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Harfe
Dr. Gerlinde Haid und Alois Blamberger
mit ihren Schwegeln auf der Sandlingalm. 1983
Foto: Archiv des Österreichischen Volksliedwerks


Musikalische Wanderungen

Schauraum Anfang Mai bis Ende September

Musik wie Musizierende wandern. Mobil sind nicht erst die MusikerInnen von heute. Man denke etwa an die Spielleute im Mittelalter, an die Bänkelsänger, die Nachrichten singend verbreiteten oder die Geschwister Rainer, die seit dem frühen 19. Jahrhundert als Tiroler „Popstars“ auf Welttournee waren. Für heutige MusikerInnen gilt das Reisen als Selbstverständlichkeit. Sie fahren von Festivals über Konzerte und Seminare bis hin zu Brauchveranstaltungen. Mit diesen Reisen gehen musikalische Stile, Repertoires und Spieltechniken auf Wanderschaft. Wandernde Menschen bringen hingegen einen Rucksack musikalischer Erinnerungen mit nach Hause. So wandern viele Lieder wie etwa das Lied „Der Schöckl is mei Heimatland…“ zum Grimming und zum Ötscher. Das erklärt warum viele Volkslieder in verschiedensten Versionen verbreitet sind.
Frühe VolksliedsammlerInnen begaben sich ebenso auf Wanderschaft. Meist in ihrer Sommerfrische durchstreiften sie entlegene Gegenden, um „verlorenes“ Liedgut zu entdecken und auf Papier festzuhalten.
Von den Vorzügen des freiwilligen und naturverbundenen Wanderns erzählen auch die unzähligen Wanderer- und Fahrtenlieder. Viele davon entstanden ab 1900 im städtisch bürgerlichen Milieu, dessen VertreterInnen mit Wandern und Fahrten in die Natur versuchten vor dem grauen städtischen Alltag zu flüchten. Darin projizierten viele eine romantische Naturvorstellung. In der Jugendbewegung des beginnenden 20. Jahrhunderts sollte das Singen von „Volksliedern“ beim Wandern in der Natur darüber hinaus auch das Gemeinschaftsgefühl stärken. Diese Ideen, das gemeinschaftliche Singen und die Lieder jener Zeit wurden gerade in der NS-Zeit für Propagandazwecke missbraucht.    
 
Hingegen erzählen Auswanderlieder von der Not in der Heimat, dem Abschied von geliebten Menschen und der Angst vor dem Neuen von einer anderen Dimension des Wanderns. Doch Wanderungen, die mit Migration einhergehen, bereichern heute wie damals das musikalische Kulturleben der Menschen anderer Kulturen sowie das der ansässigen Bevölkerung. 
 
Die Verbindung von Singen und Wandern begeistert auch heute ein großes Publikum. Das beweisen die verschiedensten Angebote speziell in Verbindung mit Jodeln und Wandern der österreichischen Volksliedwerke und vieler Einzelinitiativen. Hier geht es um die entschleunigende, heilende, entspannende Wirkung des Bewegens und Singens. 






           


Vergangene Themen am Treffpunkt Operngasse:
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2012-2016
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