Website des Österreichischen VolksLiedWerkes
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GSTANZLLIED
Das Gstanzllied ist eine Liedform, die sich aus dem Gstanzlsingen entwickelt hat. Das „Gstanzl“ beziehungsweise „Schnaderhüpfl“ bildet eine eigenständige Volksliedgattung: Im geselligen Rahmen werden spontan Zwei- oder Vierzeiler mit pointiertem Wortwitz gereimt und gesungen. Inhaltlich geht es in den Texten sehr oft um Spott, Ironie sowie Erotik mit humorvollen Zweideutigkeiten. In der Singpraxis haben sich daraus die so genannten Gstanzlkette entwickelt, eine fixierte Aneinanderreihung von Gstanzln zu einem mehrstrophigen Lied. Das Singen wird in manchen Regionen, wie im Salzkammergut, mit Tanzen verbunden. Als musikalische Grundform dient in der Regel die Ländlermelodik, zumeist im langsamen Dreivierteltakt. Seit dem 19. Jahrhundert übernehmen Volkssänger in Wien diese Tradition, um in ihren Vorträgen auch zeitkritische Aussagen zu vermitteln.

JODLERLIED
Das Jodlerlied ist eine Volksliedgattung, bei der das Lied im Refrain oder nach jeder Strophe mit einem Jodler endet. Es ist unter den Liebesliedern, Almliedern, Standesliedern und Tanzliedern, aber auch im Wienerlied zu finden. Der Jodler ist vorwiegend in den alpinen Regionen Europas beheimatet. In Österreich zählen die Obersteiermark mit ihren Nachbargebieten Ennspongau, Salzkammergut, oberösterreichisches Ennstal und Schneeberggebiet zu den ausgeprägtesten Jodellandschaften. Das „Jodeln“, auch bekannt als „Dudeln“ (Wien) oder „Almern“ (Innviertel), ist ein textloser Gesang im Wechsel zwischen Brust- und Kopfstimme (Falsett) mit sich dabei verändernder Klangfarbe. Ursprünglich im Almwesen als Kommunikationsmittel verankert, entwickelt sich das „Jodeln“ zur kunstvollsten Gattung alpenländischer Volksmusik. Im 19. und 20. Jahrhundert wird der Jodler zum besonderen Ausdruck alpenländischer Identität hochstilisiert und ist auch in zahlreichen Kompositionen zu finden.