Volksmusik heute.
Soziale Vermittlung – historische Quellen – moderne Medien

12., 13. November 2026
Universität für Musik und darstellende Kunst, Fanny Hensel-Saal

Die Quellen von Volksmusik und Volkstanz im weitesten Sinne, wie sie heute in Österreich in privaten und öffentlichen Räumen praktiziert werden, sind außerordentlich vielfältig. Soziale Vermittlung von Musikstilen und Repertoirebeständen geschieht in organisiertem Rahmen durch geregelten Unterricht und in Workshops, aber auch immer noch auf den traditionellen Wegen der informellen Vermittlung oder auch durch regelmäßiges Dabeisein, Nachahmen und kreatives Weiterentwickeln bei Anlässen, in denen keine Vermittlungsabsicht gegeben ist.

Seit Jahrzehnten sind historische Musikhandschriften eine zentrale Quelle für nicht wenige Ensembles, so dass wir heute von einer eigenen Richtung der „historisch informierten Aufführungspraxis“ in der Volksmusik sprechen können. Sehr oft überschreitet diese nationale und ethnische Grenzen, wobei Österreich in vielem eine Pionierrolle zukommt.

Notenausgaben von Volksmusik stehen im Schnittbereich von historischen Quellen und modernen Medien. Auch Tonaufzeichnungen sind seit der Ära der Musikkassette eine wichtige Quelle für die Praxis, später kamen Videoaufnahmen dazu. Neben CDs, DVDs und online-Quellen können audiovisuelle Medien als Lehrmaterialien dienen – oder auch als Gedächtnisstütze gemeinsamen Musizierens verwendet werden. Die mediengestützte soziale Vermittlung in Online-Communities spielt seit geraumer Zeit eine bedeutende Rolle.

Wir laden dazu ein, auf der Jahrestagung 2026 die für die heutige Volksmusikpraxis in Österreich bedeutsamen Quellen aus der Sicht von Forschung, Vermittlung und Aufführungspraxis vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Die Einladung richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter sowohl aus Wissenschaft als auch musikalischer Praxis aus dem In- und Ausland, um so vergleichende Perspektiven zu entwickeln.

Programm

11.11.2026

17:00 | Eröffnung Gerlinde Haid Saal an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

12.11.2026

09:00-09:20 | Begrüßung
09:20-09:50 | Einführung. Ulrich Morgenstern, Universität für Musik und Darstellende Kunst, Institut für Volksmusikforschung und Musikethnologie
09:50-10:30 | Volksmusik in Österreich im Funktionswandel. Thomas Nußbaumer, Universität Mozarteum, Fachbereich Musikalische Ethnologie

10:30-11:00 | Kaffeepause

11:00-12:00 | Die Handschrift Josef Martin Strolz 1812-1818 wieder „ins Spiel bringen“. Ein Beispiel des fruchtbaren Zusammenspiels von Forschung, informierter Aufführungspraxis und forschungsgeleiteter Vermittlung/Lehre mit Livemusik. Evelyn Fink-Mennel, Stella Vorarlberg Privathochschule für Musik

Mittagspause

14:00-14:40 | „Hier fehlt mir aber doch ein Ton!“ – Das Volksmusikinstrument als Quelle des Revivals zwischen, historischem Befund und heutigem musikalischen Anspruch. Ralf Gehler, Historiker, Volkskundler und Musikant aus Schwerin
14:50-15:30 | Stiftwalzen, Lochplatten und Notenrollen – Speichermedien mechanischer Musik als Quelle. Katharina Pecher Sammlung „Wunderwerkel Kamptal“

15:30-16:00 | Kaffeepause

16:00-16:40 | Wiener Musik ist anders (und doch auch Volksmusik). Herbert Zotti, Wiener Volksliedwerk
16:50-17:30 | Mein Weg vom Lernenden zum Rechercheur. Simon Wascher, Vermittler, Herausgeber und Erforscher

19:30 | Offenes Singen mit Weinverkostung mit der Winzerfamilie Honsig und dem Trio H3 aus dem Weinviertel im Österreichisches Volksliedwerk

13.11.2026

09:00-09:40 | Quellen der heutigen Aufführungspraxis in der slowakischen Volksmusik. Bernard Garaj, Constantine the Philosopher University in Nitra
09:50-10:30 | Quellen, Medien und Volksmusikdiskurs in Ungarn: Ein geschichtlicher Überblick. Dániel Lipták, Institut für Musikwissenschaft Budapest und Fachbereich Volksmusik der Liszt-Musikakademie

10:30-11:00 | Kaffeepause

11:00-11:40 | Musikalische und tänzerische Wissensvermittlung in der bosniakischen Community aus dem heutigen Nordmazedonien in Wien. Zwischen informellem Lernen, digitalen Medien und transnationalen Netzwerken. Aleksandar Arabadjiev
11:50-12:30 | Archiv Stinjaki – Ein Community Archive im Spannungsfeld zwischen Traditionspflege und Minderheitenpolitik. Marko Kölbl, Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie, Universität für Musik und darstellender Kunst Wien

Mittagspause

14:00-14:40 | Volkstanz heute – Volkstanz zwischen Schrift, Video und Praxis, Else Schmidt, Bundesarbeitsgemeinschaft Volkstanz
14:50-15:30 | Volksmusikvermittlung in modernen Medien – Bericht aus der Praxis am Beispiel Dancilla, Franz Fuchs

15:30-16:00 | Kaffeepause

16:00-16:40 | Vom und fürs Radio: Das Radio als Medium der Vermittlung von Volksmusik in Österreich. Edgar Niemeczek
16:45-17:20 | Wandel durch Wettbewerb – Volksmusikwettbewerbe als Indikatoren und Impulsgeber für Veränderungen in der Volksmusiklandschaft. Walter Meixner
17:20-18:00 | Abschlussdiskussion

19:00 Uhr | Besuch des Wiener Volksliedwerks im Anschluss Heuriger mit Musik

Foto: Mrs. W. A. Hargrave, USA, und Franz Schunko sitzen vor einem Tonbandaufnahmegerät im Schneebergdörfel am 29.7.1960 bei der 13. Jahreskonferenz des IFMC, ÖN 13-(4)-3, A 21,2

Lehrgang „Volkskultur neu denken“

28. März bis 27. Juni 2026 I 5 Module I
Haus der Regionen, Steiner Donaulände 56, 3500 Krems-Stein

Der Lehrgang „Volkskultur neu denken“ wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien, vertreten durch Univ.-Prof. Dr. Brigitta Schmidt-Lauber, umgesetzt. Eingebettet ist der Lehrgang in die Akademie der Kultur.Region.Niederösterreich. Er ist Teil eines umfassenden strategischen Prozesses zur inhaltlichen Weiterentwicklung und Neuausrichtung der Volkskultur Niederösterreich. Ziel dieses Prozesses ist die zeitgemäße Positionierung der Volkskultur Niederösterreich im 21. Jahrhundert. Diese Positionierung versteht Volkskultur als kulturelles Phänomen, das sich durch Vielfalt, Offenheit und Interaktion auszeichnet. Traditionen zu leben und gleichzeitig neue Entwicklungen zuzulassen und zu fördern, ist ein wesentlicher Grundsatz in diesem Verständnis.

Ziel des Lehrgangs

Im Dialog zwischen Kulturwissenschaft und kultureller Praxis soll der Lehrgang „Volkskultur neu denken“

• Bedarfe und Anregungen aus der volkskulturellen Praxis aufgreifen
• eine empirisch-kulturwissenschaftliche Grundausbildung vermitteln
• Impulse aus der aktuellen Arbeit der Volkskultur Niederösterreich einbringen

In seiner Gesamtheit ist der Lehrgang eine Ausbildung in volkskulturellen Themen, Begriffen und kulturwissenschaftlichem Hintergrundwissen. Die Absolventinnen und Absolventen erwerben die Kompetenz, alltagskulturelle und volkskulturelle Phänomene in ihren sozialen, räumlichen, historischen und ökonomischen Bedeutungszusammenhängen zu erkennen und zu analysieren.
Sie verfügen über die Kompetenz, Kulturbegriffe kritisch zu reflektieren, Fragestellungen zu entwickeln und gesellschaftliche Verhältnisse und deren Wandel aus gegenwartsorientierter kulturanalytischer Perspektive zu verstehen.

Der Lehrgang richtet sich an Kulturschaffende, an Kulturverantwortliche, an Kulturinteressierte, an Multiplikatoren der Volkskultur und der Regionalkultur, an Pädagoginnen und Pädagogen, an Vereinsfunktionärinnen und Vereinsfunktionäre.

Lehrgangsleitung: Univ.-Prof. Dr. Brigitta Schmidt-Lauber

Anmeldung:
Tel.: 02732 85015
weiterbildung@volkskulturnoe.at
Detailinfo zu den Vortragenden und Anmeldung

Ardian Ahmedaja | Singing, Song, and Sound as Human Acts Of Personal and Cultural Agency | Wien 2025
Ardian Ahmedaja | Singing, Song, and Sound as Human Acts Of Personal and Cultural Agency | Wien 2025

Der neue Band der European Voices VI – Herausgeber: Arian Ahmedaja, Senior Researcher am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien – beinhaltet Beiträge aus den Vorträgen und Diskussionen des Symposiums selben Titels. Erna Ströbitzer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Archivs des Österreichischen Volksliedwerkes hat dazu einen Beitrag mit dem Titel Finding answers in folk songs: A portrait of the Landl Quartett between Volksmusikpflege and folk revival verfasst.

Ardian Ahmedaja (ed.), Singing, Song, and Sound as Human Acts of Personal and Cultural Agency, Wien 2025. (auch als open access erhältlich, Link) | Englisch

english description: Johann Gottfried Herder characterised singing and song as human acts of personal and cultural agency (Herder and Bohlman 2017). These agencies are enacted musically, centralising the idea of “performance”. In this context, “singing” refers to the act of performance, which, due to its interactive nature in real time, is the most important moment of music-making, particularly in multipart music traditions, while “song” and its emergence remain the object and subject of the act of creation. “Sound” is an indispensable part of all these processes. The perception and interpretation of these aspects by different people affect both the practice and discourse of music, shaping meaningful experiences in terms of the attitudes and cognitive processes involved in its creation (Blacking 1973).

weiter Beiträge u.a.:

Ulrich Morgenstern, Playing without instruments in a patriarchal society: Russian mouth music as a practical substitution, an artistic niche, and an autodidact method.

Lauge Dideriksen, Non-Geometrical rhythm in European traditional music: Conceptualisation, Transcription, and Notation.

Susanna Schedtler/Herbert Zotti, On the relationship and mutual impact between the Alpine song and the Wienerlied.

Symposiumsband Sound in the City

Mitteleuropäische Städte sind seit langem kulturelle Schnittstellen, an denen nicht zuletzt die jüngsten Migrations- und Flüchtlingsbewegungen zu erheblichen und schnellen Veränderungen in der Demografie, der Zusammensetzung von Gemeinschaften und Identitäten geführt haben. Das Symposium „Sound in the City“, veranstaltet vom Steirischen Volksliedwerk, der Kunstuniversität Graz und der pädagogischen Hochschule Augustinum rückte die Musik und Klänge solcher Städte in den Mittelpunkt. Im nun veröffentlichten Symposiumsband werden diese in neun Beiträgen auf vielfältige Weise thematisiert.

Fotos: Flöck, Griletz, Just, Maltseva, Pseiner, Weiss

Den Ausgangspunkt bilden zwei Keynotes: Kay Kaufman Shelemay von der Harvard University beleuchtet die Geschichte und methodische Herausforderungen der urbanen Musikforschung, während Eva Becher Einblicke in kultur- und generationenverbindende „best practice-Projekte“ aus ihrer Tätigkeit im Kulturreferat der Stadt München gibt. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit dem Aufsteirern in Graz und seiner Musik, der Irish-Folk-Szene in Graz und deren Verbindungen zum „Mutterland“ Irland, dem Einfluss der chilenischen Exil-Musik-Community auf das Berlin der DDR-Zeit und heutige Nachwirkungen, dem Soundmapping-Projekt „Grazer Klang“, Musiziergewohnheiten von Kindern und Jugendlichen in der Steiermark in Stadt und Land sowie städtischen Liedern und Sprüchen aus dem 19. Jh., die der sexuellen Sphäre zuzuordnen sind.

Durch die Vielfalt der Beiträge wird deutlich, dass sich der Klang einer Stadt aus einer Vielzahl von Stimmen und Tönen zusammensetzt, die unterschiedliche örtliche, historische und kulturelle Bezüge aufweisen, sich wechselseitig beeinflussen und konstant an die aktuellen Lebensrealitäten anpassen. Erst durch diese Dynamik wird – und bleibt – der Klang einer Stadt lebendig.

Sound in the City: Musik in mitteleuropäischen Städten. Hg. von Florian Wimmer, Sarah Weiss und Dietmar Bresnig im Auftrag des Steirischen Volksliedwerks, Graz 2025, 131 S. 
Mit freundlicher Unterstützung des Landes Steiermark

Die Publikation ist online frei verfügbar unter: https://doi.org/10.48795/978-3-902516-40-4

Eine Übersicht über die einzelnen Artikel und Links dazu finden sie hier: https://www.steirisches-volksliedwerk.at/projekte.php?work_id=56 bzw. https://ethnomusikologie.kug.ac.at/institut/sonderinstitutspublikationen/sound-in-the-city

Symposien, Diskurse, Seminare und mehr zu Volkslied in Österreich

12.-14. Februar 2026 | MMRC Symposium 2026: Between Research and Activism | Futures Of Music And Minority Studies | mdw – University of Music and Performing Arts Vienna | Link

25. März 2026 | Sounding Ljubljana: Identity, Power and the Politics of the Urban Soundscape | Vortrag von Dr. Mojca Kovačič | Kunstuniversität Graz | Institut für Ethnomusikologie | Link

Exkurs | 26. März 2026 | Alle Neun – Lange Nacht der österreichischen Musikhochschulen | Übertragung aus der Stella Privat Hochschule für Musik in Feldkirch | Link

23.-29. September 2026 | The 10th Symposium of the ICTMD Study Group on music and dance in southeastern Europe | mdw – University of Music and Performing Arts Vienna | Call for Papers (due to March 01st, 2026): pdf

01.-02.10.2026 | From here, to there, to everywhere: Translocality and Cosmopolitanism in Music and Dance Practices | Symposium am Institut für Ethnomusikologie, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz (KUG) | Callfor papers/Submission deadline 15th of March 2026 | Link


Veranstaltungen 2025
Oktober 2025-Jänner 2026 | Kulturen des Klanges – Ringvorlesung 100 Jahre Musikwissenschaft in Innsbruck | Link zu pdf

30.10.2025 | Symposium und Festakt „60 Jahre Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie“ – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien | Link

05.11.2025 | „Weil es immer schon so war“ Braucht – Identität – Tradition? Disskussionsveranstaltung am 05. November 2025 im p.m.k. Innsbruck mit Konrad Kuhn, assoz. Prof. für Europäische Ethnologie an der Universität Innsbruck. | Link

06.-07.11.2025 | Heritage Meets Science: Infrastructures and Research Perspectives in Austria – Symposium an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zur Weitergabe des Kulturellen Erbes | Link

18.11.2025 | MMRC Lecture: Minority Voices in Civil Society: Exclusion – Inclusion – Solidarity in Music | Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie | Link

28.-28.11.2025 | Binary Harmony in tratditional Music and Beyond | International Symposium at the mdw – University of Music and performing Arts Vienna – Department of Folk Music Resarch and Ethnomusicology | Link



09.12.2025 | Performance Lecture: Ordinary Music. Music Suitable for the Anthropocene | Universität Salzburg | Link

10.12.2025 | Gastvortrag: Michael Bakan: Rhythm-a-ning: Cross-Cultural Perspectives on Rhythm in Practice | Kunstuni Graz | Link

10.-12.12.2025 | Konferenz „Die Natur der Musik“ mit Keynote „Who Asks the Questions? On Collaborative Knowledge Production in Music Studies“ von Anja Brunner und Cornelia Gruber (Forschungsprojekt Reverse Ethnomusicology) | Österreichische Akademie der Wissenschaften Wien | Link

12.-14.12.2025 I Annual Meeting of the National Committee of the ICTMD Austria, Artistic Research: Performing Ethnomusicology I University of Music and Performing Arts Graz I Link

(alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen durch die jeweiligen Veranstalter*innen vorbehalten)

im Rahmen der Sommerakademie 2023.

25. August 2023, 17.30 – 20.00 Uhr.

Anlässlich der Sommerakademie des Österreichischen Volksliedwerks in Gmunden findet in Kooperation mit den Festwochen Gmunden, der Eröffnung des Töpfermarktes der Stadt Gmunden und Stern & Hafferl eine musikalische Straßenbahnfahrt durch Gmunden statt. Musikalische Klänge ertönen mit der Gruppe „Diatonische Expeditionen“ aus der Straßenbahn, während an ausgewählten Haltestellen Volksmusikgruppen aus der Region spielen.

Haltestellen: Rathausplatz / Kirchengasse und Franz-Josef-Platz / Park
Gruppen: Viechtauer Trio, Huat-Musi, Kuf-Haus-Musi, KnopfSaitenKnopf Musi

Die Musikalische Straßenbahn fährt knapp 3 Stunden lang durch Gmunden zwischen Bahnhof Engelhof und Bahnhof Gmunden. Es bleibt also genug Zeit, immer mal wieder auszusteigen an den oben genannten Haltestellen, um auch die anderen Ensembles anzuhören.

Eingeladen mitzufahren sind alle Menschen aus Gmunden und Umgebung sowie Gäste aus Nah und Fern! In diesem Zeitraum ist die Straßenbahnfahrt durch Gmunden kostenlos.

Zum Fahrplan
unsere Kooperationspartner

Anmeldung zur Sommerakademie des Österreichischen Volksliedwerk: Volkskultur als Dialog: Metamorphosen und andere Konsequenzen
23.– 25. August 2023, Gmunden am Traunsee

Eine Rudi Pietsch Trilogie, Musik und Menschenrechte, Musik in mitteleuropäischen Städten.

Rudi Pietsch (1951 – 2020) – Geiger, Sänger, Vermittler, Lehrender, Forscher, Mensch,

Teil I: Symposion & Geigen.Werkstatt
14. | 15. | 16. Oktober 2022
Schloss Goldegg | Land Salzburg

Bei aller Nonchalance, die ihn immer auszeichnete – auf die Unterscheidung zwischen dem Akademiker Dr. Rudolf Pietsch und dem Musikanten Rudi Pietsch legte er stets großen Wert. Nicht etwa, weil ihm der akademische Titel wichtig gewesen wäre, sondern weil es für ihn zwei unterschiedliche Welten, zwei Selbstverständnisse, zwei Vermittlungspositionen waren. Als Rudi Pietsch konnte er aus ganzem Herzen Musikant und Mensch sein – sein angeborener Witz und Charme sprangen dann mit oder ohne Geige, auf der Bühne oder am Wirtshaustisch auf die ganze Gesellschaft über.
Goldegg als Auftakt der Rudi Pietsch Trilogie wird, nicht zuletzt mit zwei abendlichen Konzerten, den Menschen und Musikanten „Rudi“ Pietsch in den Mittelpunkt stellen.

Darüber hinaus wird die diesjährige Geigen.Werkstatt, der Rudi als Ideengeber und Lehrer sehr verbunden war, in dieser Trilogie integriert. Eingeladen sind vorwiegend Volksmusikgruppen/-ensembles mit mindestens einer Geige/Violine und Solisten (ohne Altersgrenze – nicht für reine Anfänger geeignet).

Nähere Informationen finden Sie unter Salzburger Volksliedwerk | Detail oder telefonisch unter +43 (0)662 8042 2583.


Teil II: Rudi Pietsch in Wien – Vermittler und Wissenschaftler
18. Oktober 2022
mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Der zweite Teil der „Rudi Pietsch Trilogie“ findet an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien statt. Hier hat Rudi Pietsch zuletzt am Joseph Haydn Institut für Kammermusik und Neue Musik und an seinem ehemaligen Heimatinstitut, dem Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie geforscht und unterrichtet.

Die Erinnerung an den Freund und Kollegen Rudi als einfallsreichen und phänomenal erfolgreichen Vermittler von (Volks)musik und Tanz sowie als europäischen Wissenschaftler will – mit seinem Elan, seinem Witz und mit seinem tiefen Ernst – in Erinnerung gerufen werden. Er eröffnete Generationen von jungen Studierenden neue Horizonte.
Wie hat Rudi Pietsch als Lehrer, als Fachkollege und als Mensch angeregt und begleitet? Welche neuen Ressourcen konnte er für seine unermüdliche Arbeit als Vermittler und Wissenschaftler erschließen? Wie hat er von Wien aus sein einzigartiges volksmusikalisches Netzwerk aufgebaut? Auf all diese Fragen werden gemeinsam in Vorträgen, Würdigungsworten und nicht zuletzt mit viel Musik Antworten aufgespürt.

mdw – Joseph Haydn-Saal | Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien

Informationen zum genauen Programmablauf finden Sie hier.
Um Anmeldung für Vor-/Nachmittag oder den ganzen Tag wird gebeten. Kontakt: Martina Krammer krammer@mdw.ac.at, T +43 (0)1 71155-4201

Eintritt frei


Teil III: Tanzmusik im Alpenraum. In Erinnerung an Rudolf Pietsch – Symposium zur Volksmusikforschung in den Alpen
25. – 26. Oktober 2022
Innsbruck, Haus der Musik

Rudi Pietsch hat nicht nur die Reihe der Innsbrucker Symposien zur Volksmusikforschung als mehrmaliger Referent und oftmaliger Diskutant und zuletzt sogar als Förderer sehr geprägt, sondern auch für die Erforschung der Tanzmusik im Alpenraum Großartiges geleistet und beeindruckende Studien hinterlassen. In seinen Arbeiten und Vorträgen ging es ihm neben der Darstellung von Instrumenten, Spieltechniken, Repertoires und Spielanlässen ganz besonders um die Wechselbeziehungen von Volksmusik und Volkstanz, welche ihn auch als praktizierenden Musiker stets beschäftigten.

Das Symposium richtet sich an Fachleute, interessiertes Publikum und an die Teilnehmer:innen und Juror:inn:en des um diese Zeit in Innsbruck stattfindenden 24. Alpenländischen Volksmusikwettbewerbes und bildet den Abschluss der Tagungs-Trilogie in Gedenken an Rudi Pietsch. Veranstalter des 3. Teils ist das Department für Musikwissenschaft/Fachbereich Musikalische Ethnologie der Universität Mozarteum Salzburg.

Haus der Musik | Universitätsstraße 1, 5. Stock, Vorlesungssaal, 6020 Innsbruck

Um Anmeldung wird gebeten. Kontakt: thomas.nussbaumer@moz.ac.at, +43 676 88 122 345

Tagungsbeitrag: EUR 20,- / Studierende: Eintritt frei


Symposion Menschenrechte/Musikrechte

11. bis 12. November 2022

Beim heurigen ÖMR-Symposion “Menschenrechte/Musikrechte” werden in Keynotes, Arbeitsgruppen und Diskussionen die Entwicklung der Menschenrechte und der „5 Music Rights“ des Internationalem Musikrats (Musikrechte) auf ihre Funktion, Umsetzungsmöglichkeiten und ihre Nachhaltigkeit untersucht.

Ein vielfältiges Live-Musikprogramm referenziert gezielt auf die Sichtbarmachung von Menschen- und Musikrechten in klingender Form.

Zum Programm

Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich.

Ort: Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw), Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien, Joseph Haydn-Saal


Sound in the City: Musik in mitteleuropäischen Städten

17. bis 18. November 2022, Graz

Foto(c)Volkskultur Steiermark/Sascha Pseiner

Zweitägiges Symposium zum Thema (Volks-)Musik in der Stadt: Städte sind von Menschen bewohnt, die aus verschiedenen Orten stammen, selbst wenn sie keine Landesgrenzen überschritten haben, um dorthin zu gelangen. Daher umfasst die Musik einer Stadt die Volkskulturen vieler verschiedener Orte und Regionen. 

Das Programm gliedert sich in drei Schwerpunkte
1. Schule und Ausbildung (Wie klingt die Stadt in der Schule?) 
2. Volksmusik & Volkskultur in der Stadt (Wie klingt das Land in der Stadt?) 
3. Musikalische Gemeinschaften (Wie klingen verschiedene Länder und Kulturen in der Stadt?)

Während das Symposium international ausgerichtet ist, findet eine Reihe von Aufführungen mit in Graz beheimateten Musiker*innen unter dem Titel „Volksmusik in der Stadt“ statt. Im Rahmen des Symposiums werden am 18.10. die Canorium Styriae-Preise verliehen. 

Eine Veranstaltung des Steirischen Volksliedwerks, des Instituts für Ethnomusikologie der Kunstuniversität Graz und der Privaten Pädagogischen Hochschule Augustinum Graz.

Im Rahmen des Symposiums werden auch die CANORUM STYRIAE PREISE des Steirischen Volksliedwerks verliehen, welche in zweijährigem Abstand ausgelobt werden. Das Ziel ist die forcierte wissenschaftliche Aufarbeitung der musikalischen Volkskultur der Steiermark. Ausgezeichnet werden jene Arbeiten, die dem Verständnis musikalischer Volkskultur im alpinen Raum durch aktuelle Fragestellungen, innovative Methoden oder die Erschließung bislang nicht zugänglicher Quellen den größten wissenschaftlichen Nutzen erbracht haben.

Florentinersaal / Palais Meran, Leonhardstraße 15, 8010 Graz

Kontakt: Steirisches Volksliedwerk