aufnahmen von rund 270 Einzeltiteln erhalten, die das Singen der Bevölkerung aus allen Bundesländern, einschließlich der Burgenländischen Kroat*innen, festhalten. Die vielfältige Dokumentation der Veranstaltungen wird im Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes, einer Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, verwahrt.
Aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gibt es nur wenige Tondokumente, die das nicht-professionelle Singen von Volksliedern in Österreich überliefern. Von der damaligen Volksmusikpraxis zeugen vor allem im Studio aufgenommene Schallplatten für die Unterhaltungsindustrie oder einige wenige Forschungsaufnahmen. Die neue Online-Ausstellung „Tonspuren der Heimat“ bietet der Reihe „Volksliedersingen“ der RAVAG nun eine neue Bühne.
Bildbeschriftung: Mathias Gletthofer, Edmund Pichler, Albrecht Wallner singen vor dem Mikrofon, Volksliedersingen der RAVAG in Payerbach, 26.5.1935, AÖV C 13808.
Das VOLXFEST mit den beiden Teilen „Eindrahn“ in Gmunden und „Aufdrahn“ in Gößl zeigt, über die Kunst und Kraft des Feierns können verschiedene Formen des Feierns zusammengeführt werden. Traditionelle Tänze, Discoplattler, queere Elemente sowie performative-künstlerische Ausdrucksformen haben im VOLXFEST einen Platz.
Das VOLXFEST ist ein mehrteiliges Projekt des Österreichischen Volksliedwerks gemeinsam mit dem Choreografen und Performancekünstler Simon Mayer im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024. Gemeinsam mit einem internationalen Team von acht Künstler*innen und dem Österreichischen Volksliedwerk unter der Leitung von Irene Egger kreieren Traditionsvereine wie die Altausseer und Atterseer Volkstanzgruppen, die Altbadseer Musi, Salzkammergut Geigenmusi, Grundlseer Geigenmusi, Salzkammerqueer sowie Hip Hop Gruppen aus dem Salzkammergut gemeinsam das VOLXFEST. Im VOLXFEST wird daher mit der Koexistenz von traditionellen Ausdrucksformen sowie zeitgenössischer Kunst experimentiert und gespielt. Egal, ob herkömmlich oder künstlerisch – Geplantes trifft auf Spontanes, Choreografien auf den freien Tanzboden. Der Holzhackermarschvon der Attergauer Volkstanzgruppe kommt damit sowohl als traditioneller Schuhplattler als auch in einer neuen Version mit Motorsäge und anderen Klangmotiven aus der Holzverarbeitung von Simon Mayer zur Aufführung, ein Spinnrad erzeugt aus traditionellen Melodien Beats und es wird auf einer „Zigarettenschachtelgeige“ musiziert, Elemente aus dem Hip Hop finden sich im Volkstänzen wieder… In dieser Zusammenarbeit von Österreichischem Volksliedwerk, künstlerischem Team und traditionellen Vereinen im Kontext der Kulturhauptstadt werden die einzelnen Acts mit historischem Quellenmaterial zu Volksmusik, Tanz, Tracht und Brauch aus den Archiven der Volksliedwerke bereichert. Auf Basis dieser sowie aktueller Feldforschungen werden vergessene Tänze und Musikstücke, wie der Polstertanz, rekonstruiert und in zeitgenössische, gesellschaftliche Kontexte eingebettet, um sie als Gesellschaftsspiel neu zu etablieren.
Ziel mit dem Volksfest ist es, Diversität sowie internationale und intersektionale Perspektiven in regionale volkskulturelle Ausdrucksformen einfließen zu lassen. Denn im künstlerischen Prozess werden Fragen zu Herkunft und Entwicklungen in gesellschaftlichen, zeitgenössischen und internationalen Diskursen anders als in herkömmlichen Settings beantwortet. Es werden gegebene Normen des Feierns aufgegriffen, hinterfragt und mit neuen, vielfältigen Ausdrucksformen verbunden. Diese hybriden Formen sollen zu einem besseren Verständnis unterschiedlicher Menschen beitragen, Angst vor Veränderungen nehmen und einen persönlichen Zugang zum Feiern mittels Körpergefühl eröffnen. All diese Facetten des VOLXFEST führen zu neuen Wegen in volkskulturellen Settings. Beim letzten Teil „Ausdrahn“ am 23. November 2024 werden im Salzkammergut gemeinsam mit Tänzer*innen, Performer*innen und Musiker*innen der Kulturhauptstädte aus Norwegen und Estland europäische Formen des Feierns zu einem Volxfest bzw. zu einer Village Party zusammengeführt.
Mitwirkende künstlerische Leitung Simon Mayer, art in motion Projektträgerin, Leitung Produktion und artistic research Irene Egger, Österreichisches Volksliedwerk künstlerisches Team Farah Deen, Simon Mayer, Markus Prieth, Patric Redl, Hannah Shakti-Bühler, Mario* Sinnhofer, Irma-Maria Troy, Hannah Wimmer Projektbeteiligte AltBadSeer Musi, Banda Adriatica, D’Attergauer Volkstanzgruppe und Lederhosengirls, D´Vöcklataler, Heimat- und Trachtenverein Alt-Gmunden, Grundlseer Geigenmusi, Viechtauermusikanten, Heimatverein Viechtau, KateRock Verein & ChrisMooves (Hip Hop), Oberösterreichisches und Steirisches Volksliedwerk, Salzkammergut Geigenmusi, Salzkammerqueer, Volkstanzgruppe Altaussee, Volxfestler*innen, Volxfestorchester Produktion Johannes Starmühler, Lisa Anetsmann, Ilona Eggl, Felix Gfällner Technik und Ton Jeroen Smith und Lukas Froschauer Projektbegleitung Karoline Wibmer Ethnografische Begleitung Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien Programmleitung Erinnerungskultur, Historisches, Museen Lisa Neuhuber
Das VOLXFEST, ein Projekt des Österreichischen Volksliedwerks gemeinsam mit dem Choreografen und Performancekünstler Simon Mayer, lädt im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 zu den ersten beiden Volxfestterminen: „Eindrahn“ am 25. Mai 2024, 9.30 – 14 Uhr in Gmunden, Schubertplatz und Traunseetram „Aufdrahn“ am 15. Juni ab 16 Uhr, Veitwirt Gößl.
Es sind dies Volxfeste zum Mitmachen, Mittanzen, Mitspielen und Mitsingen, kombiniert mit Schautänzen und Performances. Vorkenntnisse sind nicht nötig, einzig die Lust am gemeinsamen Feiern und Ausprobieren steht im Vordergrund. Das VOLXFEST versteht sich als ein vielschichtiges Partizipationsprojekt und will den Mitwirkenden und Besucher*innen unterschiedliche Zugänge zu kulturellen und künstlerischen Ausdrucksformen von Musik, Tanz, Tracht, Brauch und Feiern vermitteln. Im VOLXFEST wird mit der Koexistenz von traditionellen Ausdrucksformen sowie zeitgenössischer Kunst experimentiert und gespielt. Egal, ob traditionell oder künstlerisch – Geplantes trifft auf Spontanes, Choreografien auf den freien Tanzboden. Dabei trifft Hip-Hop auf Volkstanz, getanzt wird auch mit der laut Guinness Buch der Rekorde größten Lederhose. Der Holzhackermarsch kommt sowohl als herkömmlicher Schuhplattler getanzt von den Lederhosengirls aus dem Attergau als auch in einer neuen Version mit Motorsäge und diversen Klangmotiven von Simon Mayer zur Aufführung, ein Spinnrad erzeugt traditionelle Beats und es wird auf einer „Zigarrenschachtelgeige“ musiziert. Bei einem offenen Singen kann man in traditionelle Jodler und Lieder einstimmen.
Die Kunst und Kraft des Feierns liegt in der Balance zwischen den Regeln, die genaue Festabfolgen definieren, und freien spontanen, intuitiven Ausdrucksformen, welche Wohlbefinden, Freude und Zuneigung unter den Feiernden, Hochstimmung, aber auch Trauer und Wut zum Ausdruck bringen. Denn das gemeinsame Feiern kann auch als Ressource in Zeiten von Krisen dienen. Zwischen diesen Gegenpolen setzt das Projekt VOLXFEST des Choreografen und Performancekünstlers Simon Mayer an. Ein internationales Team von acht Künstler*innen und das Österreichische Volksliedwerk unter der Leitung von Irene Egger kreieren das VOLXFEST gemeinsam mit Menschen in den Gemeinden der “Kulturhauptstadtregion Bad Ischl Salzkammergut 2024” mit den AltBadSeer Musi, D’Attergauer Volkstanzgruppe und Lederhosengirls, D´Vöcklataler, Heimat- und Trachtenverein Alt-Gmunden, Grundlseer Geigenmusi, Viechtauermusikanten, Hip Hop Community Skgt, Oberösterreichisches und Steirisches Volksliedwerk, Salzkammergut Geigenmusi, Salzkammerqueer, Volkstanzgruppe Altaussee, Volxfestler*innen, Volxfestorchester. In der Zusammenarbeit von künstlerischem Team, traditionellen Vereinen und Institutionen im Kontext der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammmergut 2024 besteht die Möglichkeit, künstlerisches Arbeiten mit historischem Quellenmaterial zu Volksmusik, Tanz, Tracht und Brauch aus den Archiven der Volksliedwerke zu bereichern und neue Ergebnisse zu erzielen.
Durch die Kunst und Kraft des Feierns erleben Mitwirkende und Besucher*innen eine Kultur des Miteinanders und kulturelle Zugehörigkeiten aus unterschiedlichen Perspektiven. Ziel mit dem Volksfest ist es, Diversität sowie internationale und intersektionale Perspektiven in volkskulturelle Ausdrucksformen einfließen zu lassen. Denn im künstlerischen Prozess werden Fragen zu Herkunft und Entwicklungen in gesellschaftlichen, zeitgenössischen und internationalen Diskursen anders als in herkömmlichen Settings beantwortet. Es werden gegebene Normen aufgegriffen, hinterfragt und mit neuen, vielfältigen Ausdrucksformen verbunden. Diese hybriden Formen des Feierns sollen letztendlich zu einem besseren Verständnis unterschiedlicher Menschen beitragen, Angst vor Veränderungen nehmen und einen persönlichen Zugang zur persönlichen Heimat mittels Körpergefühl eröffnen.
Fakten:
Eindrahn: 25. Mai 2024 I 10-14 Uhr I Gmunden: Traunseetram und Schubertplatz, bei Regenwetter im Stadttheater Aufdrahn: 15. Juni 2024 I ab 16 Uhr I Gößl Veitwirt Ausdrahn: 23. November 2024, I ab 18 Uhr I Bad Goisern, Stephaneum
Volxfestteam, Österreichisches Volksliedwerk / Simon Mayer art in motion, Foto: Johannes StarmühlerVolxfest / Simon Mayer art in motion, Foto: Johannes StarmühlerVolxfest Mitwirkende Gmunden 2024, Foto: Vincent Salvatore UrbanHolzhacker Simon Mayer Volxfest Gmunden 2024, Foto: Vincent Salvatore UrbanVolxfest Gmunden 2024, Foto: Vincent Salvatore Urban
Clemens Hellsberg ist neuer Präsident des Österreichischen Volksliedwerks.
Der ehemalige Vorstand der Wiener Philharmoniker, Prof. Dr. Clemens Hellsberg, ist am 4. Dezember 2023 als Präsident des Österreichischen Volksliedwerks – Verband der Volksliedwerke der Bundesländer gewählt worden. Er tritt damit die Nachfolge von LH a.D. Dr. Josef Pühringer an, der 15 Jahre lang die Geschicke des Vereins leitete. Mit Clemens Hellsberg ist das Österreichische Volksliedwerk ein zweites Mal mit der Familie Hellsberg verbunden. Sein Vater, Eugen Hellsberg, war in den 1960er Jahren erster Geschäftsführer des Österreichischen Volksliedwerks. In dieser Funktion prägte der promovierte Musikwissenschafter die Sammlungs-, Forschungs- und Archivierungsaufgaben dieser Institution wesentlich. Er verfasste Fachartikel für Zeitungen, Rezensionen, hielt Vorträge, veröffentlichte Liederbücher und betätigte sich als Dozent in der Erwachsenenbildung.
Sein Sohn, nun Präsident, Clemens Hellsberg erlangte seinen Doktortitel nach einem Studium der Musikwissenschaft und Alten Geschichte an der Universität Wien. Gleichzeitig studierte er Violine an der Musikhochschule Wien (heute: MDW – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien). 1976 erhielt er eine Festanstellung beim Orchester der Wiener Staatsoper, in dem er zwei Jahre später erstmals als Primgeiger agierte. Im Jahr 1980 wurde Clemens Hellsberg bei den Wiener Philharmonikern aufgenommen, deren Vorstand er von 1997 bis 2014 war. Neben seinen musikalischen Aktivitäten im Kreise der Wiener Philharmoniker veröffentlichte er zahlreiche musikwissenschaftliche Bücher und Artikel. „Mein Anliegen als Präsident ist es, mit den Kernkompetenzen des Österreichischen Volksliedwerks Archivieren, Forschen und Dokumentieren wesentlich zur musikalischen Vielfalt im Musikland Österreich beizutragen. Hier an die Arbeit meines Vaters anzuknüpfen, sehe ich im Sinne der Weitergabe von Traditionen, die einen wesentlichen, immanenten Faktor von Volksmusik darstellen.“
Um die Archive der Volksliedwerke in die Zukunft zu führen, arbeitet das Österreichische Volksliedwerk im Rahmen des Förderprojekts des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport im Archivdatenbankverbund (www.volksmusikdatenbank.at) an einer Melodierecherche. Mittels Klaviatur sollen in Zukunft speziell Melodien in Musikhandschriften leicht abgefragt werden können. „Das bietet einen niederschwelligen Zugang, Musik aufzufinden und diese dann auch zu praktizieren“, ist der mit Hellsberg nominierte Vizepräsident Dr. Wolfgang Dreier-Andres, Archivleiter des Salzburger Volksliedwerks überzeugt. Dreier-Andres ist ein profunder Kenner im Bereich der „Digital Humanities“. Er folgt Univ.-Prof. Dr. Konrad Köstlin, der in verdienstvoller Weise neben der Funktion als Vizepräsident auch den Vorsitz der wissenschaftlichen Kommission des Österreichischen Volksliedwerks innehatte. Der langjährige Volkskunde-Forscher und Universitätsprofessor stand diesem Gremium 16 Jahre vor und spielte bei der Gestaltung einer Sommerakademie, welche Wissenschaft und Praxis zusammenführte, eine entscheidende Rolle.
Einerseits mit dieser Neubesetzung, andererseits mit der Besinnung auf die Kernkompetenzen des Verbands, blicken die Mitglieder, die Landesvolksliedwerke, zuversichtlich auf 2024, das 120. Jubiläumsjahr.
Davor bieten die Volksliedwerke in der Adventzeit ein vielfältiges Angebot an offenen Singen, Konzerten, Weihnachtsliederberatungen, Notenmaterial uvm. Details zum Programm unter: http://www.volksliedwerk.at
Alle Mitglieder, Mitarbeiter*innen und Weggefährten des Dachverbands bedanken sich bei ihrem ehemaligen Präsidenten Josef Pühringer und dem Vizepräsidenten Konrad Köstlin, sie wünschen beiden Gesundheit und Glück, dem neuen Präsidenten mit seinem Team alles Gute für die Zukunft.
Der Vorstand des Österreichischen Volksliedwerks, credits: Österr. Volksliedwerk/ Johannes StarmühlerJosef Pühringer und Clemens Hellsberg, credits: Österreichisches Volksliedwerk/ Johannes StarmühlerEugen Hellsberg am Rednerpult, Archiv des Österreichischen Volksliedwerks
Volksmusik (er)leben: Musik – Regionen – Kulturen!
Wir haben getüftelt und probiert, wieder verworfen und neu angedacht, und jetzt ist sie da. Die kostenlose App des Österreichischen Volksliedwerks. Schauen Sie sich um, erfahren Sie Neues zu Publikationen oder Veranstaltungen, durchstöbern Sie unsere Event-Seite oder horchen Sie in kurze Hörbeispiele von Volksmusik aus ganz Österreich hinein. Die App ist erweiterbar, neue Funktionen werden hinzukommen, speziell die Liederecke, der Volksliedwerk Shop, steht noch nicht mit allen Funktionen zur Verfügung. Wer Interesse hat seine Werke anzubieten, der schreibt uns an office(at)volksliedwerk.at.
Weitere Apps zu Volksmusik und Volkskultur
App des Steirischen Volksliedwerks Das Leben zum Klingen bringen!
Musikalische Volkskultur lebendig machen – dem sieht sich das Steirische Volksliedwerk seit dem Jahr 1905 verpflichtet, nun auch mit der Volksliedwerk-App: Finden Sie den geeigneten Sänger- und Musikantenstammtisch in ihrer Nähe, singen Sie mit beim Lied des Monats, stimmen Sie mit uns den passenden Ton an, finden sie die gesuchte Melodie oder den gesuchten Liedtext, bestellen Sie Liederbücher Ihrer Wahl oder lassen Sie sich über Neuigkeiten aus unserer Kurs-, und Produktpalette informieren. Verbinden Sie sich mit dem Steirischen Volksliedwerk und erleben Sie steirische Volksmusik mobil und hautnah.
Seit Herbst 2022 vernetzt das OÖ. Forum Volkskultur seine volkskulturellen Mitgliedsverbände digital in einer App. Ein gemeinsamer Veranstaltungskalender, alle Neuigkeiten aus der oberösterreichischen Volkskultur, alle Informationen zu den einzelnen Landesverbänden und viele weitere Funktionen vereint diese übersichtliche App. So hat man die oberösterreichische Volkskultur praktisch und kompakt immer mit dabei.
Die kostenlose App taktvoll.mobil der Volkskultur Niederösterreich ermöglicht es ab sofort, alle Tänze und Noten aus „taktvoll. Volkstänze aus Niederösterreich“ immer griffbereit zu haben.
taktvoll.mobil hilft beim Erlernen von Tänzen, indem sie die Noten mit der Tanzbeschreibung verknüpft. Durch diesen innovativen Ansatz kann man immer kontrollieren, welche Figuren in welchem Takt getanzt werden sollen. Umgekehrt kann man sich von der App auch vorspielen lassen, welche Melodie zu einer ausgewählten Tanzfigur üblicherweise erklingt. Die App ist unter taktvoll.app via Handy oder Tablet, aber auch auf dem Computer erreichbar und kann auf mobilen Geräten auch als lokale Anwendung installiert werden.
Das Österreichische Volksliedwerk hat 2018 einen Teilnachlass vorwiegend Noten aus dem vom Volkskundemuseum Wien an die Familie Mautner restituierten Bestand Anna und Konrad Mautner angekauft. Dieser wurde dem Archiv des Österreichischen Volksliedwerks/Abteilung der Österreichischen Nationalbibliothek übergeben. Nun ist dieser katalogisiert, großteils mit ABCs sowie Fingerprints versehen und auch digitalisiert.