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Sommerakademie 2009

Männer/Frauen/Volkskultur


Sommerakademie "Volkskultur als Dialog"

26. – 29. August 2009, Stift Reichersberg am Inn

Die Sommerakademie „Volkskultur als Dialog“ in Reichersberg am Inn versteht sich als Plattform, die Bedingungen und Entwicklungen der Volkskultur im europäischen Kontext behandelt. Im Jahr 2009 soll das Verhältnis von Frauen und Männern in allen Bereichen der Volkskultur aufgezeigt werden, ohne das Ganze aus den Augen zu verlieren.

Auf allen Feldern: ob Volksmusik, Blasmusik, bei Bräuchen, Volkstanz, Tracht, Erzählen, Sprache, Heimatforschung, in volkskulturellen Einrichtungen, Vereinen und Museen setzen Frauen und Männer seit jeher unterschiedliche Akzente. Heute gelten diese geschlechtsspezifischen Rollen als durchlässig. Diese Änderungen bisheriger Zuständigkeiten und neue Besetzungen kultureller Felder verändern auch die Volkskultur. Dennoch bleiben in der Volkskultur Bereiche, für die überwiegend Frauen oder Männer zuständig sind. Bei der Sommerakademie werden daher in Vorträgen, Diskussionen und Workshops diese Fragen der Zuständigkeiten, der Veränderungen, der Machtverhältnisse in der Volkskultur erörtert.

Ziel ist, den momentanen Zustand aus der geschlechterspezifischen Sichtweise in der volkskulturellen Praxis zu eruieren, sowie den Erfahrungsaustausch, gegenseitige Kenntnisnahmen und Korrekturen von geläufigen Bildern zu fördern. Heute ist es wichtiger, die Volkskultur als Zeichen der Unverwechselbarkeit in unserer Lebenswelt deutlich zu machen. Volkskultur ist ein Dialog zur Selbstvergewisserung moderner Gesellschaften. Als Präsident des Österreichischen Volksliedwerks sehe ich eine wesentliche Herausforderung, aus den Ergebnissen der Sommerakademie zukunftsweisende bildungs- und kulturspezifische Angebote abzuleiten, die diese unterschiedlichen Situationen und Bedingungen von Frauen und Männer berücksichtigen.

Programm 2009


Mittwoch, 26. August 2009

Die Volkskultur in Zahlen.
-) Begrüßung; Einführung in das Tagungsthema. Konrad Köstlin (Vizepräsident des Österreichischen Volksliedwerks)
-) Wer lernt heute was? Das niederösterreichische Musikschulwesen in Zahlen. Michaela Hahn (Geschäftsführerin Musikschulmanagement Niederösterreich)
-) Frauen und Männer in der Blasmusik am Beispiel des Bezirks Voitsberg. Brigitte Wipfler (Studentin der Volkskunde und Kulturanthropologie an der Universität Graz)

„Kampf der Geschlechter“ um die Volkskultur
Podiumsdiskussion mit Otto Brusatti (Musiksammlung Stadt Wien und Ö1 Moderator), Lucia Luidold (Leiterin Salzburger Volkskultur), Elisabeth Mayr-Kern (Generalsekretärin OÖ Forum Volkskultur), Justin Stagl  (Professor Universität Salzburg), Natalia Stagl-Skaro (Universität Dubrovnik)

Donnerstag, 27. August 2009

Die (Volks)musik und ihre Anlässe.
-) Frauen und Männer im anlassgebundenen Musizieren. Statistische Aspekte aus Dokumentationen des Phonogrammarchivs zwischen 1975 – 1985. Helga Thiel (Volksmusikforscherin)
-) Von Mauerblümchen und Säulenheiligen. Die Sittengeschichte des Volkstanzes. Waltraud Froihofer (Projektleiterin „Die Kulturgeschichte des Volkstanzes“)
-) Das Akkordeon in der Vojvodina. Vesna Ivkov (Mitarbeiterin Akademie der Künste, Serbien)

Die (Volks)musik als Beruf.
-) Türmer und andere Stadtmusikanten. Johann Wax  (Stellvertretender Bezirksheimatpfleger der Oberpfalz, Regensburg)
-) Musik als Männerdomäne. Otto Brusatti (Ö1 Moderator und Musiksammlung der Stadt Wien)
-) Volkssängerin als Beruf. Susanne Schedtler  (Leiterin Wiener Volksliedwerk)
-) Volksmusik nebenbei, am Beispiel des Salzkammergutes. Peter Egger (Kulturwissenschaftler und Volksmusikant)

Freitag, 28. August 2009

Die Volksmusikforschung.
-) „Stubenmusi“ zwischen weiblicher Praxis und Theorie. Barbara Zimmer (Musikum Saalfelden)
-) Frauen in der Volksmusik, Schweizer Biografien aus Feldforschungen. Brigitte Bachmann-Geiser (Volksmusikforscherin)
-) (m)acht Geschlecht Differenz? Frauen in der Volksmusikforschung. Iris Mochar-Kircher (Mitarbeiterin Wiener Volksliedwerk)
-) Raimund Zoders Zuarbeiterin, die Tanzforscherin Anni Stöger (1888-1983). Nicola Benz (Volksmusikforscherin)

Die Heimat.
-) Ob Frauen eine Rolle spielen? Walli Ebner (Landesobfrau der Salzburger Heimatvereinigungen)
-) Männer und Frauen erzählen von der Heimat. Elisabeth Fendl (Mitarbeiterin Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde, Freiburg)

Samstag, 29. August 2009

Zustandsbeschreibungen.
-) Geschlechterverschiebungen in der Tracht. Thekla Weissengruber (Mitarbeiterin OÖ. Landesmuseum Bereich Textilien)
-) Frauen werden nicht aufgenommen, Bräuche im Bezirk Liezen. Michael Greger (Kulturwissenschaftler)
-) Ist der Fasching eine Männersache? Antworten anhand slowenischer Beispiele. Jurij Fikfak (Mitarbeiter Slowenische Akademie der Wissenschaften)
-) Wirtsleute. Klaus Petermayr (Mitarbeiter OÖ. Volksliedwerk)
-) Anmerkungen zum Geschlechterantagonismus. Justin Stagl (Professor Fachbereich Politikwissenschaft & Soziologie der Universität Salzburg)
6) Schlussrunde