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Rechte in der Volksmusik


Grundsätzlich ist zu unterscheiden in Urheber*, Bearbeiter*, Verwerter* und die jeweiligen Werknutzungsbewilligung (vgl. Urheberrechtsgesetz)

  • Ein urheberrechtlich geschütztes Werk muss originell, individuell, einmalig, eigentümlich, eigenpersönlich sein
  • Bearbeitungen sind schützenswert, sofern sie eine eigene Originalität aufweisen. Die Rechte am Originalwerk bleiben jedoch unberührt. Bearbeitung darf nur nach Zustimmung des Urhebers erfolgen. Die Abgrenzung zum Original kann nur im Einzelfall erfolgen. Das neue Werk muss sich stark abgrenzen, um als neues Werk anerkannt zu werden. Bedienung volksmusikalischer Stilelementen ist keine Bearbeitung z.b: Hinzufügen von Stimmen im Sinne der alpenländischen Mehrstimmigkeit, Verdoppelungen, Stufenwechsel, Kadenzierung von Motiven
  • Leistungsschutzrechte/Verwertungsrechte sind entweder künstlerischer oder wirtschaftlich organisatorischer Art.  Sie gelten für die künstlerischen Interpretationen von Werken bzw. für die Produktion von  mechanischen  Werken. Urheber ist nicht = Leistungsschutzrechte
  • Werknutzungsbewilligung kann ein Urheber*/Bearbeiter* vergeben, sofern er nicht bereits Werknutzungsverträge (z.B.: mit einem Verlag) eingegangen ist, die diesbezügliche Klauseln beinhalten.
  • Sobald die jeweiligen Schutzrechte ablaufen (Urheber  70 Jahre nach Tod, Verwertung 50 Jahre nach Veröffentlichung) und das Material ist in Besitz eines Archivs, gelten Verwendungsentgelte für Veröffentlichungen, die in den jeweiligen Benutzungsbestimmungen des Archivs bzw. Archivgesetzen des Landes geregelt werden.
  • Nachweislich überlieferte Stücke der Volksmusik zählen zum immateriellen Kulturerbe, ihre Anmeldung bei Verwertungsgesellschaften ist nicht statthaft.

Verwertungsgesellschaft AKM

In Österreich vertritt die AKM die Rechte der Musikschaffenden. Volksmusik gehört hier als Teilbereich der AKM zur Unterhaltungsmusik. Der Begriff „Volksmusik“ wird nicht als eigene Gattung geführt, sondern der Unterhaltungsmusik zugeschlagen. Die aume vertritt die Leistungsschutzrechte und ist eine Tochter (98%) der AKM.
Die Werkdatenbank der AKM listet Urheber und Interpreten von Werken bzw. Personen, die mit Werken in Zusammenhang stehen, Personen deren Schutzrechte erloschen sind werden nicht unbedingt angeführt.
Achtung bei Recherche: Gelistete Personen zu einem Werk haben nicht unbedingt Rechtsanspruch. Gibt es mehrere Bearbeiter* und man weiß nicht, welcher aufgeführt wird, gibt man aus der Überlieferung bzw. im Zweifelsfall keinen Bearbeiter an.
Bei Fragen oder genauen Recherchen zu Quellen, Werken, Komponisten stehen die Mitarbeiter* der jeweiligen Volksliedarchive zur Verfügung.
Mitglieder eines Volksliedwerks erhalten die Recherchearbeit kostenlos, ebenso sind diese berechtigt, die Vergünstigungen des Rahmenvertrags mit der AKM zu nutzen.

Anmeldung von Veranstaltungen

Grundsätzlich müssen alle Veranstaltungen mit Musik an die AKM gemeldet werden. Für Mitglieder gilt der Rahmenvertrag.

Anmeldungen von Produktionen

Kommt es zur Produktion von u.a. Tonträger, müssen diese der austro mechana gemeldet werden. Vergütungsanspruch kann nur über Verwertungsgesellschaft geltend gemacht werden. Oft übernehmen Verlage diese Funktion. Achtung hier bestehen oft Klauseln, z.B. dass die Verwaltung Urheberrecht abgegeben werden muss.