Dieser Band enthält zehn Beiträge, die aus dem Symposium zu Volksmusikforschung und -praxis mit dem Titel Volksmusik und (Neo)Nationalismus hervorgegangen sind, das von 9. bis 10. November 2017 in Graz stattfand und vom Steirischen Volksliedwerk in Kooperation mit dem Institut für Ethnomusikologie der Kunstuniversität Graz, dem Johann-Joseph-Fux-Konservatorium Graz und der Volkskultur Steiermark GmbH durchgeführt wurde.

Im Mittelpunkt des Symposiums stand die Grundfrage, welche Rolle Volksmusik in nationalen respektive (neo)nationalistischen Diskursen überhaupt spielt, spielen will oder kann. Die Beiträge – im Wesentlichen aus den Bereichen Volksmusikforschung, Musikethnologie und Zeitgeschichte – zeigen auf unterschiedliche Weise und aus der Sicht der Länder Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien, Tschechien, Slowakei und Türkei, dass Volksmusik sowohl verbindend als auch trennend wirken kann, und dass es letztlich von Absicht, Weltanschauung und Umsetzung der damit befassten Personen abhängt, ob und wie solche Funktionen instrumentalisiert und eingesetzt werden. So liegt es immer in der Verantwortung der Handelnden wie auch Forschenden, wachsam und kritisch auf politische und ideologische Indienstnahmen von Volksmusik und Volkskultur hinzuweisen, um diese nicht zum Spielball von Ideologien werden zu lassen und einem Missbrauch vorzubeugen.

Volksmusik und (Neo)Nationalismus. Tagungsband Grazer Symposium zu Volkmusikforschung und –praxis. 8.‒10. November 2017. Graz 2019, 177 S., € 27,–

Herausgegeben und Bestellung: Steirisches Volksliedwerk

Das aktuelle Jahrbuch liegt mit Nummer 67/68 als Doppelband vor. Grund dafür ist, dass die Beiträge der letzten beiden Sommerakademien zum Thema „Erbschaften“ hier zusammengefasst veröffentlicht wurden. Komplettiert werden diese durch erste ausführliche Aufsätze im Rahmen des Projekts „Die Rolle der Volksliedwerke“.

Artikelauswahl

Zum Projekt die Rolle der Volksliedwerke

– Emil Karl Blümml (1881-1925). Ein biografischer Einblick – Martha Vevera, Wiener Volksliedwerk
– Vom Volksliedwerk zur Volkskultur Niederösterreich (1945-2018) – Bernhard Gamsjäger, Volkskultur Niederösterreich
– Zur Geschichte des Tiroler Volksliedarchivs. Ein historischer Abriss anhand von Korrespondenzen und anderer im Archiv vorhandener Aufzeichnungen und Quellen. Teil 1 die ersten drei Jahrzehnte (1905-1937) – Sonja Ortner, Tiroler Volksliedarchiv.

im Rahmen der Sommerakademien 2017 und 2018 zu Thema „Erbschaften“

– Erbschaften aller Art – Konrad Köstlin, Vizepräsident des Österreichischen Volksliedwerks
– Berührungen zwischen Mundartforschung und Volkslied – Hubert Bergmann, Österreichische Akademie der Wissenschaften
– Grenzen melodischer Erbschaften, Walter Deutsch – Ehrenpräsident des Österreichischen Volksliedwerks
– Albert Brosch und seine Sammlungen – Elisabeth Fendl, Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa
– Das Konstrukt „Burgenländisches Heanzenquartett“. Wie Volksmusik im ORF gemacht worden ist – Sepp Gmasz, Burgenländisches Volksliedwerk
– Die frühen Jahre des Österreichischen Volksliedwerkes im Kontext der europäischen Volksmusikforschung und der internationalen Ethnomusikologie – Ulrich Morgenstern, Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
– Die kulturelle Erbschaft, Resümee – Justin Stagl, Universität Salzburg

Das Jahrbuch des Österreichischen Volksliedwerkes wird seit 1952 veröffentlicht. Die Bände enthalten aktuelle Texte und Arbeiten aus der volkskulturellen und volksmusikalischen Wissenschaft und Praxis. Diese kontinuierliche Dokumentation spiegelt nicht nur das weite Betätigungsfeld wider, sondern sie zeigen auch gesellschaftliche Veränderungen im Umgang mit Volkskultur auf. Berichte aus den Volksliedwerken der Bundesländer und verwandten Einrichtungen schließen die Bände ab. Am Schluss bieten ausführliche Rezensionen einen Einblick in aktuelle Neuerscheinungen.

Das Jahrbuch erscheint im Verlag Bibliothek der Provinz,
ISBN: 978-3-99028-714-9, Abb. sw, 390 S.,
Kosten: € 33.-

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Alle vor 2016 erschienenen Ausgaben können, sofern nicht bereits vergriffen, im Paket erworben werden: 2 zum Preis von 1 Band, 4 zum Preis von 2 Bänden, usw.

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