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 aus dem Nachlass Leopold Khals,
Archiv des Österreichischen Volksliedwerks


 

Maultrommel Spiel


Archivprobe mit Albin Paulus

Donnerstag, 30. März 2017, 18 Uhr
Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6,1010 Wien
 
Das Maultrommelspiel zählt zu den ältesten Musikpraktiken der Menschheit. Die Mundhöhle bildet den Resonanzraum, durch deren Veränderung verschiedene Teiltöne aus dem Obertonspektrum favorisiert werden, wobei der Grundton als Bordun immer mitklingt. Dynamik und Rhythmus werden durch den Atemstrom bestimmt, während mit Hilfe von Lippen und Zungen klangliche Nuancen, d.h. Melodien erzeugt werden.
Je nach lokaler Gegebenheit haben sich in vielen Regionen der Erde sowohl spezielle Herstellungsmethoden als auch eigenständige Charakteristiken von Spielweisen herausgebildet.
 
In Österreich ist das Maultrommelspiel bis heute besonders durch die Wechseltechnik charakterisiert. Dabei verwendet ein/e SpielerIn zwei bis vier unterschiedlich gestimmte Maultrommeln entweder als Soloinstrument, im Duett oder als Trio, am häufigsten jedoch in Verbindung mit anderen Instrumenten. Im Alpenraum spielte die Maultrommel eine wichtige Rolle bei der Liebeswerbung am Kammerfenster (Fensterln). Aufgrund der jahrhundertelangen Tradition der Eisenverarbeitung im Steyrtal konzentrierte sich seit dem 15. Jahrhundert dort auch die Maultrommelproduktion. Nachdem die Maultrommel von der Mundharmonika verdrängt wurde, erlebte sie eine Renaissance ab den 1960er Jahren. Der Musiker Albin Paulus zeigt in dieser Archivprobe die Facetten der Bordunmusik speziell auf der Maultrommel. Dabei geht es darum, das traditionelle Maultrommelspiel anhand von Material aus dem Volksliedarchiv mit zeitgenössischen Klängen zu verweben. Es geht um das Ausprobieren und Experimentieren an diesem Instrument, um dabei ganz im Sinne der traditionellen Anwendung mit „Fensterlliedern“ erste Frühlingsgefühle erwachen zu lassen.
 
Der Workshop findet im Rahmen der Ausstellung. „Ausgezeichnete Traditionen“ Oberösterreich und seine UNESCO Schätze anhand 24 Schautafeln statt. Sowohl die Maultrommelerzeugung als auch das Maultrommelspiel ist im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes Österreichs eingetragen.

Unkosten inkl. Notenmaterial: € 12
Maultrommel gängiger Stimmungen können im Österreichischen Volksliedwerk erstanden werden.
In der Veranstaltungsreihe werden Handschriften und Dokumente für die Besucherinnen und Besucher öffentlich zugänglich gemacht und im Anschluss als Digitalisate unter www.volksmusikdatenbank.at veröffentlicht.

Bereits digitalisierte Handschriften aus der Veranstaltungsreihe "Archivprobe" im Datenbankverbund der Volksliedarchive: 
15. Mai 2014: Handschrift Vordernbacher Almlied aus Feldkirchen (Kärnten), 1911
12. April 2013: Handschrift aus Palfau, 30 Ländler in G um 1810
13. März 2013: Handschrift und Tonbeispiele aus: 342 Clarinett=Ländler, Alois Maurer Jugendlehrer, Waldviertel, 1846/1848