Website des Österreichischen VolksLiedWerkes
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Verlag Carl FRITZ
(1873-1880/1900)
Carl Fritz (gestorben 1880) zählt zu den bedeutenden Wiener Flugblattdruckern und -verlegern. Zu seinen Verlagsartikeln zählen vor allem Liedflugblätter. Das hier erhaltene Verlagsprogramm besteht aus Vortragsliedern, zum Beispiel vom populären Wiener Stegreifsänger Carl Schmitter (1850-1897), Wienerliedern, Couplets, Volksliedern und Balladen. Viele Lieder sind auch mit Noten abgedruckt. Nach seinem Tod führt seine Frau, Sidonie Fritz, den Betrieb, nunmehr Fritz‘ Witwe & Neidl, bis 1900 weiter. 

Verlag Franz und Carl BARTH
(1817-1902)
Franz Barth (1784-1853), Zeichner, Drucker und Verleger von graphischen Erzeugnissen, absolviert seine Ausbildung in der Abteilung für Kupferstich an der Wiener Kunstakademie. Er gilt als Pionier unter den Wiener Flugblattdruckern. Ihm wird die Einführung des Kupferstiches zugeschrieben. Von ca. 1830 bis 1853 druckt er Liedflugblätter in einer Form, die fünf Jahrzehnte unverändert bleibt und von den anderen Wiener Kupferstechern nachgeahmt wird: Sie sind in der Regel einseitig bedruckt, ein kunstvoll gestaltetes Bild im oberen Blattviertel dient der Darstellung des Liedinhaltes. Meist werden Autoren und Interpreten genannt. Dabei handelt es sich oft um populäre Volkssänger. Ein Verweis auf Melodien, auf die die Lieder gesungen werden, ist typisch für dieses Medium. Das Verlagsprogramm besteht vor allem aus Bänkelliedern, Moritaten und Balladen. Zu den „Hausdichtern“ zählen August Betz (1818-1874) und Johann Ernst (1825-1903).
Nach seinem Tod führt sein Sohn, Karl Barth (1821-1902), den Betrieb unverändert weiter.
Insgesamt veröffentlicht der Verlag Franz und Carl Barth ungefähr 900 Lieder. Etwa die Hälfte seiner Produktion ist in der Flugblattsammlung im Archiv des Österreichischen Volksliedwerkes erhalten.

Verlag Mathias MOSSBECK
(1845-1880)
Mathias Moßbeck (1811-1881), ein Wiener Kupferdrucker, Steindrucker und Verleger, erstellt neben dem Verlag Franz und Carl Barth (1817-1902) den Großteil der Wiener Liedflugblattdrucke. Um 1870 beginnt er die Lithographie einzusetzen, eine der neuen Drucktechniken, mit der wesentlich kostengünstiger Noten veröffentlicht werden können. Das Verlagsprogramm besteht aus Wienerliedern, Couplets, Vortragsliedern, etwa aus dem Repertoire der populären Wiener Volkssängerin Fanny Hornischer (1845-1911), Volksliedern und Balladen.