Website des Österreichischen VolksLiedWerkes
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Liebleitner 1904

Geschichte


1904 - 1955

Das Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes und die Archive der Volksliedwerke in den Bundesländern verdanken ihre Entstehung der Aufforderung durch das Ministerium für Kultus und Unterricht von 1904, alle Nationallieder und -tänze mit ihren Melodien in Österreich und den damaligen Kronländern aufzuzeichnen und zu dokumentieren.
Nach dem 1. Weltkrieg gingen die umfangreichen Bestände der Arbeitsausschüsse der Kronländer zum größten Teil in Archive der Nachfolgestaaten über. 1920 wurde in der Republik Österreich der deutschösterreichische Teil des Unternehmens "Das Volkslied in Österreich" unter dem Titel Österreichisches Volksliedunternehmen fortgeführt und auf einen Hauptausschuss und „Arbeitsausschüsse“ in den Bundesländern reduziert. In der Zwischenkriegszeit wie auch zur Zeit des Nationalsozialismus genossen Volkslied, -musik und Volkstanz als deutschnationales Identifikationsvehikel hohen Stellenwert. Vor allem Jugendbewegung und Wandervogel, in Teilen ebenso nationalistisch wie antisemitisch, hatten das Volkslied als konstituierendes Element der Bildung von Volksgemeinschaft entdeckt und verbreitet. Von dort, über die Bündische Jugend, war der generelle Weg nach rechts vorgezeichnet. Die Protagonisten des Österreichischen Volksliedunternehmens waren zum größeren Teil von der Richtigkeit dieses Weges überzeugt.
Während der Zeit des Nationalsozialismus übernahm die NSDAP die Agenden der musikalischen Volkskultur. Das vorerst entstandene Ostmärkische Volksliedunternehmen wurde 1940 liquidiert und in die Zuständigkeit der Reichsstatthalter in die Reichsgaue der Ostmark übertragen. Im 2. Weltkrieg wurden Archivbestände zum Teil beschädigt. Trotz jahrzehntelanger ausschließlich ehrenamtlicher Tätigkeit wurden die Bestände nicht nur gesichert, sondern dank einer unverminderten Sammel- und Forschungstätigkeit ständig erweitert.
 
Nach dem Krieg erfolgte 1946 unter weitgehender Wahrung personeller Kontinuität die Umbenennung in "Österreichisches Volksliedwerk". In den Bundesländern konzentrierte man sich neben der Sammeltätigkeit nun vor allem auf praxisbezogene, pflegerische Tätigkeiten. Mit der Organisation wissenschaftlicher Tagungen durch den Hauptausschuss bekam die Volksmusikforschung neue Impulse.

1955 - 1994

Das Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes wurde 1955 mit der Aufgabe gegründet, regional übergreifende Projekte zu betreuen und Kopien aus den Volksliedarchiven der Bundesländer für den musikalischen Vergleich und eine wissenschaftliche Analyse zusammenzuführen.
Die Sammlungen wichtiger Persönlichkeiten der österreichischen Volksmusikforschung und -pflege wie z.B. die Bibliothek von Georg Kotek (Volkslied und Volksmusik) und Raimund Zoder (Volkstanz) ergänzen die handschriftlichen Sammlungen und Aufzeichnungen aus den Feldforschungen. Zoders Tanzkartei bietet darüber hinaus einen umfassenden Überblick über die Entstehung und Verbreitung österreichischer Volkstänze. Der erste angestellte Archivar Karl Magnus Klier (1892-1966) legte in den spätern fünfziger und frühen sechziger Jahren nicht nur den Grundstein für die einzigartige Sammlung, er setzte auch mit der Anlage eines Melodie-Registers erste Anstöße für eine professionelle Archivarbeit.

Mit der Neukonstituierung 1974 wurden die jeweiligen Bundesländer Eigentümer der Archivbestände, welche in unterschiedlicher Weise vom jeweiligen Land getragen werden.
1994 wurden die Bestände des Österreichischen Volksliedwerks der Österreichischen Nationalbibliothek zugeordnet, um die ständige Erweiterung und professionelle Erhaltung der Archivbestände zu sichern.

Von 1994 bis heute

Vernetzung der Volksliedarchive